Hallam Foe (2007)

Hallam Foe: This Is My Story

Hallam Foe (2007) Hallam Foe: This Is My Story

Oder: Ich sehe was, was du nicht siehst

Hallam Foe

Anuk - The Sequel

Der Bonzensohn Hallam Foe (Jamie Bell) hat nach dem angeblichen Selbstmord seiner Mutter ein leicht gestörtes Verhältnis zum Vater und der Stiefmutter (Claire Forlani). Er vermutet einen Mord und eine Intrige - und er sucht nach Beweisen. Zum Trotz haust er in seinem Baumhaus und kommt gelegentlich auch mal mit einem ausgestopften Dachs auf dem Kopf zu Tisch. Nachdem die Schwester ins Auslandsjahr abgedüst ist und ihn die Stiefmamma zu einem Quicky verführt hat, bleibt ihm nur noch die Flucht nach Edinburgh.

In der Grossstadt trifft der kauzige junge Mann auf Kate (Sophia Myles), eine Personalfachfrau eines Hotels, die seiner Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Er heuert in ihrer Luxusabsteige als Küchenhilfe an und verbringt seine Freizeit als Spanner: mit der blonden Chefin als Lieblingsopfer. Aus Hallams oedipaler Fantasie wird aber bald Wirklichkeit...


DVD-Rating

Sigmund Freud hätte sicher seine Freude an dem schon fast ödipalen Drama des Hallam Foe gehabt. Der etwas merkwürdige Teenager, der seine Stiefmutter aufs Blut hasst und versucht, bei einer Frau zu landen, die seiner verstorbenen Mutter gleicht, das verspricht unterhaltsam zu werden. Und tatsächlich nimmt uns die Geschichte zwar nicht gerade auf einen wilden, dafür um einen umso verrückteren Trip nach Edinburgh mit. Vielleicht mag diese "mein Schwarm sieht aus wie meine Mutter und ich spannere ihr nach" nicht unbedingt jedermanns Sache sein, lustig ist es aber allemal. Man empfindet auch immer wieder Mitgefühl mit Hallam, wenn man ihn auf seinem Weg begleitet, um seine Trauer zu überwinden.

Besonders hervorgehoben wird in anderen Kritiken der Soundtrack, der komplett von Bands des Franz Ferdinand-Labels Domino stammt und auf der Berlinale mit dem Silbernen Bären geehrt wurde. Ohne das zu wissen, ist mir die Musik ebenfalls sehr positiv aufgefallen. Sie hat diesen Preis eindeutig verdient. Nicht unerwähnt bleiben soll auch der lustige Animationsfilm am Anfang des Filmes. Ein kleiner Vogel schlüpft aus dem Ei, stiftet allgemein Unruhe und kehrt dann in sein Nest zurück, wo er sich auch gleich wieder in sein Ei setzt und den Deckel zumacht. Das lässt Schlimmes ahnen, doch Hallam wird sich zum Glück am Ende nicht so verhalten.

Das Bonusmaterial ist sehr spärlich ausgefallen. Ein Trailer, kurze Bilder von der Fotosession an den Internationalen Filmfestspielen Berlin und Interviews mit den Hauptdarstellern und dem Regisseur scheinen mir dann doch etwas mager.

Fazit: Ein Film der Spass macht über eine Zeit, die man doch gerne hinter sich lässt.

4.6 Sterne 2.2 Sterne
4.6 Sterne (28 Bewertungen) | 0 Kommentare

44
22.04.2008 / rm (Inhalt), nwe (Rating)


DVD-Infos

DVD erschienen am 06.03.2008

  • Bildformat: 16:9
  • Sprachen: Englisch (DD 2.0 / 5.1), Deutsch (5.1)
  • Untertitel: Deutsch, Französisch
  • Extras: Trailer, Interviews, Photocall