Hitman (2007)
Hitman - Jeder stirbt alleine
Hitman (2007) Hitman - Jeder stirbt alleine
Oder: Der Killer und die heisse Biene
Agent 47 (Timothy Olyphant) ist eine perfekt herangezüchtete menschliche Tötungsmaschine. Ausgerüstet ist er neben seinem ansehnlichen Waffenarsenal mit einem Laptop, mit dem er von einer Dame namens Diana seine Befehle empfängt. Sein aktueller Auftrag: Er soll den russischen Präsidenten Beliacoff (Ulrich Thomsen) um die Ecke bringen. In gewohnter Perfektion erledigt er seine Aufgabe. Doch zu seinem Erstaunen taucht Beliacoff kurze Zeit später wieder im TV auf - offenbar nur leicht verletzt. Hat 47 etwa daneben geschossen? Unmöglich! Ehe er sich's versieht, wird 47 von allen Seiten gejagt. Trauen kann er niemandem - auch wenn sich die schöne Prostituierte Nika (Olga Kurylenko), die er unterwegs aufliest, mächtig ins Zeug legt, ihn zu verführen...
Kinofilm-Rating
Für Fans von Ego-Shootern ist der im Genlabor gezeugte Killer mit dem Strichcode auf dem Hinterkopf schon längst ein Begriff. Grundlage für Hitman ist nämlich die gleichnamige Game-Serie.
Ich mache dem Film den Gefallen, nicht gross Worte über die Story zu verlieren, denn diese ist für das Genre selbstredend völlig ohne Interesse. Statt dessen soll ein Augenmerk auf die viel wichtigere Action gerichtet werden. Also, wir hätten da: einmal eine fette Schiesserei mit Maschinengewehren, einmal einen zackigen Schwertfight und einmal eine allerdings recht schmalspurig geratene Kampfsport-Einlage.
Als Höhepunkte vermögen diese Szenen nicht richtig zu bestehen, ist man sich vom zeitgenössischen Actionkino doch Spektakuläreres gewohnt. Da sticht die Nacktszene der obligatorischen "heissen Schnitte", gespielt vom russischen Model Olga Kurylenko, schon mehr ins Auge. Sexy ist sie ja, die Frau. Es sei an dieser Stelle allerdings eindringlich davon abgeraten, sie dabei nachzuahmen, wie sie sich im Istanbuler Hotel fastganznackt auf dem Balkon räkelt. In einem muslimischen Land ist das nicht so ratsam, irgendwie...
Was bietet der Rest des Casts? Da wäre in der Hauptrolle der Die Hard 4-erprobte Timothy Olyphant, der dort den Bösewicht mimte und nun selbst den Actionhelden verkörpern darf. Er erledigt dies mit dauercoolem Blick, so wie man das von seiner Rolle erwarten darf. Zudem gibts ein Wiedersehen mit Ulrich Thomsen, dem Kuchen backenden Neonazi aus Adam's Apples. Dabei kommt die Frage auf, wie sich ein verdienter Charakterdarsteller, der auch schon in Dogma-Filmen mitgespielt hat, ins Genre des Actionkrachers verirrt. Etwas verloren wirkt er jedenfalls im neuen Umfeld.
Gemessen an den Ansprüchen bietet Hitman solides Actionkino. Für Fans des Genres und des Games ist das ok. Ich meinerseits grüble aber noch darüber nach, wo denn die "beeindruckenden Stil-Elemente" und die "ganz neue Ästhetik" sind, mit denen der Film "neue Standards im Actionkino" setzt, wie die deutsche Homepage des Films wissen will. Mal immer schön bescheiden bleiben, bitte! Und sich fürs erste einfach mal damit zufrieden geben, dass der Film trotz seiner offensichtlichen Durchschnittlichkeit den Weg in die Schweizer Kinos gefunden hat.
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3.4 Sterne (83 Bewertungen) | 17 Kommentare


