The Seeker: The Dark Is Rising (2007)
Wintersonnenwende - Die Jagd nach den sechs Zeichen des Lichts
The Seeker: The Dark Is Rising (2007) Wintersonnenwende - Die Jagd nach den sechs Zeichen des Lichts
Oder: Das Dunkle, der Reiter, die Zeichen
Der schüchterne Will Stanton erfährt an seinem vierzehnten Geburtstag, dass ihm ein gar ausserordentliches Schicksal beschert ist: Er ist der siebte Sohn eines siebten Sohnes und ausserdem auch der Letzte der Uralten - einer Gruppe von Kriegern, die gegen das Dunkle antritt.
Dieser Kampf ist beileibe nicht müssig, denn das Dunkle - auf Erden personifiziert als 'Der Reiter' - ist fest dazu entschlossen, sich den blauen Planeten Untertan zu machen. Als Kämpfer für das Licht reist Will Stanton zu den Wikingern und lässt Dinge durch den Raum fliegen (etwa ein Messer, dass er stilsicher zwischen zwei kugelrunden Salz- und Pfefferstreuern aufrichtet).
Im Zentrum des Kampfes stehen sechs ominöse Zeichen, von denen anscheinend das Gleichgewicht zwischen Licht und Dunkelheit abhängt. Diese sechs Zeichen muss Will finden, um dem Reiter die Stirn bieten zu können.
Kinofilm-Rating
Die Fantasy-Offensive des Kinoherbstes 07 ist bereits ins Stocken geraten, bevor sie richtig ins Rollen kommen konnte: Stardust wurde anscheinend als ein Kinderfilm missverstanden, der er nicht sein wollte, und nun entpuppt sich auch The Seeker als Rohrkrepierer.
Die literarische Vorlage von Susan Cooper mag noch so viele Jahre vor der Harry-Potter-Saga geschrieben worden sein - dem Vergleich mit dem Zauberlehrling hält sie trotzdem nicht stand. Bemüht wirkt vor allem die angestrebte Endgültigkeit des Erzählten; dieser eiserne Wille, nicht eine von vielen, sondern DIE Geschichte zu sein. Man muss sich das einmal vorstellen: Hier sind nicht irgendwelche dunklen Kräfte am Werk, sondern das DUNKLE selbst. Der reitende Bösewicht ist nicht der Reiter Ixypsilon sondern er ist DER REITER. Die Gegner des Reiters sind nicht uralte Krieger, sondern sie sind die URALTEN - und so weiter und so fort. Genau so klingen Bücher, die um jeden Preis neben die Bibel und den Koran ins Regal gestellt werden wollen - es fällt richtiggehend auf, dass der junge Held tatsächlich Will Stanton heisst und nicht DER JUNGE HELD.
Diese Grosskotzigkeit (das Presseheft spricht etwa von einer "apokalyptischen Schlacht ungeahnten Ausmasses") verträgt sich überhaupt nicht mit dem verhältnismässig bescheidenen Budget, das für die Produktion zur Verfügung gestanden hat. Es haftet etwas Würdeloses an einem Film, der unbedingt episch sein möchte und es sich nicht wirklich leisten kann. Die Kamera ist andauernd damit beschäftigt, fehlende Mittel zu verbergen, und auch die schnelle Schnittfolge scheint lediglich davon ablenken zu wollen, dass man sich weder teure Dekorationen noch gut getrimmte CGI-Effekte leisten konnte. Immerhin hat es für die Überflutung eines englischen Landsitzes gereicht.
Man würde diesen Geldmangel leicht verschmerzen, hätte die Geschichte wenigstens einen drallen Spannungsbogen. Aber nein, serviert wird Schema F: Pubertierender Junge gerät in Kontakt mit dem Übernatürlichen, Junge soll sechs Zeichen finden, Junge findet sechs Zeichen. Zum Mitfiebern ist das eher dürftige Kost.
Auch von der Schauspielerfront sind keine Meisterleistungen zu vermelden: Der höchst talentierte Christopher Eccleston etwa behält seine darstellerische Kunst für sich. Ob der Mann wohl billiger ist, wenn man nur die obere Hälfte seines Gesichts filmt und ihm ausser zwanzig Mal "Give me the signs!" keinen nennenswerten Text zum Büffeln aufgibt?
Wirklich traurig wird der Film dann aber zum Schluss. Als Eröffnung einer Franchise angekündigt - da auf einer Buchserie basierend - packt das Werk in seinen letzten Minuten seine Siebensachen zusammen, rundet sich ab und verkneift sich jede Anspielung darauf, dass das letzte Wort in dieser Geschichte noch nicht gesprochen sein könnte. Als wüsste es bereits, dass seine Fortsetzungen ins Wasser fallen könnten.
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2.8 Sterne (22 Bewertungen) | 8 Kommentare


