In the Valley of Elah (2007)

In the Valley of Elah (2007)

Oder: David gegen Goliath

In the Valley of Elah

Lee Jones loves CSI

Mike, der Sohn von Ex-Militärpolizist Hank Deerfield (Tommy Lee Jones) und seiner Frau Joan (Susan Sarandon), ist soeben aus dem Irakkrieg nach New Mexico zurückgekehrt und seither spurlos verschwunden. Hank ist besessen davon, die Wahrheit über das Verbleiben seines Sohnes zu erfahren. Da die zuständigen Stellen nur mit den Schultern zucken und ihm auch Emily Sanders (Charlize Theron) von der Polizei New Mexico nicht helfen kann, macht er sich - altes Polizisten-Laster - selbst auf die Suche nach Indizien. Im Lauf der Ermittlungen stösst Hank auf immer mehr beunruhigende Fakten, die darauf hinweisen, dass Mike einem Verbrechen zum Opfer gefallen sein könnte...


Kinofilm-Rating

Seine erste Regiearbeit Crash gewann einen Oscar und es bedarf nicht übermässiger prophetischer Fähigkeiten, vorherzusagen, dass auch sein zweiter Film, In the Valley of Elah, bei der nächsten Vergabe des Goldmanns ein gewichtiges Wort mitreden dürfte. Die Rede ist von Paul Haggis, dem neuen Wunderkind Hollywoods, das sich ausser für die beiden erwähnten Filme auch für die Drehbücher von Million Dollar Baby, Flags of our Fathers oder auch Casino Royale verantwortlich zeigt.

In the Valley of Elah ist einer der ersten Filme, die den zweiten Irakkrieg aufarbeiten. Erfreulicherweise tut er dies auf unaufgeregte, differenzierte und leise Art, so dass es auch für uns Europäer, die wir auf amerikanischen Helden-Patriotismus normalerweise eher allergisch reagieren, erträglich ist. Behutsam portraitiert er eine neue Generation von jungen Soldaten, die der Krieg zu unberechenbaren Tötungsmaschinen gemacht hat. Geschickt integriert er dabei das neue Kommunikationsmittel Handy in die Story, mit dessen Hilfe der Kriegswahnsinn eine neue Authenzität erhält.

Leider weist der Film trotzdem eklatante Schwächen auf. So ufert er immer wieder in uninteressante und zähflüssige Nebenepisoden aus, die weder zur Story beitragen noch besonders ins offensichtlich beabsichtigte Mosaik passen. Solche Exkurse killen die sonst durchaus sorgfältig aufgebaute Spannung. Ein Beispiel für solch unnötiges Blähmaterial sind die langgezogenen Szenen, in denen grübelnde Menschen mit ungeheuer bedeutungschwangerem Blick einen Punkt irgendwo in der Ferne fixieren und vor sich hinsinnieren. Das ganze wird, wie wir es schon von Crash kennen, unterlegt mit nervtötend esoterischer New-Age-Klimpermusik, die wohl eine Nachdenklichkeit suggerieren soll, die sich aber nicht richtig einstellt.

Auch die Rolle von Charlize Theron hinterlässt einen zweischneidigen Eindruck. Vor allem die Szenen mit ihrem Sohn fallen in die Kategorie "rührseliger Hollywood-Gefühskitsch" und hätten getrost dem Schnitt zum Opfer fallen können. Wenn auch der Film dann neu hätte betitelt werden müssen. Überhaupt bleibt Theron in diesem Film sehr blass, und damit ist nicht nur ihr Makeup gemeint. Tommy Lee Jones, sichtlich gealtert, macht einen guten Job, während Susan Sarandon in ihrer Rolle massiv unterfordert ist und in der Mitte des Filmes verschwindet und nicht wieder auftaucht.

In the Valley of Elah ist ein Film, der es wert ist, gesehen zu haben und der für Furuore sorgen wird. Doch das Fazit fällt höchst zwiespältig aus. Wenn auch differenziert und intelligent inszeniert, gefällt sich der Film zu sehr in einer wichtigtuerischen Nachdenklichkeit, welche die Spannung vollkommen flöten gehen lässt.

4.4 Sterne
4.4 Sterne (69 Bewertungen) | 11 Kommentare

3.0 Sterne3 von 0.0-6.0
02.09.2007 / ebe