Désengagement (2007)

Trennung

Désengagement (2007) Trennung

Oder: Ausziehen!

Als sein Vater stirbt, kommt der israelische Polizist Uli (Liron Levo) nach Avignon zur Beerdigung. Zusammen mit seiner Stiefschwester Ana (Juliette Binoche), die er seit Jahren nicht mehr gesehen hat, gibt es Erbmodalitäten zu klären. Der letzte Wunsch des Vaters war es, dass Ana ihrer Tochter, die sie bei der Geburt zur Adoption freigegeben hat, den ihr gebührenden Anteil persönlich übergibt. Da die Tochter im Gazastreifen lebt, fahren Uli und Ana zusammen nach Israel und geraten so beide in die Tumulte rund um den Rückzug der israelischen Siedler aus dem besetzten Gebiet im Jahre 2005. Ana auf der Suche nach ihrer Tochter, Uli als Polizeikommandant, der die Einsatzkräfte zu leiten hat.


Kinofilm-Rating

Amos Gitais Gesamtwerk befasst sich mit allen Facetten des Landes Israel: Religion (Kaddosh), Krieg (Kippur), die Staatsgründung (Eden), die Menschenhandel (Promised Land). Ich kenne davon leider nur seinen Israel gewidmeten Beitrag zum 9/11-Episodenfilm 11‘09‘'01 - September 11. Die darin gezeigten Tumultszenen, bei dem immer auch Reporterteams mit Kameras mitmischeln, wiederholt er auch in Desengagemt. Es scheint eine Spezialität von Gitai zu sein, die keiner besser kann, als er.

Unabhängig vom sehr israelspezifischen Thema, das dieser Film mit einer fast dokumentarischen Qualität schildert, bleibt vor allem Juliette Binoches Leistung hervorzuheben. Sie ist die zentrale Figur des Films und zeigt sich tief verletzlich, aber auch sehr kindisch. Je wilder ihre Umgebung wird, desto ruhiger wird sie selber. Im geschützten Bereich der französischen Bourgeoisie kann sie im Morgenrock blödeln, bis es einem auf die Nerven geht. Dramatische Ereignisse in Israel stellen dann auch die kurligste Wurzellose kalt. In einer Nebenrolle ist auch die grosse Jeanne Moreau zu sehen.

3.2 Sterne
3.2 Sterne (3 Bewertungen) | 0 Kommentare

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07.09.2007 / rm