2 Days in Paris (2007)

2 Tage Paris

2 Days in Paris (2007) 2 Tage Paris

Oder: Röschtigraben Atlantik

2 Days in Paris

Was Frauen sich trauen...

Die in New York lebenden Marion (Julie Delpy) und Jack (Adam Goldberg) haben einen Trip durch Europa hinter sich und wollen nun noch Marions Eltern, die in Paris leben, besuchen. Für Jack ist Paris jedoch der Kulturschock schlechthin. Nicht nur, dass er und Marion sich mit zynischen Bemerkungen immer wieder anstacheln, er erlebt die Pariser ausserdem als sexsüchtiges Völkchen, das nicht nur im Bett Spass am Zweierlei hat sondern auch nur ständig darüber redet.

2 Days in Paris

Ami, Halbami, 68er

Nebst der Tatsache, dass Jack ständig Angst vor Terrorakten hat (immerhin treibt ein Fast Food Attentäter sein Unwesen in und um Paris), die Pariser den Amis eher mit Verachtung begegnen und Jack von Marions 68er Eltern intellektuell überfahren wird, häufen sich ständig auch die Begegnungen mit Ex-Liebhabern von Marion. Dem kriselnden Paar hilft das freilich nur bedingt.


Kinofilm-Rating

Mit einer Zugfahrt beginnt Deux Jours à Paris, und natürlich ist da sofort ein Déja-Vu: Julie Delpys Bekanntheitsgrad stützt sich vor allem auf die beiden Filme Before Sunrise und Before Sunset, und die wiederum gründen auf einer Zugreise. Auch die Dialoglastigkeit verweist auf diese Werke, die Delpy anno dazumal mitgeschrieben hat.

Bei diesem Projekt war es aber sie alleine, die das Drehbuch verfasste. Dazu kamen Regie, Schnitt, Musik und Produktion, und das alles für ihr Lieblingsthema: Zwischenmenschliche Beziehungen. Delpy packt dies mit viel Zug und Witz an, und lässt die unabdingbare Situationskomik nicht aus. Vor allem die kulturellen Unterschiede und ein darunter leidender Jack sorgen ständig für Lacher. Delpys Eltern spielen im Film dabei sich selbst. Mit von der Partie ist auch Daniel Brühl, der einen kurzen, aber entscheiden Auftritt hat, um die Story aufzulösen.

Schlussendlich wandelt sich Deux Jours à Paris von einer reinen Komödie zu einer Tragikomödie, die auch mal pointiert Differenzen aufzeigen kann, ohne an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Irgendwann vergeht Jack noch Marion das Lachen, und man merkt, was fehlt, oder was man bis dahin an diesem Film so mochte. Das er nämlich frisch ist wie ein Brioche, oder vielleicht so süss wie ein Doughnut.

4.6 Sterne
4.6 Sterne (51 Bewertungen) | 2 Kommentare

5.0 Sterne5 von 0.0-6.0
11.02.2007 / pb (Inhalt), uas (Rating)