Halloween (2007)
Halloween (2007)
Oder: Its the Boogeyman!
Der kleine Michael Myers (Daeg Ferch) lebt mit seiner Mutter (Sherri Moon), deren stets betrunkenem Freund (William Forsythe) und seinen beiden Schwestern in einem kleinen Ort namens Haddonfield. Der Feiertag "Halloween" steht vor der Tür und die Kids werden auch dieses Jahr wieder von Tür zu Tür laufen und nach Süssem verlangen.
Michael ist ein Aussenseiter geworden. Er foltert seine Haustiere, wird in der Schule verprügelt und scheint niemanden zu haben, der sich die Zeit nimmt, um sich um ihn zu kümmern. Als seine Mutter einmal mehr wegen seines Verhaltens zum Schuldirektor muss, trifft auch Psychologe Dr. Samuel Loomis (Malcolm McDowell) ein, der sich gerne des Jungens annehmen würde. Dieser jedoch kriegt das Gespräch mit und lauert auf dem Heimweg einem seiner Schulpeiniger auf. Dieses Treffen verläuft tödlich für das bedauernswerte Grossmaul und Michael, der sich bei solchen Taten gerne hinter einer Clownmaske versteckt, hat den ersten Schritt auf dem Weg zum absolut Bösen gemacht.
Weitere folgen. Denn an Halloween löscht Michael seine Familie aus. Der Freund der Mutter wird gekillt, die ältere Schwester in einer Sexpause mit ihrem Freund abgestochen. Der Freund selber muss auch dran glauben und nur die Mutter und das Baby der Familie, die kleine Laurie, überleben das Massaker.
Michael wird in eine psychologische Anstalt eingeliefert, wo er unter der Aufsicht von Dr. Loomis heilen soll. Doch als er auch dort einer Krankenschwester die Kehle durchschneidet, ist selbst der Doktor mit dem Latein am Ende. Man einigt sich darauf, Michael bis an sein Lebensende in Einzelhaft zu stecken, damit er der Gesellschaft keinen Schaden mehr zufügen kann.
16 Jahre später ist Michael (jetzt dargestellt von Tyler Mane) ein Ungetüm von einem Mann geworden. Er sitzt noch immer in seiner Zelle, spricht seit Jahren kein Wort mehr und wartet. Wartet auf die Möglichkeit, die ihm heute Abend geboten wird. Denn als die neuen Wächter in seiner Zelle eine Patientin vergewaltigen, schlägt Michael zu. Er entledigt sich dieser Personen und macht sich auf den Weg zurück nach Haddonfield. Nachdem er seine gruslige Maske ausgegraben und das lange Messer parat gemacht hat, solls der einzigen Überlebenden von damals an den Kragen gehen. Schwester Laurie. Und alle, die sich ihm in den Weg stellen, sind des Todes.
Kinofilm-Rating
1978 brachte John Carpenter eine düstere Vision eines unbarmherzigen Killers in die Kinos, der ohne Worte die Leute am Laufband meuchelt und dazu eine Maske trägt, die jahrelang ein Renner in den Kostümgeschäften war und natürlich noch immer ist. Inzwischen sind sieben weitere Teile dieser Figur in die Kinos gekommen. Selten war ein Guter dabei und trotzdem machte sich Rob Zombie (The Devils Rejects) auf, ein Remake dieses Klassikers zu drehen. Offiziell ists der neunte Teil, aber natürlich gilt diese Fassung als (kommerziell vielversprechender) Neustart der Serie, die in den letzten Jahren doch sehr verkommen ist.
Wer nun aber glaubt, Rob Zombies Halloween würde die Geschichte um Michael Myers neu erfinden, der hat sich getäuscht. Das muss aber nicht unbedingt Negativ aufgefasst werden. Denn Rob Zombie lässt der Figur des Michael Myers enorm viel Zeit zur Entwicklung. Die ersten 45 Minuten sind ganz alleine den Kinderjahren gewidmet, in denen sich der Balg in Richtung Damian (Das Omen) entwickelt. Überzeugend dargestellt vom jungen Daeg Faerch, der mit seinem starren Blick und den zotteligen Haaren bereits in dieser Form für Gänsehaut sorgt.
Malcolm McDowell mischelt ebenfalls stark mit und fällt nicht nur durch seine "junge" Frisur auf, sondern verleiht seinem Charakter Tiefe und Persönlichkeit. Man nimmt es ihm ab, dass er sich während Jahren mehrheitlich um Michael Myers gekümmert hat und dabei das eigentliche Leben an ihm vorbei gezogen ist. In Nebenrollen haben die Ehefrau des Regisseurs, Sherri Moon, als strippende Mutti, Danny Trejo als freundschaftlicher Putzmann oder Brad Dourif (Lord of the Rings) als Sheriff mit Schnauz schön unter Kontrolle. Sie passen sich hervorragend der Stimmung des Films an und holen auch aus den kleinsten Rollen das Maximum raus.
Der eigenliche Hauptdarsteller ist ja aber Tyler Mane. Der Riese aus X-Men zeigt zwar sein Gesicht nicht (wenn er mal die Maske abnimmt, hats zu viele Haare, um was zu erkennen), strahlt aber dennoch eine Urgewalt aus. Genau das ist es dann auch, was seine Figur von der Klassischen etwas unterscheidet. Der "neue" Myers geht äusserst brutal vor. Und das nicht ausschliesslich mit dem Messer, sondern auch mit den Händen. Da wird ein Truckfahrer auf der Toilette solange gegen die Wand geschlagen, bis diese bricht. Ein Urviech, dieser Schauspieler, der Michael Myers schon alleine durch seine Grösse und Kraft zur absoluten Bedrohung erscheinen lässt.
Fazit: Rob Zombies Halloween hat inhaltlich sicherlich nicht viel Neues zu bieten und nimmt mehr als einmal direkten Bezug auf das Original. Ausserdem hats ein paar zu schnell geschnittene Szenen, die richtiggehend nach Kopfweh schreien. Nichts desto Trotz darf sich der Film das Recht herausnehmen, zu den besseren Verfilmungen des Themas zu zählen. Brutal, schockierend und vor allem in der ersten Hälfte (die mit dem Kind) sehr interessant. Nachher flachts halt in Richtung Slasher von der Stange ab, aber immerhin sträubt sich das Nackenhaar mehr als einmal. Ans Original kommt er aber nicht heran.
![]()
3.7 Sterne (43 Bewertungen) | 8 Kommentare




