Silent Light - Stellet licht (2007)

Stilles Licht

Silent Light - Stellet licht (2007) Stilles Licht

Oder: Verbotene Liebe

Silent Light - Stellet licht

"Hoffentlich kommt der TCS bald."

Der Farmer Johan (Cornelio Wall Fehr) ist verheiratet mit Esther (Miriam Toews). Zusammen mit ihren sechs Kindern leben sie abgeschieden in einer kleinen mennonitischen Gemeinschaft in den Weiten Chihuahuas, im Norden Mexicos.

Silent Light - Stellet licht

no comment, just enjoy

Johan bricht das Gesetz Gottes: Er hat sich in eine andere Frau verliebt, die auch der Gemeinde angehört. Von Anfang an verheimlicht Johan weder seiner Frau Esther noch seinen Glaubensgenossen die Affäre mit Marianne (Maria Pankratz). Der verantwortungsbewusste und liebevolle Familienvater leidet unter seinen heftigen Gefühlen und ist bereit zu warten, bis die Verliebtheit vorbeigeht, denn er will weder seine Familie verlassen noch gegen Gottes Gesetz verstossen.

Doch die Liebe zwischen Johan und Marianne ist stärker und verlangt eine klare Entscheidung. Johan tut sich schwer damit, obwohl er weiss, dass früher oder später eine der Frauen daran zerbricht. Als das Unglück eintritt, ist es zu spät...


Kinofilm-Rating

Stellet Licht (plattdeutsch: Stilles Licht) ist mehr als ein Liebesdrama, sondern zugleich ein interessantes Porträt einer mennonitischen Gesellschaft. Längst nicht alle Mennoniten sind dermassen moderat eingestellt wie jene im Film, die auf Elektrizität und Motorenantrieb nicht verzichten. Dennoch sahen die Darsteller, allesamt Mennoniten, bei den Dreharbeiten zum ersten Mal überhaupt eine Kamera. Das merkt man dem Film nicht an, im Gegenteil: Die Schauspieler agieren sehr überzeugend.

Ein wichtiger Platz im Film nimmt die Natur ein, die die Gemeinde umgibt: Regisseur Carlos Reygadas zeigt sie in atemberaubenden Panoramaeinstellungen. Im Gegensatz dazu filmt er intime Szenen, vor allem zwischen Johan und Marianne, aus nächster Nähe, was irritierend und entwaffnend ehrlich zugleich ist.

Die Spannung hält nicht durchwegs an und bei manchen Szenen verlangen die langen Einstellungen einiges an Geduld. Wer sich allerdings auf die bedächtigen Bilder aus dieser unbekannten Welt einlässt, wird belohnt mit einem sensiblen Porträt einer mennonitischen Grossfamilie mit den gleichen Problemen wie überall auf der Welt...

4.0 Sterne
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28.09.2008 / sst