Death Sentence (2007)
Todesurteil
Death Sentence (2007) Todesurteil
Oder: Go with God and a Bag full of Guns
Nicholas Hume (Kevin Bacon) erlebt das perfekte Familienglück: Eine fürsorgliche Frau, zwei Söhne von denen einer drauf und dran ist, ein gefragter Hockeystar zu werden und einen guten Job, der auch genügend Geld in die Kassen spült. Es ist für Nicholas denn auch gar keine Frage, dass er seinen ältesten Sohn, Brendan (Stuart Lafferty), zu seinem nächsten Hockeymatch begleitet, wo dieser wieder einmal zeigt, dass er der Beste auf dem Eis ist. Auf der Rückfahrt müssen sie bei einer Tankstelle anhalten, um wieder aufzutanken - ein schwerer Fehler, denn genau in diesem Moment wird diese Tankstelle überfallen, und Brendan wird von einem der Gangmitglieder mit einer Machete angegriffen.
Nicholas schleppt seinen schwer verletzten Sohn in ein Krankenhaus, wo er sofort notoperiert wird. Für Brendan kommt jedoch jede Hilfe zu spät, und er stirbt noch auf dem Operationstisch. Das stürzt Nicholas in eine tiefe Trauer, doch er kommt nicht darum herum, in der Polizeistation zu erscheinen, um den Mörder seines Sohnes, dessen Gesicht er gesehen hat, zu identifizieren. In der Gerichtsverhandlung wird aber klar, dass der Anwalt den Mörder mangels Beweisen nur für ein bis vier Jahre hinter Gitter zu bringen kann. Doch Nicholas will ihn lebenslänglich eingesperrt wissen. Deshalb verweigert Nicholas die Aussage, und der Mörder kommt wieder auf freien Fuss. Damit ist das letzte Wort jedoch noch nicht gesprochen. Kaum ist Nicholas zuhause, greift er sich in der Garage ein Messer und führt das in die Tat um, was er seit der Gerichtsverhandlung geplant hat: Er tötet den Mörder seines Sohnes. Damit löst er eine Gewaltspirale aus, die Nicolas und der Gang - welcher der Mörder angehörte - viel mehr kostet, als sie eigentlich geben wollen...
DVD-Rating
Der ursprüngliche Saw-Regisseur James Wan begibt sich nach dem düsteren Grusler von Dead Silence in die Action und Rache-Gefilde. Obwohl Death Sentence mit Kevin Bacon einen grossartigen Schauspieler in der Hauptrolle hätte, ist Wan am Ziel vorbeigeschossen. Anstatt eines intensiven Racheepos ist ein Wechselbad der Gefühle entstanden, welches falsch gewichtet und trotz einiger guter Ansätze bedingt funktioniert.
Rachegeschichten wurden im Kino schon viele Male erzählt. Sei es als Rache des Vaters in Collateral Damage, der kleinen Schwester in Leon oder als ein zur Comicfigur mutierten Polizisten in The Punisher. Die einen sind gelungen und können einen intensiven Film abliefern, bei dem man mit den Charakteren mitfühlt und diese auch versteht, andere wiederum bleiben konstruiert und trotz guten Schauspielern wird es so ungeschickt umgesetzt, dass man kaum mitfiebert. Death Sentence gehört aus mehreren Gründen zu den letzteren, und es ist äusserst enttäuschend, dass James Wan Death Sentence so abgeliefert hat.
Wie bei solchen Rachefilmen üblich, geht es sehr positiv los und zeigt am Anfang Nicholas hübsche Bilderbuchvergangenheit. Doch dies darf natürlich bei einem Rachefilm nicht so bleiben, und bereits nach kurzer Zeit löst der Tod des ältesten Sohnes die Kettenreaktion der Handlung aus. Dabei versucht Death Sentence zu Beginn, noch möglichst realistisch zu wirken und stellt den Ablauf des Raubüberfalls, den emotionalen Einschlag auf die Familie, wie auch die folgende Gerichtsverhandlung glaubhaft dar. Was danach kommt, ist die langsam voranschreitende Entwicklung vom Familienvater zum Killer. Dies zeigt auch eine realistische Charakterentwicklungen auf und dass der Blutkrieg für beide Seiten keine Lösung ist. Dabei vergreift sich Komponist Charlie Clouser jedoch regelmässig so krass im Soundrack oder bringt eben keinen, dass jede Wirkung von wichtigen Szenen ungenützt verpufft. Einfach schade, wie ein schlechter Soundtrack einen Film so verstümmeln kann.
Dass ein Ehemann das Bedürfnis hat, den Mörder seines Erstgeborenen zu töten, ist ja noch einigermassen nachvollziehbar. Dass die Gang ihr durch Nicholas getötetes Mitglied rächen will, ebenfalls, doch dass die Polizei dann daneben steht und nichts tut, selbst als zwei ihrer Polizisten dabei draufgehen, ist äusserst fragwürdig. Die Polizei bleibt unbeteiligter Zuschauer und es entsteht nicht einmal den Eindruck, als ob sie Nicholas auf den Fersen wären, obwohl sie recht viel Screentime haben und es genügend Beweise gibt. Das hätte noch ein wichtiges Spannungselement hineingebracht - wenigstens haben sie daran gedacht, dass der Familienvater erstmals den Umgang mit den Waffen lernen muss, bevor er auf Amoklauf geht und dass der Sesselfurzer in den ersten Konfrontationen mit der Gang recht überfordert ist.
Fazit: Death Sentence bleibt hinter den Erwartungen, die man an einen Film von James Wan stellen kann. Trotz den guten Schauspielern wie Kevin Bacon oder John Goodman entwickelt er nicht einmal annähernd die Intensität, die ein solcher Film bieten könnte. Eine sehr lineare und voraussehbare Handlung, eine völlig falsche Soundtrackwahl und gerade deswegen viele in die Länge gezogene und langweilige Szenen helfen auch nicht weiter. So profitiert Death Sentence zwar von blutigen und rohen Konfrontationen, der düsteren Ausleuchtung und guter Kameraführung, doch die Rache-Odysee vom harmlosen Büroarbeiter zum Massenmörder hat man zu viele Male gesehen, um in dieser Form noch überrascht oder überzeugt zu werden.
Die DVD präsentiert den Film in einer streckenweise sehr überbeleuchteten Qualität und vermag auch in der Bildschärfe nicht überzeugen. Das Bonusmaterial liefert ausführliche Blicke hinter die Kulissen mit B-Rolls und wie die Parkaus-Szene entstanden ist. Dazu gibt es Interviews mit allen Castmember und einige Trailers.
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3.9 Sterne (28 Bewertungen) | 3 Kommentare
DVD-Infos
Steelbook, erschienen am 27.02.2008
- Bildformat: Widescreen (2.35:1 - anamorph)
- Sprachen: Dolby Digital 5.1 in Deutsch, Dolby Digital 5.1 in Englisch, DTS Digital 5.1 in Deutsch
- Untertitel: Deutsch



