Lions for Lambs (2007)

Von Löwen und Lämmern

Lions for Lambs (2007) Von Löwen und Lämmern

Oder: Schwere Kost in aller Kürze!

Lions for Lambs

"Top Gun? Ich komme sofort!"

Die Reporterin Janine Roth (Meryl Streep) staunt nicht schlecht, als ihr der aufstrebende Senator Jasper Irving (Tom Cruise) eine ganze Stunde Interview-Zeit offeriert. Exklusiv und mit brandheissen Neuigkeiten. Um den Krieg gegen den Terror in Afghanistan zu gewinnen, hat sich der Politiker eine neue Strategie ausgedacht, über die er jetzt die Reporterin exklusiv informieren will. Das Spezielle daran: Die Strategie und der auf ihr basierende Angriff hat bereits begonnen.

Gleichzeitig sitzt in Los Angeles der Professor Stephen Malley (Robert Redford) mit einem seiner Schüler im Büro. Der Junge hat ungeheures, idealistisches Potenzial an den Tag gelegt, ist aber ein fauler Kerl. In einem finalen Gespräch will der Professor den jungen Mann überzeugen, seine Möglichkeiten auszunutzen und den Zapfen raus zu nehmen. Das Gespräch fällt auf zwei ehemalige Studenten Malleys. Ernest Rodriguez (Michael Pena) und Arian Finch (Derek Luke), die damals in ihrem Abschlussjahr eine Entscheidung trafen, die nicht nach dem Gusto des Professors war.

Lions for Lambs

The Devil wears Wullejäggli

Ernest und Arian haben sich nämlich in die Armee einziehen lassen und nehmen, der Kreis der Geschichte schliesst sich, an einer neuen und scheinbar revolutionären Aktion in Afghanistan teil. In kleinen Gruppen sollen die US-Streitkräfte einen strategisch wichtigen Berggipfel (Iwo Jima lässt grüssen) einnehmen, bevor der Feind sich dort oben breit macht. Dass aber diese Aktion gründlich in die Hose geht, der Helikopter der USA beschossen wird und ausgerechnet Ernest und Arian von ihren Kameraden verlassen und vom sich nähernden Feind bedroht im Schnee liegen, das hatte keiner voraussehen können. Auch nicht der Initiant dieser Aktion, Senator Irving.


DVD-Rating

Lions for Lambs ist ein mutiger Film. Nicht nur, aber vor allem, weil der Film nach 80 Minuten dort endet, wo andere noch lockere dreissig Minuten dauern, sondern auch weil er mit langen und nicht einfachen Dialogen ausgestattet ist und eine Stellung und Aussage einnimmt, die a) dem Tom Cruise Fan, die nur wegen dem Grinsemann ins Kino pilgern (soll es geben!) und b) dem an filmische Coolness gewohnten Popcorn-Mampfer wenig sagen dürfte. Deshalb ist es auch keineswegs verwunderlich, dass dem Film wenig Erfolg in den Kinos beschieden war.

Doch ein Film von Robert Redford ist immer ein spezielles Ereignis, sei es weil er mit monumentaler Länge Pferdenarren kitzelt oder mit Fakten an einschaltverwöhnten Quizshows knabert. In Lions for Lambs rechnet Redford mit der Bush-Regierung und gewillten Nachfolgern, kriegsgeilen Generälen und Newsmachern ab. Seine liberalen Ansichten sind natürlich auch ausserhalb seines Filmschaffens bekannt und so verwundert die Aussage von Lions for Lambs nicht.

Ganz entgeht aber auch Redford nicht einem gewissen Heroismus. Die Soldatengeschichte von Ernie und Arian gehört zum roten Faden der durchdachten Geschichte, ist aber zu übertrieben pathetisch inszeniert und versalzt die sonst gut geratene Suppe ein wenig. Hier hätte man sich mehr Abstand, mehr Kühlheit, gewünscht. Beobachten wäre wohl der bessere Weg gewesen und hätte den Film durchaus auf ein noch kritischeres Niveau gehoben.

Besetzt ist Lions for Lambs mit grossen Namen, angeführt von Meryl Streep, Tom Cruise und Redford selber. Da wird also auch für den Schauspielfreund einiges geboten und wer könnte, seien wir mal ehrlich, einen schmierigen Politiker besser geben als Mr. Cruise?

Insbesondere an diesem Film werden sich die Meinungen spalten, eindrücklich (und wie eingangs schon erwähnt vor allem mutig!) ist er aber so oder so, da schleckt kein Republikaner die Stimmung weg.

Extras: Es ist leider kaum möglich Kommentare zur Bildqualität abzugeben, denn ich vermute, dass für die vom Verleiher zur Verfügung gestellte check-disc einfach eine zu tiefe Transferrate verwendet wurde - deshalb ist das Urteil "miserabel" (noch) mit Vorsicht zu geniessen und es ist nur zu hoffen, dass die Verkaufs-DVD besser aussieht (gut, das Cover ist grottengrässlich!). In Sachen Ton nutzt die DVD die Surround-Boxen hauptsächlich in der Army-Szene aus, ansonsten ist der Frontbereich für die vielen Dialoge zuständig.
Wer sich im Bonusbereich auf ebenso viel Tiefgang wie im Film gefreut hat, dürfte enttäuscht werden. Der Grossteil sind simple PR-Filmchen, interessant ist allerhöchstens noch das kurze "Script to Screen". Das 8 minütige "United Artists - Die Wiedergeburt eines Filmstudios" ist dann die grösste Enttäuschung. Hier werden einfach eine Vielzahl von Filmclips von Anfangs der 20er bis in die heutige Zeit aneinandergereiht. Billig. Dann bleibt noch der Audiokommentar von Röbie Redford, der aber irgendwie auch schon motivierter klang.

4.2 Sterne 2.6 Sterne
4.2 Sterne (54 Bewertungen) | 5 Kommentare

5.0 Sterne5 von 0.0-6.0
10.03.2008 / muri (Inhalt), pb (Rating)


DVD-Infos

DVD erschienen am 17.03.2008

  • Bildformat: 2.40:1 (16:9)
  • Sprachen: Deutsch, Englisch (DD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch, Dänisch, Schwedisch, Norwegisch
  • Extras: "Walküre" Trailer; Audiokommentar von Regisseur Robert Redford; Making-Of; Der rote Faden / Drehbuch, Handlung; Die Wiedergeburt eines Filmstudios: United Artists; Teaser-Trailer und Kino-Trailer.