Ensemble, c'est tout (2007)

Zusammen ist man weniger allein

Ensemble, c'est tout (2007) Zusammen ist man weniger allein

Oder: Die Sorgen der Einsamen

Ensemble, c'est tout

"Ss-s-ss-sa-ssalüü!"

Camille (Audrey Tautou) lebt ganz alleine in einer winzigen Wohnung im Dachstock eines alten Wohnhauses in Paris. Eines Tages trifft sie am Eingang auf Philibert (Laurent Stocker): Ein stotternder, leicht unbeholfener Nachbar. Spontan lädt Camille Philibert zum Essen ein und schon bald sitzen die beiden bei Camille beim Picknick - einen Tisch gibt's bei ihr leider keinen. So entsteht eine Freundschaft zwischen dem Postkartenverkäufer Philibert und der Putzfrau Camille.

Ensemble, c'est tout

" ... und bisch en liäbä, gäll!"

Franck (Guillaume Canet) ist Gourmet-Koch in einem grossen Restaurant. Er arbeitet sehr hart und hat kaum Freizeit. Seinen einzigen Freitag verbringt er bei seiner geliebten Grossmutter Paulette (Françoise Bertin), die nach einem Unfall für längere Zeit im Spital bleiben muss. Zudem kümmert er sich um ihr Haus und ihre Haustiere, die ihr so am Herzen liegen. Wenn er dann abends nach Hause kommt, lässt er sich volllaufen, bringt alle Tage eine andere Frau mit und ist einfach unausstehlich. Philibert scheint das von seinem Mitbewohner Franck zu dulden, denn die beiden kommen ganz gut miteinander zurecht.

Ensemble, c'est tout

"Hey, wa willsch babe?"

Als es mit der allgemeinen Gesundheit von Camille abwärts geht und sie sich auch noch die Grippe holt, wird sie von Philibert kurzerhand aus dem Dachstock in seine grosse Wohnung verfrachtet, wo sie sich wieder etwas erholen soll. Franck findet diese Änderung in ihrem WG-Leben gar nicht gut, er befürchtet dass die Neue alles bisherige kaputt machen wird. Zudem nervt es ihn, dass Philibert nun soviel Zeit mit Camille verbringt. Die beiden wiederum lassen sich von Francks Benehmen nicht beeindrucken und helfen sich gegenseitig aus der Klemme. Eines Tages kommt es zum Eklat zwischen Camille - die nun fester Bestandteil der WG geworden ist - und Franck, als sie sich danach jedoch aussprechen, beginnt eine neue Zeit im Leben der drei Grossstädter.


DVD-Rating

2001 kam mit Amelie ein herziger, französischer Film in die Kinos, der dessen Hauptdarstellerin Audrey Tatou auf einen Schlag bekannt machte. Danach durfte die rehäugige Dame sogar im Da Vinci Code mittun, brachte aber ihre Figur der Amelie nie so ganz weg. Darum ist es schön, dass sie in Ensemble cest Tout zurückkehrt zur schönen, gmögigen, französischen Komödie, in der das Herz und der Charme eine wichtige Rolle spielen.

Sie sind ja schon ein bisschen wie direkt aus der Klischeebox gezogen, die drei Bewohner dieser speziellen WG. Der schüchterne Postkartenverkäufer, der Frauenheld-Koch und die einsame Putzfrau. Sie alle, so verschieden sie auch sein mögen, brauchen einander. Nicht in erster Linie für die Liebe, sondern einfach, dass sie sich weniger einsam fühlen und jemand da ist, mit dem sie die vielen Momente eines Lebens teilen können.

Diese Voraussetzung macht aus Ensemble cest Tout einen sehr sympathischen und charmanten Film, der einmal mehr mitten ins französische Herz trifft. Die Darsteller sind passend gecastet, die einzelnen Situationen bringen ein Grinsen auf das Gesicht eines jeden Zuschauers und manch einer wünscht sich ähnliche Freunde, die ihm durchs schwere und öde Leben helfen und das Gefühl von Dazugehörigkeit verleihen.

Was halt ein bisschen auf die Bewertung schlägt, sind die klischeehaften Charaktere, die man eventuell ein bisschen sorgfältiger hätte aussuchen und danach porträtieren können. Der Womanizer mit Drei-Tage-Bart, der schüchterne Mann mit dicker Brille und das Fräulein, das man einfach stundenlang in den Arm nehmen möchte. Sympathisch zwar, aber halt doch ein bisschen typisch für solche Filme.

Fazit: Ensemble cest Tout ist ein sehr schöner Film geworden, der Figuren zeigt, die mitten im Leben stehen und Bedürfnisse an den Tag legen, die nur allzu menschlich sind. Dazu kommen ein paar nette Dialoge, gut gespielte Rollen und das schöne Gefühl, dass der Zuschauer nach dem Abspann des Filmes zufrieden und gut unterhalten ein Fazit ziehen kann.

Ich kenne die Romanvorlage von Anna Gavalda nicht. Sollte sich aber auch hier die "Regel" bewahrheiten, dass das Buch besser als der Film ist, dann wär das definitiv etwas für die nächsten Sommerferien.

Wenn man die DVD in den Player schiebt und das Menü aufpoppt, fallen einem sofort die farblichen Schwierigkeiten auf. Da hats gelbe Menüpunkte auf weissem Hintergrund. Genaues Gucken ist also angesagt. Das Making-Of ist anständig geraten, bringt aber nicht viel Neues an den Tag. Da man dort aber mit informativem Splitscreen arbeitet, bleibt auch der unterhalterische Faktor nicht ganz auf der Seite. Der Trailer und eine kleine Bildergalerie schliessen dann die mageren Extras auch schon wieder ab.

Wer wiedereinmal sein Schulfranzösisch testen will, der guckt sich natürlich den Film in der Originalsprache an. Die deutsche Synchro ist, einmal mehr, nicht so der Bringer und lässt vieles des Charmes vom Original vermissen. Der Ton ist klar und sauber und der Zuschauer hat die Auswahl aus vier verschiedenen Tonfassungen. Je zwei auf Deutsch und Französisch. Das Bild ist gut transferiert worden und kommt ohne Schmierereien oder sichtbare Störungen daher.

4.3 Sterne 4.2 Sterne
4.3 Sterne (34 Bewertungen) | 1 Kommentar

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04.03.2008 / pj (Inhalt), muri (Rating)


DVD-Infos

DVD erschienen am 25.02.2008

  • Bildformat: 1.85:1
  • Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Französisch (DD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Extras: Making-Of, Trailer, Programmvorschau