Meet the Robinsons (2007)
Triff die Robinsons
Meet the Robinsons (2007) Triff die Robinsons
Oder: Zusammengewürfelte Chaostruppe
Nach dem 124. resultatlosen Gespräch mit einem potentiellen Elternpaar merkt das Waisenkind Lewis, dass es langsam knapp wird mit seiner Adoption. Denn Kids, die älter als 13 sind, will ja keiner. Er tüftelt deshalb an einer Maschine, mit der man Erinnerungen wiederbeleben kann, um sich in die Nacht zurückzuversetzen, als ihn seine leibliche Mutter ausgesetzt hat. Nach einer Vielzahl von Nachtschichten, welche Goob, seinem Zimmergenossen im Waisenhaus, heftig zusetzen, schafft er es tatsächlich, so ein Ding zum Laufen zu bringen.
An einem Projekttag soll der Gedankenleser erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Wie bei so vielen seiner Experimente zuvor, geht Lewis' Präsentation aber auch diesmal in die Hosen. Ein geheimnisvoller Mann mit Melone hat die Maschine sabotiert. Vor diesem wurde Lewis zwar kurz zuvor noch gewarnt, aber er schlug die Hinweise eines gewissen Wilbur in den Wind. Spätestens als dieser aber von seiner Zeitmaschine erzählt, ist unser kleiner Erfinder Feuer und Flamme. Er reist mit Wilbur in die Zukunft, trifft dort auf die etwas gestörte Familie Robinson und lernt von ihr, dass er die Weltherrschaft der Killermelonen zu verhindern hat. Weil's ein Disneyfilm ist, sind damit weder Brüste Russ Meyer'schen Ausmasses, aber auch keine Früchte gemeint, sondern die schwarzen Hüte, die man in England früher trug. Ihr wisst schon, einer wie der von Pan Tau.
DVD-Rating
Bevor sich die Walt Disney Studios ihre Kollegen von Pixar unter den (finanziellen) Nagel rissen, versuchten sich die kreativen Köpfe selber an computeranimierten Filmen. Einer davon war Chicken Little, der zwar an den Kinokassen profitabel war, aber irgendwie nicht so richtig ankam. Meet the Robinsons war der zweite Streich, doch dieser schaffte nicht mal die 100 Millionen Dollar Grenze in den Staaten und ging relativ schnell wieder unter.
Das Problem von Meet the Robinsons ist relativ schnell erkannt. Es hat einfach zuviele Figuren drin. Es scheint so, als ob die Disney-Verantwortlichen für ihren letzten Film im Alleingang in ihr Archiv gewandert sind und sich dort jede Figur geschnappt haben, die noch in keinem Film zu sehen war. Daraus machten sie ganz lustige Charaktere, gaben ihnen Namen, liessen sie skurril in der Gegend herumstehen und hofften, dass das Publikum sich ab deren Anblick amüsieren würde. Somit entstand ein Overkill von Figuren, die einerseits nur sporadisch vorkommen und andererseits zur eigentlichen Geschichte nichts beitragen konnten.
Von all diesen Figuren bleibt höchstens eine Handvoll im Gedächtnis. Klar, der Hauptcharakter (recht langweilig), der Zimmerkumpel (*jööh*), der Böse (nicht ausgereift, aber mit grossem Potenzial) und der Dinosaurier (lustig). Der Rest ist Staffage und kann keine entscheidenden Punkte verbuchen. Dazu kommt eine Geschichte, die zwar vor Anspielungen nur so strotzt, aber im Gesamtbild recht bieder, unwitzig und unspektakulär daherkommt. Und sich nur auf diese erwähnten Referenzen zu anderen Filmen, Vergnügungsparks oder Figuren zu konzentrieren, ist mühsam.
Fazit: Meet the Robinsons ist ein Familienfilm geworden, dem es fast vollständig an Witz und Drive fehlt, der mit Nachdruck auf das Familienglück zielt und dessen Figuren leider keinen Eindruck machen. Da wird es auch schwierig, einzelne Charaktere in den Disney-Paraden platzieren zu können, sollte man das überhaupt vorhaben. Meet the Robinsons ist sicherlich einer der langweiligsten Filme unter der Flagge mit der Maus. Zum Glück hat jetzt Pixar das Ruder übernommen und liefert Filme wie Ratatouille ab. Da merkt man den Qualitätsunterschied halt doch deutlich.
Wie bei Disney gewohnt, kommt die DVD mit einigen schönen Extras in die Läden. Hier werden sie präsentiert von einem lustig tanzenden Dino, der schon alleine für gute Unterhaltung sorgt. Das Making-Of und der Bericht über die weltverändernden Erfinungen werden mit diversen Ausschnitten von Disney-Filmen angereichert und machen Spass. Dafür ist das Spiel recht mühsam. Denn wer nicht haargenau aufpasst während des Hauptfilms ist hier hemmungslos verloren. Das Highlight ist aber der wunderschöne Song "Little Wonders" von Rob Thomas, der hier mit einem ebenso tollen Video vertreten ist. Hätte der Film auch nur annähernd diese Qualität gehabt, würden wir hier vor Freude auf den Stühlen stehen.
Technisch macht die DVD eigentlich alles richtig. Der Ton ist sauber produziert worden und lässt bei den lauteren Szenen die Boxen dröhnen. Das Bild ist klar transferiert und lässt keine Wünsche offen.
![]()
3.2 Sterne (21 Bewertungen) | 0 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 30.08.2007
- Bildformat: 1:1.78 (16:9)
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1), Türkisch (DD 5.1), Arabisch (DD 5.1)
- Untertitel: Englisch, Deutsch, Türkisch, Arabisch
- Extras: Wie die Robinsons erfunden wurden, Familienspiel, 2 Musikvideos, Erfindungen der Weltgeschichte, Zusätzliche Szenen, Audiokommentar, Sneak Peeks



