Mio fratello è figlio unico (2007)

Mio fratello è figlio unico (2007)

Oder: Bruderliebe in den wilden 60ern

Mio fratello è figlio unico

So kann man(n) es geniessen...

Schon als kleiner Fratz ist Accio (Vittorio Emanuele Propizio) ein Rebell. Noch in der Klosterschule, merkt er bald, dass das fromme Leben nichts für ihn sein kann und verlässt die Gottesstätte, nicht zuletzt auf den Rat seines älteren Bruders Manrico (Riccardo Scamarcio). Sein Onkel Mario (Luca Zingaretti), bei dem er mehr Zuneigung findet als bei seiner hysterischen Familie, ist Führer einer lokalen Faschistentruppe. Deren will sich Accio sofort anschliessen, doch mehr aus aufständischem Willen gegen den grossen linksorientierten Bruder als aus Überzeugung zum Faschismus. Überhaupt prügeln sich die beiden ständig.

Mio fratello è figlio unico

Auf dieser Wiese wachsen komische Pflanzen...

Jahre später, Accio ist nun erwachsen (Elio Germano), und immer noch Faschist. Manrico ist nun Kommunist, und doch leben beide immer unter einem gemeinsamen Dach. Accio, der sich als Techniker sieht, büffelt Mathematik, als eines Tages die hübsche Francesca (Diane Fleri) an der Tür klingelt. Die zwei verstehen sich auf Anhieb gut, doch ist Francesca wegen Manrico gekommen. So findet sich Accio einee Zeit lang seiner "Kumpelrolle" ab. Als die beiden Streithähne jedoch ins Kreuzfeuer ihrer Gruppierungen gelangen, beginnt sich Accio Fragen zu stellen.


Kinofilm-Rating

Mio Fratello è Figlio Unico beschreibt die Abenteuer zweier passionierter Brüder in einem Kaff in Italien in der 60er- und 70er-Jahren. Es geht um die Flucht, die Rückkehr, den Kampf um Politik und das Erwachsenwerden. Fünfzehn Jahre italienische Geschichte vegehen, ehe die Jungs merken, dass sie trotz all ihrer Differenzen aus dem gleichen Holz geschnitzt sind.

Basierend auf Pennacchs Roman Il Fasciocommunista, ist dieser Film ein eigenartiger Mix aus komischen Elementen, dramatischem Kino und unweigerlich italienischer Politik, ob Regisseur Daniele Luchetti sowie Produzenten nicht die Absicht hatten, einen politischen Film zu drehen.

Der Streifen ist Italia pur, es wird geschrien, gestritten, und das mit Händen und Füssen. Er beinhaltet eine gehörige Prise Nostalgie, und wird somit vielen Italienern unter die Haut gehen. Doch als Kulturbanause der italienischen Geschichte wird mancher wohl ein Gähnen nicht unterdrücken können. Der Film nahm Teil an der offiziellen Selektion in der Kategorie Un certain Regard beim Festival de Cannes.

3.9 Sterne
3.9 Sterne (9 Bewertungen) | 1 Kommentar

3.5 Sterne3.5 von 0.0-6.0
23.05.2007 / neh