Hannibal Rising (2007)

Hannibal Rising (2007)

Oder: The Backenbeisser is back!

Hannibal Rising

*hmm*, Servelat vergessen!

Wir sind im zweiten Weltkrieg. Die Russen gegen die Deutschen. In Litauen wohnt der kleine Hannibal (Aaron Thomas) mit seiner Familie und sie sind auf der Flucht. Vor den anrückenden Streitmächten verstecken sie sich in einem Haus im Wald, das aber bald auch das Ziel von Angriffen wird. Die Familie Lecter wird getötet. Mit Ausnahme von Hannibal und seiner kleinen Schwester Mischa (Helena Lia Tachovska). Doch die Besetzer des Hauses, Sympathisanten der Nazis, haben mit dem Hunger zu kämpfen. Entweder sie essen etwas oder sie werden unweigerlich verhungern und erfrieren. Sie entscheiden sich fürs Erste und nehmen sich Hannibals Schwester vor.

Jahre später, Hannibal ist inzwischen in einem Erziehungsheim untergebracht, gelingt ihm (jetzt von Gaspard Ulliel gemimt) die Flucht und der Junge macht sich auch den Weg nach Frankreich, wo er einen Onkel vermutet. Dieser ist jedoch verstorben und hinterlässt ein Haus und eine schöne Witwe, Lady Murasaki (Li Gong). Sie nimmt den jungen Hannibal auf, päppelt ihn fit, lehrt in die Kunst des Samurai-Schwertkampfs und schickt ihn auf eine Doktorenschule, wo er an Leichen rumschnippeln kann.

Hannibal Rising

Glatt wie ein Babypopo

Tief in Hannibals Seele ist jedoch etwas kaputt gegangen. Damals im eisigen Winter, als seine Schwester verspeist wurde. Er träumt jede Nacht von dieser Zeit, wacht schweissgebadet auf und weiss, dass er die damaligen Peiniger und Mörder zur Rechenschaft ziehen muss. Als er bei einem Besuch in seinem alten Heim die Marken der Männer findet, bekommen die Gesichter aus seinen Träumen auch Namen. Er macht sich daran, seine Schwester zu rächen. Und das auf ganz brutale Weise, die man von Hannibal nicht anders erwarten kann.


DVD-Rating

Die Jugendjahre eines Killers birgen Zündstoff: wie ist Hannibal Lecter zum kannibalischen Killer geworden? Durchaus interessant, die Ausgangslage. Leider, leider verpufft das Ganze aber zu Beginn mit einer arg überzogenen, langweilig klischeehaften Einführung im Litauen des 2. Weltkriegs und kommt erst mühsam ab Mitte des Films wieder in Gang. Immerhin, es kommt noch einigermassen in Gang.

An die Intensität und die darstellerischen Feinheiten eines Silence of the Lambs kommt Hannibal Rising freilich nie heran, zu oft verfällt er in eine simple Rachestory mit mehr oder weniger ausgeklügelten Mordideen. Das Spiel von Gaspard Ulliel als Jung-Hannibal schwankt zwischen wirklich gelungen und aufdringlich, die Nebengeschichte mit Li Gong nimmt zu oft Tempo heraus - ich frage mich übrigens, wo Hannibal senior seine japanischen Kampfkünste in späteren Filmen gelassen hat...!

Handwerklich gibt es am Film nichts auszusetzen, aber war es nötig eine Vorgeschichte zu Hannibal Lecter auf die Leinwand zu bringen? Im Nachhinein kaum, auch wenn uns alle irgendwie interessiert wie unser Lieblingskannibale zum bissigen Monster wurde. Es hätte also durchaus reizvoll sein können. Leider schafft es Hannibal Rising nicht, trotz Drehbuch von Autor Thomas Harris, die Franchise erfolgreich zu ergänzen. Es bleibt bei einer grandiosen, unerreichten Verfilmung: (Silence of the Lambs).

Extras: Wiedermal gar nichts, null, nada auf der simpel normalen DVD. Bildlich ist die Sache gut ausgefallen, sauberer, scharfer Transfer, auch die absichtlich reduzierten Farben kommen gut rüber. Gefallen hat mir die Aufteilung der Tonspur über die Surround-Boxen. Da wurde nicht geklotzt sondern fein gepinselt. So ist ein Motorrad, das "von hinten links" ins Bild fährt, auch als solches wahrzunehmen und geht nicht in einem ganzen Getummel an Toneffekten unter. Auch die Musik wurde passend über die Boxen verteilt und schafft eine wohlig-schaurige Atmosphäre.

3.0 Sterne 3.0 Sterne
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18.09.2007 / muri (Inhalt), pb (Rating)


DVD-Infos

DVD erschienen am 03.09.2007

  • Bildformat: 2.35:1 anamorph
  • Sprachen: Deutsch, Englisch (DD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch, Englisch
  • Extras: -