Grindhouse - Death Proof (2007)
Grindhouse - Death Proof (2007)
Oder: Kein Fall für die Vollkasko
Jungle Julia (Sydney Tamiia Poitier) ist wohl Austins heissester Disc Jockey. Mit ihren zwei Freundinnen Shanna (Jordan Ladd) und Arlene (Vanessa Ferlito) zieht sie eines Abends für eine Saufnacht los, um wieder einmal richtig auf den Putz zu hauen. Doch sie werden auf Schritt und Tritt beobachtet, und zwar von Stuntman Mike (Kurt Russell). Mike ist ein verschlagener Typ mit einer Monsternarbe im Gesicht, der wie ein Irrer mit seiner aufgemotzten Karre durch die Gegend rast.
Als der Trupp in der Bar Namens Texas Chili Parlor eintrifft, geht das Saufgelage gleich los. Auch Stuntman Mike klebt sich an den Tresen, und kommt ins Gespräch mit der heissen Blondine Pam (Rose McGowan). Pam will nach Hause, und Mike verspricht, sie heimzubringen, aber erst, wenn ihm danach ist. Und dies ist natürlich genau dann, als die Mädchentruppe ebenfalls den Heimweg antritt. Mike setzt sich mit Pam also in seinen Muscle Car, dessen Fahrerkabine so abgesichert ist, dass man jeden Unfall überlebt. Danach folgt ein Stunt: Frontalcrash mit dem Auto der Mädels.
Monate später, Stuntman Mike ist wieder fit, und sucht sich seine nächsten Opfer aus. Dieses Mal sind es die Bad Girls Abernathy (Rosario Dawson), Kim (Tracie Thoms) und Zoë (Zoë Bell), sowie Jungmodel Lee (Mary Elizabeth Winstead). Zoë und Kim sind Stuntwomen. Und weil das Leben ja sonst so langweilig ist, muss natürlich ein Autostunt ausprobiert werden. Wenn das nicht gefundenes Fressen für Stuntman Mike ist, der schon ganz aufgeregt im Gebüsch lauert...
DVD-Rating
Oh, Quentin, oh, Quentin. Er ist ein eigenwilliger Regisseur, dieser Quentin Tarantino, aber manchmal übertreibt er es einfach. So im Falle von Death Proof. Wir wissen es, Tarantino sucht gerne Referenzen bei anderen Filmen und er macht fast nichts so gerne wie Injokes zu setzen, die sich auf seine eigenen Filme beziehen (seine Fans werden jubeln und jauchzen). Das war sicher zu Beginn originell, aber es kann auch mal ermüdend wirken. Im Fall von Death Proof bekommt man mehr und mehr das Gefühl, das Tarantino sein grösster Fan ist, der nur das macht, was ihm und seiner Gefolgschaft gefällt. Seine Dialoge und Sprüche in Pulp Fiction sind legendär und gehören wohl zu den Meistzitierten in der Filmgeschichte. Aber sich dann immer selber übertreffen zu wollen, mündet irgendwann in eine unangenehme Selbstverliebheit.
Death Proof beginnt extrem lahm, mit viel Geplappere von vier mitteilungsbedürftigen Girls, so dass der Unwissende, der sich inhaltsmässig zuvor nicht schlau gemacht hat (wie ich), sich spätestens nach 20 Minuten fragt, wo das eigentlich hinführen soll. Da weidet man sich dann eher an der wunderbar getroffenen Grindhouse-Qualität, mit miserablen Schnitten und Anschlüssen, Tonfehlern und der saumässigen Bildqualität mit ihren absichtlich eingefügten Artefakten. Man kann sich nur zu gut vorstellen, wie die Kinovorführer von verärgerten Kinogängern belagert wurden.
Dort, wo Tarantino dann endlich dieses öde Dialog Hin- und Herschmeissen von mehr oder minder begabten Darstellerinnen durchbricht, nämlich dann wenn Stuntman Mike sein wahres Ich zeigt, hat Death Proof seine besten Momente. Verdammt intensive, kurze Minuten, brutal und völlig unerwartet. Nur um kurz danach (nach dem Auftauchen von Junior und Pa...) wieder in mittelmässiges Geplappere von einer neuen Girlierunde abzuflachen. Die sind dann für Insider ein wenig interessanter, weil noch selbstbezogener gestaltet. Erst als Zoë ihr Traumauto, einen Dodge Challenger, findet, kommt das Ganze wieder in Fahrt. Höllische Stunts (nix CGI!) erfreuen das Actionherz.
Schlussendlich bleibt aber mehr Skepsis übrig, Tarantino mag sich selber zu sehr und setzt das andauernd und aufdringlich in Szene, als dass man seinen Film mögen möchte (und die Auswahl von Quentins Lieblingssongs in seinen Filmen geht einem langsam aber sicher sowieso auf den Kecks - ja, wir wissen dass er eine tolle Plattensammlung hat und ja, es ist sehr neu und anders, alte Songs in Filme zu setzen und Schauspieler diese auch noch mitjaulen zu lassen). Wiederholtes Sehen kann möglicherweise noch mehr Injoke-Feinheiten aufdecken, aber ganz ehrlich: den Film mag ich mit Ausnahme einiger Sequenzen so schnell nicht wieder sehen.
Extras: Die Doppel-DVD-Edition hält, na logo, zwei DVDs bereit. Auf Scheibe Eins den Film, auf Scheibe Zwei das Bonusmaterial, wo viel Hutziehen getätigt wird. Mengenmässig relativ üppig, mir fehlten aber ein paar interessante Aspekte in Sachen Filmreferenzen, eine hübsche kleine Doku zum Thema Grindhouse und Autofilme der Siebziger.
Bei Bild und Ton muss man vor allem in der ersten Hälfte Abstriche machen, der schmudelige Look ist jedoch wie erwähnt natürlich völlig beabsichtigt.
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3.9 Sterne (135 Bewertungen) | 18 Kommentare
DVD-Infos
Collector's Edition, erschienen am 31.12.2007
- Bildformat: 2.35:1
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1/DTS), Englisch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch
- Extras: Kinotrailer; Double Dare Trailer; Stunts on Wheels: Die heissen Kisten von Death Proof; Stuntfrau Zoë Bell; Quentins Mädels; Mary Elizabeth Winstead "Baby it's You"; Kurt Russell - Stuntman Mike; Die Jungs von Death Proof; Quentins beste Cutterin: Sally Menke.




