The Invasion (2007)

The Invasion (2007)

Oder: Gefühle sind schön, doch sie können auch den Tod bedeuten

The Invasion

Horch, wer kommt von draussen her?

Die NASA wird das Unglück nicht los. Einmal mehr kracht ein Space-Shuttle auf die Erde und die Trümmer verteilen sich im grossen Rahmen über die Absturzstelle. Doch das Raumschiff war keineswegs "allein" unterwegs. An Bord war eine ausserirdische Substanz, die sich jetzt unter den Menschen ausbreitet. Die Medien sprechen zwar von einer Grippe-Epidemie, aber dass das unwahr ist, dürfte bald mal klar sein.

Carol (Nicole Kidman) ist Psychiaterin und hat seit Ausbruch dieser vermeintlichen Krankheitsfälle einiges mehr an Patienten, die ihr erstaunliche Geschichten erzählen. Ehemänner, die nicht mehr sie selber sind und zu allem Überfluss auch noch emotionslos Haustiere aus dem Weg räumen. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs. Auch ausserhalb der Praxis wird Carol immer wieder in komische Situationen gebracht, die ihr klar machen, dass irgendetwas mit den Bewohnern der Stadt nicht stimmen kann.

The Invasion

Schon wieder bei Rot über die Kreuzung!

Als sie ihren Sohn Oliver (Jackson Bond) an Halloween durch die Strassen begleitet und Zeugin wird, wie einer seiner Kumpels einen attackierenden Hund brutal abwehrt, wird's Carol immer mulmiger. Ausserdem entdeckt sie ein Teil eines komischen Materials, das sie bei ihrem Freund Ben (Daniel Craig) analysieren lässt.

Das Resultat ist erschreckend. Dieser Fetzen birgt eine neue Art von Virus in sich, die sich unter den Menschen verbreitet und diese während des Schlafes zu willenlosen Kreaturen macht. Und ausgerechnet jetzt hat Carol ihren Sohn in die Hände ihres Exmannes gegeben, der sich ebenfalls so komisch aufgeführt hat.

Ein Wettrennen gegen die Zeit und gegen die immer zahlreicher werdenden Opfer des Virus beginnt. Carol und Ben müssen nicht nur versuchen, Oliver aus den bedrohlichen Händen der Mutanten zu retten, sondern Carol darf auch auf keinen Fall einschlafen. Denn seit der Ex-Mann ihr ins Gesicht gekotzt hat, ist auch sie ein potenzielles Opfer


DVD-Rating

Es gibt Filme, die haben einige gute Ansätze und werden dann vom Studio so lange vergewaltigt, bis sie nur noch ein Flickwerk ohne Hände und Füsse sind, welches weder begeistern noch überzeugen kann. Beispiele dafür sind Hellraiser Bloodline oder eben The Invasion. Nachdem der Titel des Filmes bereits mehrmals geändert wurde, wurden auch die Regisseure ausgetauscht und der Film nach zusätzlichen Dreharbeiten komplett umgeschnitten. Das Endresultat ist eine Zangengeburt, welche geprügelt durch die Gegend hinkt und ohne Spuren zu hinterlassen am Zuschauer vorbei zieht.

Alieninvasionen gibt es in vielen Varianten. In Independence Day zerstörten sie kurzerhand die grössten Städte, in War of the Worlds stampften riesige Trypots alles nieder und in Alien vs. Predator 2 dasselbe mit Monstern. Doch was haben sie gemeinsam? Sie sind laut, kurzweilig, zum Teil amüsant und bieten Action. All dies sucht man in The Invasion grösstenteils vergebens. The Invasion schlägt leise Töne an und lässt die virale Invasion langsam und ohne viel Theater oder CGI-Orgien voranschreiten. So wird versucht, wissenschaftlich fundiert und durchaus glaubhaft ein Unbehagen aufzubauen. Wenn zu Beginn immer merkwürdigere Dinge geschehen und die Hauptfiguren, wie auch der Zuschauer, sich das Ganze nur grob zusammenreimen können, gelingt das auch ganz gut. Leider hält dies nicht an, und schon bald setzt Routine und sogar Langeweile ein.

Da die infizierten Menschen keine Gefühle zeigen, können selbst Angriff-Szenen keine Intensität entwickeln. So stolpert die routinierte Schauspielerin Nicole Kidman durch die immer mehr von Aliens verseuchten Stadt und sucht nach einer Antwort, wie sie ein Heilmittel finden kann. Dies bleibt jedoch nur im ersten Drittel der Spielzeit interessant und schon bald schwenkt es in eine Rettungsmission von Nicoles Sohn um, was bereits in vielen anderen Filmen nicht funktioniert hat. The Forgotten, Flightplan oder Freedomland sind solche Beispiele, und auch hier wirkt es ebenso bemüht und lässt alle aufgebaute Spannung verpuffen.

The Invasion switcht munter zwischen den Genres, versucht zum einen spannend und interessant zu sein, will dies aber noch mit Grusel und wissenschaftlichen Erklärungen verknüpfen, was in dieser Mischung einfach nicht funktionieren will. Daniel Craig wie auch Nicole Kidman wirken absolut unterfordert, und die finale Auflösung ist zum Schreien simpel und so unspektakulär, als ob sie sehr genau beim grottigen War of the Worlds-Finale zugeschaut hätten. Wenigstens gibt es in den letzten zehn Minuten noch etwas Action und eine nette Verfolgungsjagd, damit man wenigstens das Gefühl, hat einen guten Film gesehen zu haben.

Fazit: The Invasion ist offensichtlich ein Flickwerk aus mehreren Genres, die weder miteinander harmonieren noch überzeugend präsentiert werden. Obwohl zu Beginn eine durchaus unbehagliche Atmosphäre aufgebaut werden kann, wird es sehr schnell zu einem mässig interessanten, linearen und auch kaum überraschenden Grusler, der sehr träge vorankommt und beim besten Willen nicht packen kann. Wenigstens gibt es doch noch ein paar gelungene Dialoge, welche zum Schmunzeln anregen.

Die DVD präsentiert den Film, je nach Szene, in einer scharfen und sauberen Qualität, teilweise aber auch sehr unscharf. Das Bonusmaterial kommt ausgesprochen umfassend daher und bietet auch einen Rückblick auf die ganze Invasion of the Body Snatchers-Geschichte, die mit der neusten Version bereits dreimal verfilmt worden ist. Diese Rückblenden, wie auch die Dokumentation über den Film, fallen sehr ruhig und gut recherchiert aus und lassen auch Experten über das Thema zu Wort kommen. Sehr gute Arbeit.

3.3 Sterne 4.0 Sterne
3.3 Sterne (49 Bewertungen) | 8 Kommentare

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08.03.2008 / muri (Inhalt), db (Rating)


DVD-Infos

DVD erschienen am 22.02.2008

  • Bildformat: Widescreen 1.78:1 Anamorph
  • Sprachen: Deutsch: Dolby Digital 5.1, English: Dolby Digital 5.1
  • Untertitel: Deutsch, Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte
  • Extras: Dokumentation: "We have been Snatched Before": Die Invasion in der Geschichte der Medien, Making Of