Haïti Chérie (2007)
Haïti Chérie (2007)
Oder: Vom Regen in die Traufe
Jean-Baptiste und Magdaleine leben in der Dominikanischen Republik und arbeiten auf einer Plantage. Die Arbeit dort ist hart und Ausbeutung liegt an der Tagesordnung. Beide sind aus Haïti geflohen, weil ihre Familien von der Miliz umgebracht wurden und haben sich auf der Zuckerrohrplantage kennen und lieben gelernt.
Als ihr gemeinsames Baby am Hungertod stirbt und Magdaleine kurz darauf beinahe von einem Wächter missbraucht wird, entschliessen sich die Zwei, dennoch in ihr altes Heimatland zu fliehen. Gemeinsam mit dem 14-jährigen Pierre, einem familienlosen Jungen, bitten sie den militanten Arzt Ernesto um Hilfe. Es beginnt eine gefährliche und ungewisse Reise, die von einem unsicheren Ort zum nächsten führt.
Kinofilm-Rating
Was als erstes negativ auffällt und am meisten stört, ist der Ton. Er ist schlecht gefiltert und die abertausenden von Nebengeräuschen viel lauter als die Dialoge der Menschen selbst. Zwar kommt der Film häufig allein mit diesen Hintergrundgeräuschen und dem Ambiente das er vermittelt aus, trotzdem hätte eine bessere Tonspurmischung nicht geschadet. Auch die musikalische Untermalung ist oftmals falsch getroffen und bricht mit der Dramaturgie. Während der versuchten Vergewaltigungsszene beispielsweise, spielt im Hintergrund eine liebliche, sanfte Musik, die so gar nicht zu den rauen Szenen auf dem Bildschirm passt.
Genauso ist die Wahl der Einstellungen nicht immer optimal. In einigen Szenen werden zu viele Close Ups aufeinander geschnitten, so dass man den Überblick über die Situation als Ganzes verliert (z.B in der Kampfszene zwischen Pierre und dem Wächter). Gut getroffen ist hingegen die zweideutige Gefühlssituation zwischen Pierre und Magdaleine, die sich nach dem Verlust ihres Babys als eine Art Ersatzmutter aufspielt und ihre Fürsorge auf Pierre umprojiziert.
Rund um die ganze Babygeschichte ist allerdings ein grosses Fragezeichen zu setzen. Es wird nämlich behauptet, dass der Säugling vor Hunger gestorben ist, trotzdem sieht man die Charaktere während des ganzen Films immer wieder etwas essen (Bananen, Reis, Fisch). Dies macht den Hungertod ein wenig unglaubwürdig.
Zusammengefasst kann man den Film als eine typische Eingeborenengeschichte bezeichnen. Rund um den Hauptstrang werden Szenen aus dem Alltag der Plantagemenschen gezeigt - teilweise sehr gewöhnungsbedürftig - und mit Eingeborenenmusik untermalt. Vergleiche mit anderen Entwicklungsgesellschaften wie in Apocalypto oder Blood Diamond drängen sich zwangsweise auf.
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