The Game Plan (2007)

Daddy ohne Plan

The Game Plan (2007) Daddy ohne Plan

Oder: Kleine Nervensäge vs. Muskelpaket

The Game Plan

Wir haben drum keinen Airbag

Er ist der Quarterback des Footballteams. Seine Wohnung ist vollgestopft mit Actionfiguren seiner Person, Bildern und sonstigen Gegenständen, die vorwiegend sein Gesicht zeigen. Er ist der "King" und das zeigt er auch. Joe Kingman ("The Rock" Dwayne Johnson) lebt von seinem Sport, seinen Parties und den Mädels. Ja, Joe Kingman ist auf dem Höhepunkt seiner Karriere und niemand kann ihm dieses Gefühl versauen. Bis auf Peyton (Madison Pettis).

The Game Plan

Foodfight!

Denn Peyton ist ein achtjähriges Mädchen, das eines Abends vor Kingmans Tür steht, ihn mit grossen Augen anguckt und dann einen Zettel aus der Tasche holt, der beweist, dass die Kleine die Tochter von Kingman ist. Der King und ein Kind? Das geht doch nicht! Vor allem hat er ja immer aufgepasst und von der Mutter der Kleinen ist er ja schon lange getrennt. Gut, sie kam einmal in die Wohnung zurück um ihre Sachen zu holen und dann... Ach kacke!

The Game Plan

Do you smell what the Rock is cooking?

Peyton bleibt bei ihrem Dad, der nun je länger je mehr von seinem Egotrip runterkommen muss und feststellt, dass das kleine Mädchen sein Leben total durcheinander wirbelt. Und das nicht im negativen Sinn. Sie gibt dem Star-Footballer das Gefühl von Liebe und Zusammengehörigkeit. Denn nebst all den Parties, dem Erfolg und dem Geld wars doch etwas einsam an der Spitze für Kingman. Die Kleine treibt den Brocken sogar soweit, dass er sich für deren Balletstunden interessiert und mit der dortigen Lehrerin (Roselyn Sanchez) anbändelt.

Doch nebst all den Tütüs (unter denen vor allem Bulldoge "Spike" leiden muss), den aufgepeppten und nun mit Glitzersteinchen versehenen Auszeichnungen und den Schaumbad-Schlachten steht trotzdem noch das entscheidende Footballspiel vor der Tür. Doch Joe Kingman hat inzwischen gemerkt, dass es mehr gibt als Männer in Rüstungen und einen ovalen Ball. Und trotzdem will er sich seinen Traum von der Meisterschaft erfüllen. Am besten mit Peytons Hilfe.


Kinofilm-Rating

Vor ein paar Jahren machte ein glatzköpfiger Muskelmann namens Vin Diesel mit The Pacifier seinen bis anhin letzten erfolgreichen Film. Danach kam nichts mehr gescheites und die Rolle als männliches Kindermädchen war zwar lustig, aber schadete seinem Image als knallharter Actionstar. Dwayne Johnson, der bislang in Filmen wie Doom oder Welcome to the Jungle auftrat, geht nun einen ähnlichen Weg. Zwar hat er bereits in Be Cool beweisen, dass er mehr kann als Muskeln anspannen und bös gucken, aber ein Restrisiko blieb. Bis sich The Game Plan als Kassenschlager entpuppte und dem sympathischen Muskelmann die Türe in den Hollywood-Olymp ein Stück weiter aufstiess.

Die Ähnlichkeiten zum Pacifier sind natürlich gegeben. Grosse Kerle ärgern sich mit Kids rum, werden mehr als einmal vorgeführt und sind sich nicht zu schade, auch mal richtig den Affen raus zu lassen. Dwayne Johnson, der sich langsam von seinem Alter Ego "The Rock" lösen will und auch diesen Namen immer seltener verwendet, macht das hervorragend und stets mit einem Augenzwinkern im Gesicht. Seine sympathische Art und sein Charme lassen ihn selbst in den vermeintlich peinlichsten Szenen (Ballet-Unterricht...) glaubwürdig und vor allem richtig lustig rüberkommen. Ein schmaler Weg ists, den der Mann aus Walking Tall aber stilsicher meistert.

Das Zusammenspiel des Hauptdarstellers mit der kleinen und herzigen Madison Pettis entpuppt sich ebenfalls als sehr gelungen und der Zuschauer sieht den Beiden ihren Spass jederzeit an. Unterstützt werden sie von einer schönen Roselyn Sanchez (Edison, Rush Hour 2), die zwar nicht viel zu tun hat, dies aber anständig hinter sich bringt. Dazu kommen Kingmans Football-Kollegen, die ebenfalls für den einen oder anderen Lacher gut sind.

Tönt jetzt alles nach einer perfekten Familienkomödie, nicht? Leider muss The Game Plan gegen Ende des Films noch ein paar Abstriche zugestehen. Denn der Witz, das Tempo und die Sympathie des Anfangs und Mittelteils werden gegen den Schluss verschenkt und der Film steuert in die Richtung einer 08/15-Familiengeschichte, in der jeder Topf seinen Deckel findet und das unausweichliche Happy-End mit grossen und langwierigen Schritten auf den Zuschauer zukommt. Das gibt leider Abzug.

Fazit: Trotz des Disney-typischen Schlusses kann The Game Plan über grosse Strecken des Films überzeugen. Getragen von einem richtig guten Hauptdarsteller-Duo zünden die (meist) familienfreundlichen Spässe in schöner Regelmässigkeit und ausserdem wird für einen Film mit einem Quarterback in der Hauptrolle erfreulich wenig Football gezeigt. Schlussendlich ists eine richtig gute Komödie geworden, die man sich ohne Skrupel mit der ganzen Familie angucken kann.

3.8 Sterne
3.8 Sterne (25 Bewertungen) | 2 Kommentare

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05.03.2008 / muri