Ghost Rider (2007)

Ghost Rider (2007)

Oder: Der Weg zum Hitzkopf

Ghost Rider

Keine Trööti-Hupe dran?

Auf den Jahrmärkten ist er, zusammen mit seinem Vater, der grosse Held. Johnny Blaze ist eine junge Rampensau, springt mit seinem Töff durch Feuerringe, über Schanzen und hat immer ein Augenzwinkern für seine, meist weiblichen, Fans übrig. Sein Herz gehört aber der süssen Roxanne. Sie ist sein Alles und für das Mädel kritzt er sogar ein Herz in einen alten Baum. Nichts kann das Glück trennen. Sollte man meinen.

Papa Blaze hat Krebs. Bösartigen. Er wäre daran gestorben, würde nicht eines Nachts ein teuflischer Mann namens Mephistopheles (Easy Rider-Legende Peter Fonda) in der Garage auftauchen und Johnny einen Deal anbieten. Der Krebs geht weg, dafür kriegt der mysteriöse Mann Johnnys Seele. Und wenn er die irgendwann mal einkassieren will, dann hat Johnny zu gehorchen. Hä, was kann da schon passieren. Ein Tropfen Blut und der Vertrag ist besiegelt. Dass Papa aber am nächsten Tag bei einem Sprung stirbt, lässt den Teuflischen grinsen. Schliesslich ist Vater Blaze nicht am Krebs gestorben....

Ghost Rider

Auf dem Weg zum Morgestraich

"No Family, No Friends", heisst das Motto des jungen Johnny Blaze von nun an. Von Mephistoteles zum Neuanfang gezwungen, lässt er Roxanne im Regen stehen, verlässt die Stadt und baut sich in der Ferne ein neues Leben auf.

Jahre später. Johnny Blaze (Nicholas Cage) ist ein Teufelskerl geblieben und macht mit seinen waghalsigen Sprüngen über Autos, Footballfelder und Helikopter die Menge verrückt. Der Rubel rollt und auch wenn der Raser noch so spektakulär stürzt, er steht immer wieder auf. Als seine Jugendliebe Roxanne (Eva Mendez), sie ist inzwischen Journalistin, wieder auftaucht, fängt Blaze Feuer. Noch nicht im wörtlichen Sinn, aber zwischen den beiden funkts. Und ausgerechnet heute, dem Tag an dem die Beiden erstmals wieder miteinander dinieren wollen, taucht Mephistopheles in Blaze's Wohnung auf. Es ist Zeit, die Seele einzufordern.

Ghost Rider

Du hast Haare am Rücken!

Aus Johnny Blaze wird der Ghost Rider. Normal am Tag, des Teufels Kopfgeldjäger in der Nacht. Ausgerüstet mit flammendem Motorrad, zweckentfremdeter Kette und feurigem Aussehen, macht sich unser Held auf, die Rückkehr des Sohnes von Mephistopheles auf die Erde zu verhindern. Denn Blackheart (Wes Bentley) hat ganz eigene Pläne. Dazu braucht er einen alten Vertrag, viele verlorene Seelen und sicher keinen flammenden Totenschädel, der ihm im Weg steht.

Zu allem Überfluss erhält dieser Totenschädel auf Rädern auch noch Unterstützung. Der "Caretaker" (Sam Elliott), ein Mann der ständig auf dem Friedhof ackert, scheint viel mehr über diesen Fluch des Feuers zu wissen. Und erstaunlicherweise hat er auch noch ein zusätzliches Geheimnis, das er aber erst dann enthüllen will, "when the Time is right".


Kinofilm-Rating

Wenn Stan Lee und die Verantwortlichen des Comic-Verlages "Marvel" ihre Schatztruhe öffnen, dann springen sie heraus. Die schier unzähligen Superhelden, welche die Welt retten, spektakuläre Action garantieren, aber in ihren Rollen meist grausam unten durch müssen. Spiderman, Hulk, die Fantastic Four oder auch der Daredevil. Alle entsprangen dem Comicheft und fanden auf der grossen Leinwand ein neues, meist finanziell lohnendes, Dasein. Nun kommt die nächste Figur aus der Schatzrtruhe. Der Kopfgeldjäger des Teufels. Der Mann mit dem heissen Ofen. Er ist heisser als heiss. Er ist der Ghost Rider.

Im Gegensatz zu seinen Kollegen ist der gute Feuermann auf seinem wirklich sackcoolen Töff bei uns nicht grad so bekannt, dass jedermann wüsste, um was es denn beim Ghost Rider geht. Drum lässt sich der Film auch anfangs etwas mehr Zeit, die Geschichte von Johnny Blaze zu erzählen. Sam Elliott als Sprecher mit dunkler Stimme passt dazu hervorragend. Es funkt an allen Ecken und Enden, die Geschichte wird interessant. Ein junger Bursche verkauft seine Seele, rettet damit seinen Vater, der dann aber (Teufel sei Dank) doch stirbt und muss alles zurücklassen, was ihm lieb und teuer ist. Tönt ja tragisch. Ist es auch. Denn durch diese Tragik wird die eigentliche Geschichte erst so richtig lanciert.

Was dann folgt ist recht actionreich, teilweise erfrischend komisch (Nicholas Cage versucht seine "Kraft" einzusetzen, um eine Nadel zu desinfizieren...) und immer schön mit rockiger Musik unterlegt. Soweit so gut. Was leider kaum über den Durchschnitt kommt, ist die Basis der Geschichte. Ein Mann (Feuerkopf) muss vier böse Jungs vernichten, die ihm eh nicht gewachsen sind. Da kann noch so viel mit Special-Effects gearbeitet werden, der Ghost Rider kommt grad gar nie in die Bredouille, diese Kämpfe zu verlieren. Und das macht die Sache dann doch relativ langweilig.

Über die Spezialeffekte kann man geteilter Meinung sein. S'hat ein paar ganz schöne Szenen drin. Leider wechseln die sich mit lächerlichen Momenten ab, die (unfreiwillig?) den Zuschauer zum lachen bringen. Schön aber, dass der Film ein paar Western-Elemente beinhaltet, die in ihrer Machart irgendwie an From Dusk till Dawn erinnern.

Solide ist das Schauspiel. Nicholas Cage, seit World Trade Center und Wicker Man wieder in Frage gestellt, absolviert seinen Auftritt als heisser Supermann ganz sympathisch und passabel. Was die (Männer-)Welt jedoch an Eva Mendes findet, ist mir schleierhaft. Ausser ihrem tiefen Ausschnitt trägt sie kaum was zum Film bei. Da ist mir Peter Fonda schon lieber, der seiner teuflischen Figur sogar einen Hauch Sympathie verleihen kann. Und Sam Elliott ist sowieso der heimliche Star des Films.

Fazit: Ghost Rider ist ein solides Comicabenteuer, das besser reinkommt, als es die ersten Trailers vermuten liessen, dann aber doch einige Schwächen offenbart. Eine Fortsetzung ist wohl nur eine Frage der Zeit und wenn dann auch mal ein anständiger Gegner präsentiert wird, und nicht so eine Gruftimütze, könnte es sogar richtig cool (sorry, "heiss") werden. Für Fans der Comics ist ein Besuch des Films allerdings Pflicht.

3.2 Sterne
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16.02.2007 / muri