Mio fratello è figlio unico (2007)
Mio fratello è figlio unico (2007)
Oder: Drama Baby, Drama
Schon als kleiner Fratz ist Accio (Vittorio Emanuele Propizio) ein Rebell. Noch in der Klosterschule, merkt er bald, dass das fromme Leben nichts für ihn sein kann und verlässt die Gottesstätte, nicht zuletzt auf den Rat seines älteren Bruders Manrico (Riccardo Scamarcio). Sein Onkel Mario (Luca Zingaretti), bei dem er mehr Zuneigung findet als bei seiner hysterischen Familie, ist Führer einer lokalen Faschistentruppe. Deren will sich Accio sofort anschliessen, doch mehr aus aufständischem Willen gegen den grossen linksorientierten Bruder als aus Überzeugung zum Faschismus. Überhaupt prügeln sich die beiden ständig.
Jahre später, Accio ist nun erwachsen (Elio Germano), und immer noch Faschist. Manrico ist nun Kommunist, und doch leben beide immer unter einem gemeinsamen Dach. Accio, der sich als Techniker sieht, büffelt Mathematik, als eines Tages die hübsche Francesca (Diane Fleri) an der Tür klingelt. Die zwei verstehen sich auf Anhieb gut, doch ist Francesca wegen Manrico gekommen. So findet sich Accio einee Zeit lang seiner "Kumpelrolle" ab. Als die beiden Streithähne jedoch ins Kreuzfeuer ihrer Gruppierungen gelangen, beginnt sich Accio Fragen zu stellen.
DVD-Rating
My Brother is an Only Child ist der elfte Film des italienischen Regisseurs Daniele Luchetti und basiert auf dem Roman "Il fasciocomunista" von Antonio Pennacchi. In Italien war der Film ein grosser Publikumserfolg und erhielt fünf Auszeichnungen vom italienischen Filmpreis. Unter anderem wurden das Drehbuch und auch Hauptdarsteller Elio Germano geehrt.
In unseren Gefilden kam er jedoch nicht in die Kinos und wurde lediglich an Filmfestivals gezeigt. Dies hat wohl auch seine Gründe, denn im Gegensatz zum sympathischen Marcello Marcello ist My Brother is an Only Child zwar auch typisch italienisch, doch lange nicht so leicht zugänglich. Ausserdem wälzt sich der Film durch rund zehn Jahre italienische Geschichte, und wer diese, sowie die politischen Unruhen der 60er, nicht gerade präsent hat, der wird recht Mühe haben, der Story zu folgen. Geschichtliche Hintergründe werden nämlich kaum erläutert, stattdessen werden einfach kommentarlos die Taten der verschiedenen Lager gezeigt, was vor allem Kopfschütteln auslöst. Allerdings kommt das wohl auch daher, dass sich der Regisseur nicht für ein politisches Lager einschiesst und beide Seiten zeigen wollte. Doch mit diesem goldenen Mittelweg eckt er mit seinem Film zwar nirgendwo an, kommt aber auch sehr zahnlos und unspektakulär daher.
Vom Film her will das Ganze ebenfalls nicht überzeugen. Schon von Anfang an erhält man eine Breitseite Idealismus: Von den Extremen der Kirche kommen die plakativen Argumente der Faschisten, nur um dann dasselbe bei den Kommunisten zu bieten. Dabei kommt es zwar zu Diskussionen, doch immer dann, wenn es interessant werden KÖNNTE, werden die Dialoge mit einem Szenen- oder Themawechsel abgewürgt. Bei einer Soap mag das in Ordnung zu sein, doch in einem Kinofilm sollte man dies verhindern, besonders wenn es in jeder zweiten Szene vorkommt. Schliesslich verhedert sich der Film zwischen unerfüllten Beziehungswünschen, dem Erwachsenwerden und politischen Entwicklungen, geht aber auf keinen der drei Punkte wirklich ein und ist demnach ein eher unfertiges "weder Fisch noch Vogel" Produkt.
Fazit: My Brother is an Only Child ist ein sehr langfädiges, unorientiertes und langweiliges Stück Film geworden, welches munter viele Themen kombiniert, aber immer davor zurückschreckt, sich wirklich darauf einzulassen und wirkt deshalb weder interessant noch spannend. So durchlebt man zwar etwa zehn Jahre Geschichte, bekommt aber kaum etwas davon mit und muss sich mit zwei Brüdern herumschlagen, deren Streitereien von Anfang an ziemlich gesucht wirken und deren Ideale nur bruchstückhaft beleuchtet werden. Unter dem Strich sicher ein Film mit schönen Bildern und gut ausgewählten Schauspielern, aber ein recht mässiges Resultat, welches nur bedingt sehenswert ist.
Die DVD präsentiert sich im typischen Studiofilm-Look und bietet weder Bonusmaterial noch andere spektakuläre DVD-Features. Der Film selber ist zwar eher matt, hat aber ansonsten ein sauberes Bild. Der Ton bleibt allerdings recht dumpf und fällt vor allem in der Synchro wieder einmal sehr lustlos und unmotiviert aus.
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3.9 Sterne (9 Bewertungen) | 1 Kommentar
DVD-Infos
DVD erschienen am 03.12.2008
- Bildformat: Widescreen 1.85:1 (Anamorph)
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1); Italienisch (DD 2.0)
- Untertitel: Deutsch



