Hostel: Part II (2007)

Hostel: Teil 2

Hostel: Part II (2007) Hostel: Teil 2

Oder: No one leaves without killing!

Hostel: Part II

Los, sei kein Schwächling...

Die amerikanischen Kunst-Studentinnen Beth Lauren German) und Whitney (Bijou Philips) verbringen ein Gastsemester an der Kunstschule in Rom. Um sich von der vielen Arbeit zu erholen beschliessen sie, eine Reise in den Osten zu machen und lassen sich dazu überreden, die Aussenseiterin Lorna (Heather Matarazzo) mitzunehmen. Auf der Zugreise erhalten sie von einer Mitstudentin den Tipp, dass man sich bei gewissen grossartigen Quellen so richtig erholen könne. Kurzerhand steigen sie in Prag um und nehmen mit der neu dazu gestossenen Kollegin Kurs in die Slowakei.

Hostel: Part II

... sie wird nirgendswo hingehen

Dort angekommen quartieren sie sich die jungen Damen in einem sehr günstigen Hotel ein und stürzen sich ins Nachtleben. Sie bemerken nichts von dem Damoklesschwert, das bereits über ihren Köpfen schwebt. Denn zwei amerikanische Geschäftsleute haben die Freundinnen über das Mafianetzwerk ersteigert, und die Foltermafia hat sich bereits an die Fersen des Frischfleisches geheftet, um sie für immer in den Folterkellern verschwinden zu lassen.

Was als harmloser und erholsamer Urlaub begonnen hat, entwickelt sich mit einem Mal zum tödlichen Kampf gegen eine gnadenlose und eiskalte Organisation, die vor nichts Halt macht und alles daran setzt, die unersättlichen Kunden mit Ofern zu versorgen.


Kinofilm-Rating

Saw und Hostel haben das Horrorgenre des neuen Jahrtausends entscheidend geprägt und sich bereits als Kultschocker etabliert. Können sich jedoch beide Serien so entwickeln, dass sie sich verbessern und von Neuem packen? Nein. Während Saw sich von Film zu Film steigert und an Dichte und Brutalität zulegt, stagniert die Hostel Serie und enttäuscht in seinem zweiten, laut Regisseur Eli Roth vorläufig letzten, Teil.

Einen kurzen Blick zurück auf Hostel: was waren die Killerkriterien? Zum Einen wirkte das viel zu lange, unerwartete Softporno-Vorspiel ungünstig platziert. Das eigentliche Foltern dauerte nur wenige Minuten. Deutlich zu kurz kam dabei auch die kranke Idee hinter den Folterkellern, was Hostel für Horrorfans zwar amüsant machte, letztendlich war es aber schlichtweg zu harmlos. Eli Roth hat dies erkannt und einige Punkte im Hinblick auf Hostel 2 verbessert: So strich er zum Beispiel das Softporno-Vorspiel und verleihte den Folterszenen mehr Gewicht. Zusätzlich gibt er viel tiefere Einblicke in die kranke Organisation hinter dem Hostel und folgt, ähnlich wie bei Cube Zero, auch den Akteuren hinter die "Kulissen".

Neben den vertieften Einblicken in das Hostel-Business hat Eli Roth ebenfalls die Folterkammern umgestaltet. Aus den dreckigen, kleinen und düsteren Kammern wurden regelrechte Arenen mit speziellen Themen. In diesen können sich die Kunden richtig austoben. Somit eröffnen sich ganz neue Foltermöglichkeiten, welche auch ausführlich gezeigt werden. Verloren geht dabei jedoch die abstossende und widerliche Aura des ersten Teils.

Kommen wir zu den negativen Punkten, bei denen so gut wie alles falsch gemacht wurde, was falsch gemacht werden konnte. Die Fehler des ersten Teils sind zwar ausgemerzt und mit den Frauen wurde auch etwas Innovation hineingebracht, doch diese Neuerungen werden weder für den Spannungsaufbau noch für den Handlungsverlauf genutzt. So folgt Hostel 2 während beinahe Dreivierteln der Spielzeit dem gleichen Muster des ersten Filmes. Wer Hostel gesehen hat wird jeden Schritt, den die drei jungen Damen machen, voraussehen. Diese bleiben übrigens gesichtslose Klischeekisten und bieten kaum mehr Charaktereigenschaften als diejenigen eines Freaks, einer reichen Tussi und einer geilen Nymphomanin. Nymphomanin? Sorry, das klingt aufregender als es ist - auf nackte Tatsachen der Hauptdarstellerinnen wartet man vergebens. Trotz eines Auftritts des slovakischen Aussenministers und von Viktor Krum aus Harry Potter, schleppt sich das Ganze eher spannungslos und träge dahin. Vieles kennt man bereits und was im ersten Teil dank düsterer Vorahnung packte, wirkt hier bloss noch wie ein lauer Aufguss.

Fazit: Hostel 2 erweitert das kranke Konzept der Folterkeller geschickt mit einem ausführlichen Blick hinter die Kulissen und begleitet dabei zwei Kunden von der Opferersteigerung bis zum Folterkeller. Dies und die um einiges länger und kränker gewordenen Folterszenen sind die grossen Plusspunkte von Hostel 2. Der Film selber enttäuscht wiederum dort, wo schon der erste Teil eher lasch ausgefallen ist: Es dauert viel zu lange, bis es endlich zur Sache geht. Während beim ersten Teil durch nackte Haut etwas Unterhaltung hineingebracht wurde und die Ungewissheit Spannung verursachte, kommt beim zweiten Streifen nur öde Langeweile auf. Schade um einen Film mit viel Potential. Mit etwas mehr Zeit für Story und Drehbuch hätte man einiges mehr herausholen können.

2.7 Sterne
2.7 Sterne (59 Bewertungen) | 43 Kommentare

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05.08.2007 / db