Death at a Funeral (2007)

Sterben für Anfänger

Death at a Funeral (2007) Sterben für Anfänger

Oder: In Friede sollst du ruhn

Death at a Funeral

"Faster, faster, faster!"

Irgendwo im britischen Nowhere bringt das Bestattungsunternehmen den Sarg mit dem Leichnam des Vater von Daniel (Matthew Macfadyen) zur Aufbahrung ins Wohnzimmer des Familienanwesens. Daniel ist ziemlich angespannt und hofft, dass alles perfekt ablaufen wird. Er will seinem Vater einen gebührenden Abschied gewähren. Dass genau jetzt Ehefrau Jane (Keeley Hawes) wieder mit dem Kauf eines eigenen Hauses drängt, stösst bei ihm auf wenig Verständnis. In diesem Moment trifft als erster Gast der Bruder von Daniel ein. Robert (Rupert Graves) ist ein erfolgreicher, narzisstischer Autor und lebt einen extravaganten Lebensstil in New York. Daniel versucht sich seit Jahren vergebens aus dem Schatten seines erfolgreichen Bruders zu kämpfen, um wenigstens ein kleines bisschen Respekt und Aufmerksamkeit in der Familie zu gewinnen.

Death at a Funeral

"The coffin is movin'!"

Es folgen weitere Gäste, um dem Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen. Der Mutter von Daniel, Sandra (Jane Asher), scheint niemand etwas recht machen zu können - am wenigsten ihre Schwiegertochter Jane. Cousine Martha (Daisy Donovan) kommt mit ihrem Verlobtem Simon (Alan Tudyk) und möchte, dass dieser einen guten Eindruck hinterlässt. Marthas Vater Victor (Peter Egan) ist alles andere als begeistert von seinem künftigen Schwiegersohn. Unglücklicherweise werden bei Marthas Bruder Troy (Kris Marshall) Pillen vertauscht und Simon erlebt seinen Trip des Jahrhunderts - das Desaster nimmt seinen Lauf.

Death at a Funeral

"Hi there. I'm Lester Burnham ..."

Howard (Andy Nyman), ein äusserst ungeschickter Freund von Daniel, und sein Kollege Justin (Ewen Bremner) müssen erst noch den mürrischen und ungeduldigen Onkel Alfie (Peter Vaughan) abholen. Anstatt seinem Freund mit Alfie zu helfen, kümmert sich Justin lieber um Martha, welche ihm bei einem One-Night-Unglück völlig den Kopf verdreht hat. Als ob Daniel nicht schon genug Sorgen hat, taucht nun noch ein ominöser Unbekannter namens Peter (Peter Dinklage) auf und will mit ihm über eine gewisse Sache sprechen...


Kinofilm-Rating

Death at a Funeral ist sehr britisch und sehr schwarz. Der junge britische Drehbuchautor Dean Craig hat mit seinem Skript die Aufmerksamkeit von Frank Oz erlangen können. Die Kombination von den genialen Charakteren aus Craigs Drehbuch mit der Erfahrung von Oz im Bereich der Komödien schaffte diesen einmaligen und extrem unterhaltenden Film. Die meist sehr steifen und mit familiären Spannungen gespickten Momente einer Beerdigung eskalieren in Death at a Funeral in einem Desaster. Trotz oder möglicherweise gerade eben dieser Tragik wegen wird der Film immer wie unterhaltender, je verstrickter und tragischer die Situation.

Ein erstklassiges Drehbuch und ein guter Regisseur machen allerdings den Film nicht alleine aus. Doch auch das Cast besticht durch Namen aus den besten Reihen die Grossbritannien im Moment zu bieten hat. An vorderster Front Matthew Macfadyen der schon als Mr. Darcy in Pride and Prejudice brilliert hat. Er versteht es den stehengebliebenen und resignierten Daniel auf eine sehr realitätsnahe Weise zu spielen, dass man mit ihm fast permanent Mitleid haben muss. Aber auch Daisy Donovan spielt ihre Rolle als Martha mit sehr viel Hingabe: Die Powerfrau, welche ihren liebenswerten Mann auf Drogen wie ein Kind im Auge behalten muss, dem dafür verantwortlichen Bruder die Leviten liest und vergebens einem Anderen klarzumachen versucht, dass sie nix von ihm will - dabei verliert sie weder ihre Fassung noch an Sexyness. Auch die restlichen Charaktere werden dermassen überzeugend gespielt, dass man schon beinahe von einem Dokufilm sprechen könnte ... okay, annähernd beinahe.

Mit Ausnahme der Anreise von all den Gästen spielt der gesamte Film auf dem Anwesen, auf welchem die Beerdigung stattfindet. Die für wenig Abwechslung sorgende Location wird zu einem grossen Teil durch humoristische Elemente und geniale Figuren wettgemacht. Doch die bald vorgestellten Charaktere welche sich konzentriert an einen so kleinen Ort bewegen, lassen nicht viel Spielraum offen für eher schwache Dialogteile. An gewissen Stellen erhält der Film dadurch seine Längen und verliert entscheidende Punkte für die Bestnote. Trotzdem ein ganz klares Must-See!

4.6 Sterne
4.6 Sterne (126 Bewertungen) | 23 Kommentare

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03.08.2007 / pj