Dan in Real Life (2007)

Dan - Mitten im Leben!

Dan in Real Life (2007) Dan - Mitten im Leben!

Oder: Ernsthaft lustig!

Dan in Real Life

Walk like an Egyptian

Dan (Steve Carell) ist Kolumnenschreiber, seit vier Jahren verwitwet und lebt mit seinen drei Töchtern allein im Haus. Die Mädels halten den Vater auf Trab, vor allem Cara (Brittany Robertson) spricht von Liebe und Jungs, was dem Papa gar nicht in den Kram passt.

Da kommt das alljährliche Familientreffen im entfernten und grossen Elternhaus grad richtig. Mal wieder die Brüder treffen, sich von Mutti verwöhnen lassen und mit den Neffen rumblödeln. Und die Zeit bei der Familie beginnt wohltuend. Zwar muss Dan in der Waschküche schlafen, aber auch er bemüht sich, die gute Stimmung zu halten und eine schöne Zeit zu verbringen.

Dan in Real Life

Der lustige Kerl macht Pause

Als er eines Morgens in die lokale Buchandlung fährt, trifft er dort auf eine schöne Frau namens Marie (Juliette Binoche), mit der sich der Witwer sofort gut versteht. Die beiden plaudern vor sich hin, vergessen die Zeit, bis Marie via Telefonanruf daran erinnert wird, dass sie ja noch irgendwo hin muss. Die Trennung folgt auf dem Fuss und Dan dankt seinem Leben einmal mehr, dass er scheinbar einfach keine Liebe finden kann.

Zurück im elterlichen Haus wird natürlich brühwarm von dem Erlebnis berichtet und auch Bruder Mitch (Dane Cook) ist der Meinung, er solle diese schöne Frau wieder anrufen und sie ja nicht entwischen lassen. Dazu holt er sich seine neue Freundin in den Raum. Marie...

Was nun folgt ist ein Kampf um Gefühl, familiäre Bindungen, Bruderliebe und die Frage, was ein jeder bereit ist, für die Liebe zu opfern. In der Familie Burns gehts von nun an drunter und drüber.


Kinofilm-Rating

Es ist wirklich eine kleine Kunst, wie Steve Carell zwischen seinen Filmen hin und her springt. Liebenswerte Filme (Little Miss Sunshine) hier, abgefahrene Synchronisationen (Over the Hedge, Horton hears a Who) und reine Komödien wie Get Smart wechseln sich in schöner Regelmässigkeit ab. Inzwischen darf man sogar sagen, dass der lustige Kerl seine Nische in den kleineren Filmen mit viel Herz eher gefunden zu haben scheint. Darum ist die Freude auf Dan in Real Life umso grösser.

Filme, in denen grosse Zusammenkünfte mit Eltern, Tanten, Geschwister und sonstigen Verwandten sind meist recht lustig anzuschauen. Sie bewegen sich auf einfachem Niveau (Cheaper by the Dozen 2), bringen viel Wirrwarr und natürlich familäre Problemchen mit sich. Dan in Real Life ist auf den ersten Blick ebenfalls eine solche Komödie, in der sich Brüder verkloppen, Kids sich wieder sehen und der Hauptcharakter seine Probleme nur mit Hilfe der Familie lösen kann. Wer aber ein bisschen genauer guckt und den Film auf sich wirken lässt, der sieht - Dan in Real Life ist viel mehr als das.

Die Geschichte des Mannes, der sich von seiner verstorbenen Ehefrau gefühlsmässig nicht trennen kann und sich dann ausgerechnet in die Freundin seines Bruders verliebt, ist herzig, sehr charmant erzählt und voller Gefühl. Steve Carell findet die optimale Mischung zwischen Witz, Ernsthaftigkeit, Slapstick und Romantik. Herrliche Szenen (in der Dusche) wechseln sich mit seriösen Momenten (Töchter mit Problemen) ab und werden duch irrwitzige Tanznummern oder Aerobicstunden aufgelockert.

Steve Carell überzeugt also in seiner Rolle vollkommen. Seine Filmpartnerin Juliette Binoche braucht ein bisschen Zeit, bis der Zuschauer sie ins Herz schliessen kann, aber auch sie ist am Schluss angekommen. Dane Cook (Mr. Brooks, Stuck on You) gibt einen klasse Bruder, John Mahoney (Frasier) den verständnisvollen Opa und die Frauenriege um Diane Wiest (I am Sam, The Birdcage) macht ihre Sache wunderbar und sehr sympathisch. Und Emily Blunt (The Devil wears Prada, Charlie Wilsons War) ist eine ganz Hübsche, trotz ihres filmischen Übernamens "Pigface"...

Fazit: Dan in Real Life ist eine tolle und schön anzuschauende Mischung aus Komödie und Romanze geworden. Ein bisschen Kitschig, ganz viel Herz und vielleicht sogar ein wenig in der Machart wie Juno (einfach mit anderem Grundthema) anzusiedeln. Tolle Hauptdarsteller, sympathische Geschichte und sehr gelungene Produktion. Bitte mehr davon!

4.4 Sterne
4.4 Sterne (33 Bewertungen) | 0 Kommentare

4.54.5
31.03.2008 / muri