I was a Swiss Banker (2007)
I was a Swiss Banker (2007)
Oder: ...und dann wurde ich Märchenprinz
Roger Caviezel (Beat Marti) ist jung, gutaussehend und ein Banker. Als solcher schmuggelt er das Schwarzgeld seiner Kunden über die Grenzen. Als er eines Tages von einem Zöllner kontrolliert wird und der Schmuggel aufzufliegen droht, verliert er die Nerven und drückt aufs Gaspedal. Auf der Flucht vor den Zöllnern rettet er sich mit einem Sprung in den Bodensee, ausgerüstet nur mit Hemd, Unterhosen - und seiner Tasche voller Schwarzgeld.
Im Wasser eingetaucht, treibt es Roger in eine neue, fantastische Welt fernab von Banken und Schwarzgeld. Dabei trifft er auf die Hexe Heli (Anne-Grethe Bjarup Riis), welche an seinen Fähigkeiten als Liebender zweifelt. Er schliesst mit ihr eine Wette ab: in höchstens drei Versuchen muss es ihm gelingen, seine wahre, erwiderte und langfristige Liebe zu finden. Ansonsten gehört er ihr. Roger nimmt die Wette an und ist siegesgewiss - schliesslich ist er ja kein "Pflock".
DVD-Rating
Richtig. I was a Swiss Banker war Teil der Berlinale 2007. Das wird uns nicht nur auf der Hülle zur DVD klar gemacht, sondern auch im Vorspann zum Film. Ausserdem wurde Hauptdarsteller Bruno Marti für den Schweizer Filmpreis 2008 nominiert. Er ging leer aus und auch der Film ging im Spätsommer 2007 an den nationalen Kinokassen unter. Und dennoch wird vielfach lobend über diesen Ausflug ins Träumerische geschrieben?
Die Geschichte macht von Anfang an einen guten Eindruck. Ein Bänkler (diesen Zusammenhang zum Filmtitel lässt man aber bald wieder fallen) taucht mittels Sprung in den Bodensee in eine Welt ein, in der nichts mehr so scheint wie vorher. Er trifft auf eine spitze Hexe (die gern mal unters Höschen lugt) und muss die ewige Liebe finden. Das heisst in dem Fall, dass sich Bruno Marti durch einen grossen Teil des Films pimpert und auch mal nackig einer Dame nachrennen darf.
Zwischen diesen teilweise doch recht langatmigen Szenen versucht Regisseur und Drehbuchautor Thomas Imbach immer wieder, den Film mit schönen Landschaftsaufnahmen, Unterwasserszenen und skurrilen Momenten aufzupeppen. Das hinterlässt zwar beim künstlerisch anspruchsvollen Publikum einen schönen Eindruck, tut dem Film aber nicht besonders gut, denn es hemmt die Geschichte und lässt keinen schönen Fluss entstehen.
Bruno Marti, der damals in Fascht e Familie den leider verstorbenen Martin Schenkel "ersetzen" musste, macht seine Sache in diesem modernen Märchen nicht schlecht. Sein Fehler ist es sicher nicht, dass die Geschichte nicht vollständig überzeugen mag und die Begegnungen mit den Frauen teilweise richtig langweilig sind.
Fazit: Schlecht ist er nicht, dieser I was a Swiss Banker, aber für einen grösseren Erfolg hätte die Story ein bisschen mehr Zug und Spannung benötigt. Die schönen Bilder vom Bodensee und Umgebung sind gelungen und wer sich auf dieses Abenteuer einlassen mag, der bekommt einen "etwas anderen" Schweizer Film zu sehen. Wer das nicht kann, dürfte bald mal etwas gelangweilt auf die Uhr gucken und sich freuen, wenn nach knapp 70 Minuten der Zauber vorüber ist.
Ein kurzer Blick hinter die Kulissen und die Interviews sind das Interessanteste am Bonusmaterial. Letzteres wurde für einen Schweizer Spartenkanal produziert und wird wohl zur DVD-Veröffentlichung auch dort unter der Rubrik "Schweizer Film" wieder zu sehen sein. Das Making-Of zeigt uns, wie der Film ins Rollen kam und was die Darsteller und Macher darüber denken. Es wurden zwei Fassungen des Films auf die DVD gepresst, die sich jeweils durch differnzierte Tonmischungen unterscheiden. Die Untertitel haben die Macher in Deutsch, Französisch und Englisch auf die Disc gepackt. Bildlich macht der Film einen guten Eindruck, auch wenn er sich gegen professioneller produzierte Kollegen nicht behaupten kann.
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3.9 Sterne (21 Bewertungen) | 0 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 29.02.2008
- Bildformat: 1:1.85 (16:9)
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Deutsch (DD 2.0)
- Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch
- Extras: Behind the Scenes, Deleted Scenes, Interviews, Trailershow



