Fred Claus (2007)
Die Gebrüder Weihnachtsmann
Fred Claus (2007) Die Gebrüder Weihnachtsmann
Oder: Santi Niggi Näggi
Vor langer, langer Zeit, da wurde Fred Claus ein kleiner Bruder geboren. Der trug den Namen Nicholas, war rund und gesund und fortan der Augapfel von Mama Claus (Kathy Bates). Die Güte in Person wurde er gross und ein Heiliger, nämlich Santa Claus (Paul Giamatti). Fred (Vince Vaughn) dagegen ist wahrlich kein Heiliger sondern das Schwarze Schaf in der Familie. Mit dem Claus-Clan wollte er nichts mehr zu tun haben und zog nach Chicago.
In der Adventszeit wirbt er den "offiziellen" Santas Spenden ab, vergisst den Geburtstag seiner Freundin (Rachel Weisz) und landet im Knast. Wohl oder übel muss er den kleinen Bruder um eine Spende für die Kaution bitten. Der bezahlt zwar, weil er aber selber in der Tinte sitzt, muss Fred sich revanchieren. Mit Santas Geschenkeauslieferungseffizienz hapert es nämlich und der "Effektivitätsexperte" Clyde Northcutt (Kevin Spacey) steht auch schon vor der Tür und will den Weihnachtsmannbetrieb an den Südpol outsourcen, wenn nicht alle Geschenke rechtzeitig bei den Kindern ankommen.
Fred wird vom Elfen Willie (John Michael Higgins) per Rentierschlitten an den Nordpol verfrachtet. Dort soll er die Wünsche artiger und unartiger Kinder sortieren, denn nur wer lieb war, kriegt ein Geschenk. In der Spielzeugfabrik arbeiten die Elfen auf Hochtouren, damit das klappt, und es sieht nicht mal so schlecht aus. Aber Mr. Northcutt erweist sich als heimlicher Saboteur. Und dann versucht der harmonieliebende Santa Nick auch noch, die Familie Claus wieder zusammenzuführen. Weihnachten ist in Gefahr!
Kinofilm-Rating
Obwohl es sich um einen Hollywood-Weihnachtsmann-Film handelt, der sich wohl in erster Linie an Kinder richtet, hatte ich an diesen Film von David Dobkin und mit Vince Vaughn, Regisseur und Hauptdarsteller von Wedding Crashers, vom Matrix-Produzenten Joel Silver, mit u.a. Kevin Spacey, Paul Giamatti und Kathy Bates einige Erwartungen.
"Der Nordpol" ist ein hübsches Weihnachtswunderland mit niedlichen Schlittschuh laufenden Elfen in einer kleinen Stadt wie vom Zuckerbäcker geschaffen. Produktionsdesigner Allan Cameron hat hier tolle Arbeit geleistet. Die ganze Elfenschar wird von 32 kleinwüchsigen Mitgliedern einer russischen Zirkustruppe dargestellt, die digital vervielfältigt wurden. Die Darsteller des Ober-Elfen Willie und des Elfen-DJs Donnie (Chris "Ludacris" Bridges) hatten Body Doubles. Der Kontrast zum fast zwei Meter grossen Vaughn kommt ebenfalls schön zur Geltung.
Giamatti überzeugt mich als Santa nicht. Der immerzu besorgte Blick in seinem viel zu dünnen Gesicht ging mir mit der Zeit auf den (Weihnachts-)Keks. Vince Vaughn dagegen nimmt man den liebenswerten Verlierertypen ab und sein kleiner Freund Slam (Bobb'e J. Thompson) ist mein heimlicher Star. Kevin Spacey darf sein Pokerface zur Schau tragen und das macht er ausgezeichnet! Trotz minimaler Mimik sieht jede und jeder sofort: Das ist der Bösewicht! Woher seine Niedertracht kommt, erfahren wir natürlich auch. Freunde von Superman Returns werden daran ihre Freude haben.
Der Film bietet ein paar nette Sprüche und Einfälle auch für die begleitenden Eltern, v.a. die Gruppe für anonyme Geschwister mit Frank Stallone, Roger Clinton und Stephen Baldwin. Es sind aber zu wenige, um auch ein erwachsenes Publikum auf die Länge von immerhin fast zwei Stunden bei Laune zu halten. Zu kitschig, zu vorhersehbar ist vieles. Für sentimental Veranlagte gibt's gegen Ende ein herzergreifendes, das Happy End einleitendes "Stille Nacht", interpretiert von Sinéad O'Connor.
All jene, die noch an den Weihnachtsmann glauben, werden wohl auch an Fred Claus ihren Spass haben. Von mir gibt's den vierten Stern nur der Kinder wegen, für die dieser Film ja eigentlich gedacht ist.
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3.5 Sterne (11 Bewertungen) | 4 Kommentare



