Infos zu I'm Not There (2007)
Woody (Marcus Carl Franklin) ist ein 11-jähriger schwarzer Junge, der immer auf der Flucht ist und sich mit seiner Gitarre eine musikalische Identität erschafft; Arthur (Ben Whishaw) ist ein Poet, der sich vor einer unsichtbaren Kommission über die Hintergründe und die Motivation seiner Arbeit äussert; Jack (Christian Bale) ist ein Folk-Sänger, der grosse Erfolge feiert, bevor er zum Glauben findet und evangelischer Priester wird; Robbie (Heath Ledger) ist ein attraktiver Schauspieler, ständig unterwegs, der die Malerin Claire (Charlotte Gainsbourg) heiratet und mit ihr zwei Kinder zeugt; Jude (Cate Blanchett), ist ein provokativer, androgyner Rockstar, der seine Fans ständig aufs Neue vor den Kopf stösst; Billy (Richard Gere) schliesslich ist ein in die Jahre gekommener Outlaw, der im selbstgewählten Exil abgeschieden von der Welt lebt, bis er auf einen alten Feind trifft.
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Bilder zum Film
Film-Infos
Drehort: USA 2007
Genres: Drama, Musik
Kinostart: 14.02.2008
Verleih: filmcoopi
Regie: Todd Haynes
Drehbuch: Todd Haynes, Oren Moverman
Darsteller: Christian Bale, Cate Blanchett, Marcus Carl Franklin, Richard Gere, Heath Ledger, Ben Whishaw, Charlotte Gainsbourg, Julianne Moore, Bruce Greenwood, Michelle Williams, David Cross
The Internet Movie database (IMDb)
Kommentare zum Film
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28 Kommentare
Zitat muri (2008-09-12 07:12:00)
[Editiert von El Chupanebrey am 2008-09-12 11:47:13] |
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Der beste Film bis jetzt in diesem Jahr. Hochklassische Schauspieler (Ben Wishaw kommt leider viel zu selten vor, obwohl er genauso gut ist wie die anderen Schauspieler). Der Film ist speziell, sehr poetisch und tiefgründig, eigenwillig und Cate Blanchett, Heath Ledger und Charlotte Gainsbourg sind wahre Highlights von schauspielerischer Leistungen. Auch der Auftritt von Julianne Moore ist ein Highlight, ausserordentlich amüsant, wenn man bedenkt, dass es solche Interviews wirklich gibt und man dort genauso "dumpfbackig" erzählt. |
Ich war gestern Abend im Kino und habe mir den Film nochmals angesehen. Ich muss meine Bewertung (mehr oder weniger) ändern. Ich gehe von 5,5 auf 6 rauf. I'm Not There zeigt die Eigenheiten von Dylan mit schön gefilmten Bildern und guten Geschichten. So, das habe ich so mehr oder weniger schon gesagt. Aber der Detailreichtum, der geht einem doch erst beim zweitem Mal richtig auf. Etwa die Beatles, die von ihren Fans im Hintergrund hin- und hergejagt werden, was der cartoonhaften Umsetzung der Band sehr entspricht. Ich kann mich nur wiederholen, der Film ist ein Highlight und ein Kunstwerk, das man als Dylan-Fan unbedingt gesehen haben muss. |








Ich kenne das Werk von Bob Dylan nur rudimentär, bin also kein glühender Verehrer. In dem Sinne habe ich den Film "neutral" angeguckt. Mein Eindruck ist, dass ein Kulturschaffender stolz sein darf, mit einem solchen Portrait geehrt zu werden. Zwar mag der Film etwas chaotisch wirken - es sind denn auch einige Zuschauer rausgelaufen -, doch spürt man, dass die Schauspieler und die Produzenten einer grossen Liebe und Bewunderung für Bob Dylan Ausdruck verleihen. Dies gilt nicht nur für die sechs Darsteller von Bob Dylan, sondern auch für die Nebenrollen, so beispielsweise Charlotte Gainsbourg als zeitweise Lebenspartnerin. Alles in allem ist der Film ein Gesamtkunstwerk. Ob Bob Dylan, wenn er den Film anguckt, sich darin erkennt, weiss ich nicht. Dies scheint mir aber auch zweitrangig zu sein. Im Wesentlichen zeigt der Film, wie Dritte den Künstler und seine verschiedenen menschlichen Züge wahrnehmen. Ich finde es im Übrigen auch stark von Bob Dylan, dass er, obwohl er von der Filmproduktion wusste, nicht versuchte, auf diese Einfluss zu nehmen, und dass er damit den Produzenten und Darstellern ein riesiges Vertrauen entgegen brachte. Und damit hatte er Recht.
Joan Baez: Diamonds And Rust, 1975.
Woher hast du das?
Zu deinem Text: Du bringst das Phänomen Dylan auf den Punkt!
guter Artikel, gut gemeint zumindest. Wer bei einem "faszinierendem Film" nach 90 Minuten allerdings "Arschkribbeln" kriegt, der scheint ja nicht ganz dem Faszinosum des Films erlegen zu sein. Warum eigentlich nicht? Todd Haynes ist wahrer Dylanfan. Er spürt dem kleinen Mann in seiner Lyrik nach, er schnüffelt nicht in seinem Leben. Er ist distant, er berichtet, er vergöttert nicht. Er liebt. Er liebt Dylans Lyrik. In Haynes' lebt der Mensch, der Dylan morgens, mittags, abends, nachts hört, saugt, glaubt - weil dieser nichts sagend alles sagt: "the unwashed phenomenon, the original vagabond ... who's so good with words, and at keeping things vague". Haynes spürt dem Baez'schen Verlassenheitsgefühl nach wie ein Mensch, der seine Hoffnungen in der Jugend verloren glaubt.
Ist das nicht eine wunderbare Klammer, die er mit dem wuscheligen - he's shining brightly! - Marcus Carl Franklin und dem seiner Rolle folgenden Richard Gere malt: "The Hour When the Ship Comes In". Later on it will set sails. Die kleine Welt des Robert Zimmermann, grandios ausgemalt von einem gewissen Bob Dylan. Wer verdient wen? Haynes zumindest verdient beide.
"A song will lift / As the mainsail shifts" - Der Film hätte nie enden dürfen... Haynes weiss das, und mit ihm die Menschen, die den Menschen hinter Dylan gesucht haben, vergeblich zumeist.
Haynes hat einiges vom Innenleben dieses Poeten verstanden; grandios besetzt im Aussenleben mit Julianne Moore und Charlotte Gainsbourg, deren präzise Zurückhaltung die Wirbelsäule des Films bildet.
Zehn Punkte.
Kleine Korrekturen hinzu: "Knockin' on Heaven's Door" wird eingespielt, "Blowin' In the Wind" ist ein Lied seiner Zeit, Dylan selbst erscheint im Schlussbild apodiktisch als Inkarnation von sechs Filmfiguren.
Dieser Film ist kein Biopic - dieser Film ist ein Ereignis. Dafür gilt es einem zu danken: Todd Haynes.
[Editiert von ning the man am 2008-02-06 20:59:19]
Da hast du die beste Zeit noch vor dir, wenn du neu an Dylan herangehst, erfährst und entdeckst du fast andauernd neue Dinge!
Dazu folgendes Songzitat:
"You say I'm past my prime, let me see what you got"
[Editiert von El Chupanebrey am 2008-01-31 22:24:42]
Na, ich bin jetzt aber echt kein Dylan-Fan und kenne (offensichtlich) nur die bekannten Songs. Irgendwie habe ich auch langsam genug von all diesen Biografien bei welchen ein ganzes leben in einigen Episoden erzählt wird...
Der Film hat mich augenblicklich gefangen genommen und zu beginn fühlte ich mich echt überfordert. Ich versuchte aus all diesen Darstellungen schlau zu werden was mir aber mangels Basiswissen nicht gelingen konnte. Zu verworren ist Realität und Fiktion vermischt. Als ich mich nur noch auf die Bildsprache (und die Songs) eingelassen habe wurde das Gefühl und somit der Kinospass augenblicklich besser.
Der Film ist sensationell gemacht und die Darsteller haben grosses zur Darstellung beigetragen. Ich kann nun erahnen wie vielschichtig Dylan war (und offensichtlich noch ist) und es wurde die Lust geweckt über den Film zu sprechen und mehr von den für mich unbekannten Songs zu hören.
Das Ziel des Kinobesuchs wurde erreicht und ich bin voll von Gedanken und Bildern nach Hause gefahren. Ich werde den Film zu einem späteren Zeitpunkt (mit aufgeholtem Basiswissen) sicher nochmals anschauen.
Dylanesk durch und durch: Viele Gesichter, viele Facetten, ein permanentes Mysterium, ein Chamäleon (war auch Todd Haynes' Absicht, Dylan als solches darzustellen). Oder wie Alias (Bob Dylan) in Peckinpahs Pat Garrett & Billy The Kid auf die Frage "Who are you?" antwortet: "That's an interesting question"
Passend zum Film ist auch der Liedtitel "It Ain't Me, Babe". Der Mann lässt sich auch nach 45 Jahren nicht in die Karten schauen, das Rätsel Dylan bleibt für imer ungelöst. Genau das erfasst Tood Haynes' vielschichtiger, anspielungs- und kenntnisreicher, von Faszination und Bewunderung getragener Versuch an biografischen und musikalischen Phasen und Episoden in Saint Bobs Vita.
Auch für Uneingeweihte ein cineastischer und musikalischer Genuss von A-Z.
Ausser Marcus Carl Franklin und Cate Blanchett gewinnt allerdings keiner der sechs Dylan-Darsteller wirklich eigenes Profil.
Dennoch ein sehr guter Film!
[Editiert von Harold Bissonette II am 2007-12-17 18:16:46]
Tatsächlich? Ist mir entgangen irgendwie...
Dann Asche auf mein Haupt...
Wow.
Mann.
Puh...
Tja, mir fehlen die Worte.
I'm Not There ist gelungen, und wie! Super Story, wunderbare Einzelgeschichten und eine Cate Blanchett in Hochform! Gegenüber ihr fallen die anderen fast etwas ab, einzig Richard Gere und Marcus Carl Franklin können ihr noch einigermassen das Wasser reichen.
Für einen Dylan-Fan und Kenner ist der Film wunderbar, Songs werden, auch ohne dass sie gesungen werden, zitiert (Billy reitet an ein paar Kids vorbei, unter anderem an einem, das neben einem erschossenen Pony kniet => "I met a young child beside a dead pony" aus A Hard Rain's A-Gonna Fall), dazu passende Songs und zuvor nicht veröffentlichte Versionen (Idiot Wind z.B.). Und trotz der Freiheit des Films sind essentielle Dinge vorhanden: Dylans Auftritt am Folk-Festival mit E-Gitarre (Blanchett), der Auftritt in Manchester mit Buh-Rufen (Blanchett), der Besuch bei Woody Guthrie im Krankenhaus (Franklin)...
Ein grandioser Film mit, wie von euros schon erwähnt, einer gewaltigen Hommage/Verarschung von No Direction Home und einem Haufen Anspielungen. Die Länge des Films stört eigentlich nicht besonders, einzig, dass die Spielzeit der verschiedenen Figuren zu unterschiedlich war, gibt einen minimalen Abzug.
Trotzdem: Ein echtes Meisterwerk von Todd Haynes!
5,5
Ein wichtiger Aufrundungspunkt ist die ganze Geschichte um Mr. Jones und das Buch Tarantula, das Dylan wirklich geschrieben hat (steht bei mir im Bücherregal!).
@ ebe & henker
Marcus Carl Franklin hat When The Ship Comes In alleine und Tombstone Blues mit Kollegen gesungen.
@ ebe
Knockin' On Heaven's Door kam ja noch im Abspann vor.
[Editiert von El Chupanebrey am 2009-06-12 20:57:12]
Grad gesehen, der Film verarscht Scorseses Biopic doch etwas ...
Wunderbar...
Vorfreude ist offensichtlich die schönste Freude...
Apropos freuen, geniess doch noch ein wenig diesen einmaligen Anblick (rechte Spalte)...
Heute kamen bei uns die Pressenotitzen in den Briefkasten geflattert. Interessant! Wenn man dem Büchlein Glauben schenken darf, dann haben die sechs Hauptdarsteller grösstenteils unabhängig voneinander gearbeitet. Und die Lieblings-Dylan-Stücke der Fab Six (
):
Christian Bale: Pressing On (Saved)
Cate Blanchett: kann sich nicht so richtig entscheiden:
- It's Alright, Ma (I'm Only Bleeding) (Bringing It All Back Home)
- Don't Think Twice, It's All Right (The Freewheelin' Bob Dylan)
- Marcus Carl Franklin: Subterranean Homesick Blues (Bringing It All Back Home)
- Richard Gere: Visions of Johanna (Blonde on Blonde)
- Heath Ledger: Da war kein Kurzinterview drin...
- Ben Whishaw: Romance in Durango (Desire)
Und heute im deutschen ('Tschuldigung!) Wikipedia noch was gefunden:
Na den kannst du ja auch jetzt schon in High-Definition schauen... Ist doch auch nicht schlecht oder?
So do I! Ich kann den Film echt kaum erwarten, ich denk mir jetzt schon jedesmal im Kino: "Wann bringen die endlich den Trailer?!"
Das Poster brauch ich unbedingt!
Hmmmm, "I'm not there" vielleicht...?!
Nee, sonst kann man eigentlich nicht sagen, dass ein Song herausragend wichtig ist. Ballad of a thin man nimmt aber schon eine ziemlich wichtige Rolle ein. Und ja, es hat einen Zusammenhang mit dem Mr. Jones im Film.
Der Junge (Marcus Carl Franklin) hat seine Songs glaube ich selbst gesungen. Und ich meine, auch Christian Bale hat ein Lied selbst performt. Könnte mich aber irren.
Dass Ballad of a Thin Man vorkommt muss ja fast sein. Oder ist die Figur Mr. Jones etwa nicht der Jones aus dem Lied?
Gibt es denn einen Song, der im Film extrem wichtig ist oder von einem der Schauspieler selbst gesungen wird?
[Editiert von henker am 2007-09-07 18:02:42]
"Blowing in the Wind" ist schuld, dass ich während vieler Jahre ein völlig falsches Dylan-Bild hatte. Ich habe mir immer so einen Hippie-Weltverbesserer vorgestellt, der mit seiner Mundharmonika durch die Welt zieht und Protestsongs singt. Und das Lied selbst habe ich auch schon als Kind gehasst, weil ich das in der Primarschule singen musste, bis es mir zum Hals heraushing... Deshalb bin ich erfreut, dass es im Film nicht vorkommt...
Like a Rolling Stone läuft beim Abspann, Ballad of a Thin Man kommt auch vor. Visions of Johanna bin ich mir grad nicht mehr sicher...
Ich find die Bezeichnungen "nervend" und "Liedchen" zwar auch nicht ganz angebracht, dennoch muss ich zugeben (zu meiner Schande?), dass ich bezüglich Blowin' In The Wind Bob Dylans Meinung aus No Direction Home teile:
"You know, I just wrote that song, man. It's just a song!"
Mach mal halblang!

Nein, sonst super Kritik und ich freue mich wahnsinnig auf diesen Dylan Film. Überall wird jedoch nur Blanchett erwähnt, ich hoffe die anderen Darsteller sind genauso gut. Hoffentlich kommen im Film die Songs Like a Rolling Stone, Ballad of a Thin Man und Visions of Johanna vor!