Dead Silence (2007)

Dead Silence (2007)

Oder: Schweigen ist Gold

Dead Silence

Komm Kleiner, zeig den ungläubigen was Rache ist!

"Beware the stare of Mary Shaw, she had no children only dolls, and if you see her in you're dreams, be sure you never ever scream." Ein Spruch, den die Einwohner von Raven Fair in- und auswendig kennen. Denn er repräsentiert den Fluch, der seit 1940 auf dem Städtchen lastet und immer wieder für Opfer sorgt. Der Fluch kommt in der Gestalt einer Frau namens Mary Shaw, die einst mit einer Puppe als Bauchrednerin aufgetreten und nach dem Verschwinden eines Jungen von einer wütenden Meute brutal umgebracht worden war.

Dead Silence

Na jetzt hast du aber übertrieben....

Diese Geschichte sowie deren Umstände kennt Jamie Ashen (Ryan Kwanten). Er wurde in jenem Dorf geboren, ist dann aber später weggezogen. Als er eines Abends ein Paket mit einer Puppe erhält, schöpft er keinen Verdacht und lässt sie unbeachtet bei seiner Frau zurück während er das Essen einkaufen geht. Als er wieder nach Hause kommt erwartet Jamie ein Bild, das sich für immer in seinen Geist einbrennen wird: Seine Frau liegt brutal ermordet und mit weit aufgerissenem Mund und ohne Zunge auf dem Bett in Totenstarre drapiert.

Jamie gerät unter Mordverdacht, doch da ihm nichts nachgewiesen werden kann, wird er wieder auf freien Fuss gesetzt. Sofort beginnt er mit der Suche nach dem wahren Täter und was es genau mit der Puppe auf sich hat. Doch während er dicht gefolgt vom Detektiv Lipton (Donnie Wahlberg) nach Antworten sucht, findet er Sachen, die er eigentlich gar nicht hätte finden wollen. Dabei begiebt er sich in tödliche Gefahr. Mary Shaw wartet. Und ihr Rachehunger ist noch längst nicht gestillt...


DVD-Rating

James Wan sollte inzwischen zumindest all jenen ein Begriff sein, die sich für Horror interessieren. Anderenfalls, hier noch einmal einen Rückblick: Vor nicht allzu langer Zeit machte er einen Kurzfilm, der die Produzenten in Hollywood dermassen aufwühlte, dass sie ihn gleich zu einem abendfüllenden Kinofilm verarbeiten wollten. Wan sagte zu, und so war die Saw Saga geboren, die anhand sechs geplanter Teile erzählt werden soll. Zwischen den einzelnen Saw Teilen nahm sich der Filmemacher Zeit, um mit Dead Silence seine zweite grosse Regiearbeit abzuliefern. Und damit schlägt er von der Brillanz her in die genau gleiche Kerbe!

Schon in den ersten Szenen wird klar, dass sich Dead Silence nicht einfach in eine Schublade verstauen lässt und schon gar nichts mit Routine-Teenie-Horror zu tun hat. Obwohl man während der Laufzeit einige Parallelen zu Darkness Falls, ES, Nightmare on Elm Street und natürlich auch Saw findet, wirkt der Streifen nie wie ein müder Abklatsch. Vielmehr ist er eine geschickte Kombination, die einen neuen Gegner hervorgebracht hat, der genau so eindrücklich wie tödlich ist. Obwohl selbst bei der Legende von Mary Shaw einige Parallelen zu bereits bekannten Horrorthemen auffallen, stört dies wenig. Charismatisch und absolut gnadenlos holt sie sich ihre Rache an den schreienden Opfern. Die dabei eingesetzten Puppen sind dabei genau so unheimlich wie früher die Clowns. Man sollte sich wahrhaft zweimal überlegen, ob man eine so echt aussehende Puppe kaufen und ins Haus nehmen soll.

Dead Silence selber ist ein Horrorfilm der neusten Hochglanzgeneration. Er kombiniert nicht nur geniale Kameraführung, sondern auch drückende Atmosphäre mit enorm düsteren Handlungsorten. Klar werden Klischees angehäuft, doch selten haben verlassene Häuser oder uralte Friedhöfe so klaustrophobisch und gelungen gewirkt, wie bei Dead Silence. Da vergisst man, dass der eigentliche Hauptdarsteller Ryan Kwanten eine sehr dürftige Leistung abliefert. Diese wird durch die drückende Atmosphäre und tückisch platzierten Schockmomente locker überspielt und wettgemacht. Wer allerdings eine Splatterorgie im Saw 3-Stil erwartet, wird enttäuscht sein. Wan setzt komplett andere Akzente und Prioritäten. Obwohl hässliche und sehr visuelle Szenen vorhanden sind, wirken diese weder übertrieben noch abartig oder gar blutrünstig. Sie sind jedoch realistisch genug, um die Handlung optimal zu unterstützen und eine gute Horroratmosphäre zu schaffen.

Fazit: Dead Silence lebt vollumfänglich zu den Erwartungen auf, die man vom Trailer haben kann. Das Horrorwerk liefert nicht nur perfekt inszenierten Hochglanzhorror ab, sondern auch einen Schocker, der inhaltlich und auch atmosphärisch überzeugen kann. Geniale Kameraführung und geschickt platzierte Schockmomente machen mit den mehrheitlich gut ausgewählten Darstellern aus Dead Silence ein intensives Horrorerlebnis auf sehr hohem Niveau, das trotz vieler Anlehnungen an andere Schocker jedem Horrorfan zu empfehlen ist.

Da für das Review nur eine Test-DVD vorlag, kann kein Urteil über den Ton oder das Bild gegeben werden. Das Bonusmaterial macht jedoch keine Höhenflüge. Neben einigen nicht verwendeten Szenen gibt es ein Making Of und eine Featurette über die Spezial Effekte. Während die entfallenen Szenen kaum bereichernd sind, enthalten das Making Of und die Featurettes durchaus interessante Informationen. Schade ist, dass alles sehr rasch zusammengeschnitten wurde und zwar viel gesagt wird, dies aber ohne sich die Zeit dafür zu nehmen, um detailliert auf ein Thema einzugehen. So bleibt vieles sehr oberflächlich. Doch es gibt wenigstens einen Einblick in die Entstehung von Dead Silence

3.9 Sterne 4.2 Sterne
3.9 Sterne (26 Bewertungen) | 8 Kommentare

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16.09.2007 / db


DVD-Infos

  • Bildformat: Widescreen 1.78:1 Anamorph
  • Sprachen: Deutsch: Dolby Digital 5.1, Englisch: Dolby Digital 5.1
  • Untertitel: Deutsch, Italienisch Englisch, Spanisch, Portugiesisch, Türkisch, Slowakisch
  • Extras: Making Of, Entfallene Szenen, Featurettes