The Last Mimzy (2007)
Mimzy - Meine Freundin aus der Zukunft
The Last Mimzy (2007) Mimzy - Meine Freundin aus der Zukunft
Oder: Stofftier, Steine und Stromausfälle
Die 7-jährige Emma White (Rhiannon Leigh Wryn) und ihr Bruder Noah (Chris O'Neil) finden am Strand des Ferienhauses ihrer Eltern eine geheimnisvolle Box, die allerlei seltsame Dinge beinhaltet wie farbige Steine oder ein Stoffhäschen, das wunderliche gurrende Geräusche von sich gibt. Mimzy nennt Emma das süsse Tier und schliesst dieses sofort ins Herz.
Die beiden Kinder sind begeistert von ihren neuen Spielzeugen. Allerdings geschehen schon bald seltsame Veränderungen: So scheint Emma die Sprache des Stofftieres zu verstehen und kann Ereignisse der Zukunft voraussehen. Die farbigen Steine vermag sie zudem im leeren Raum kreisen zu lassen und in einer Art magischem Kreis ihre Hand zu dematerialisieren. Noah experimentiert derweil mit einer Art Generator, der ebenfalls in der Box zu finden war, entwickelt sich daneben unverhofft zum Physikgenie und zeichnet orientalische Mandalas bis aufs kleinste Detail nach.
Die Eltern der beiden nehmen diese Veränderungen ganz unterschiedlich wahr. Während der Vater (Timothy Hutton), ein überlasteter Workaholic, erfreut ist, dass seine Kinder sich unverhofft zu kleinen Genies entwickeln, beobachtet die Mutter (Joely Richardson) das Ganze mit wachsender Sorge. Als dann in der ganzen Stadt plötzlich die Lichter ausgehen und kurz darauf ein FBI-Terrorexperte (Michael Clark Duncan) auf der Türschwelle steht, weil die Ursache für den gigantischen Stromausfall in der White'schen Wohnung geortet wurde, versagen vernünftige Erklärungen endgültig...
Kinofilm-Rating
Regisseur Robert Shaye ist vor allem bekannt als Chef der Produktionsfirma "New Line Cinema" und in dieser Funktion als Ko-Produzent der "Lord of The Rings"-Trilogie. Mit dessen Regisseur Peter Jackson hat er sich mittlerweilen allerdings zerstritten. Sein neuestes Projekt ist nun The Last Mimzy, ein Familienfilm, der an der Berlinale 2007 den Spezialwettbewerb "Generation" für Filme für die jüngere Generation eröffnete.
Der Film beginnt ganz harmlos mit zwei herzigen Kiddies, die ein paar hübsche Spielzeuge finden, mit denen sie ein wenig herumzaubern. Je länger, je mehr entwickelt er sich allerdings zu einer seltsamen Mischung zwischen Mystery und Science Fiction für die Kleinen. Am Ende gibts sogar so etwas wie eine überraschende Wendung. Wirklich spannend ist The Last Mimzy allerdings nie. Zumindest für Erwachsene. Ob die lieben Kleinen da anderer Meinung sind, lässt sich aus dieser Warte nur vermuten. Möglich, dass sie sich ob der sich zauberhaft drehenden Steine oder des süssen Stoff-Häsli erfreuen. Möglich aber auch, dass sie die teilweise struben Bilder auch irritieren oder sogar ängstigen. Eine Frage, die zudem ebenfalls unter den Nägeln brennt: Was hat Michael Clarke Duncan im Film verloren? Seine Rolle ist derart farblos, dass man den Verdacht nicht ganz los wird, sie sei nur zum Zweck erschaffen worden, einen weiteren respektablen Hollywoodstar im Cast präsentieren zu können.
Gemäss Regisseur Shaye geht es in vorliegendem Film um den "Verlust der Unschuld", also den Verlust der Fähigkeit, die Welt mit kindlichen Augen zu sehen. An dieser Stelle sei aber die spitze Frage erlaubt, wie man dies im Hinblick auf das ziemlich penetrante Product Placement (Intel, Apple, Sprite...) interpretieren soll. Nichts gegen Product Placement grundsätzlich - aber ein Film, der vorgibt, für die kindliche Unschuld zu kämpfen, muss sich wohl den Vorwurf gefallen lassen, mit solchen Werbemethoden ebendiese Unschuld hinterrücks auszuhöhlen.
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