Timecrimes - Los Cronocrímenes (2007)

Timecrimes - Los Cronocrímenes (2007)

Oder: Zeitreisen für Anfänger

Timecrimes - Los Cronocrímenes

Ich sehe was, was du nicht siehst...

Héctor (Karra Alejalde) und seine Frau haben gerade ihr neues Haus bezogen und richten es mit neuen Möbeln ein. Als seine Frau nochmals in die Stadt fährt, um einige Einkäufe zu erledigen, beobachtet Héctor eine junge Frau im naheliegenden Unterholz, die sich ihr Oberteil auszieht. Aus Neugierde geht Héctor näher an die Szene ran und findet die junge Frau völlig nackt und bewusstlos. Als er ihr helfen will, wird er von einem maskierten Mann angegriffen und am Arm verletzt.

Auf der Flucht vor seinem Angreifer begibt er sich in ein wissenschaftliches Labor, wo er Bekanntschaft mit einem dortigen Forscher macht. In einem Tank will dieser Héctor vor seinem Verfolger verstecken. Allerdings handelt es sich bei diesem Tank um eine Zeitmaschine und Héctor wacht 90 Minuten in der Vergangenheit wieder auf. Entschlossen, die junge Frau vor ihrem Angreifer zu retten, muss er feststellen, dass dies komplizierter werden dürfte als angenommen...


Kinofilm-Rating

Das spanische Kino ist gross im Kommen, mit dem von Guillermo del Toro produzierten El Orfanato hat es auch das ausländische Publikum bereits erreicht und zugleich überzeugt. Und auch Los Cronocrimenes zeigt auf, wie viel Potenzial das spanische Filmschaffen doch hat. Der Übersetzung des Titels ins Englische lautet Timecrimes, was dem Inhalt zwar mehr oder weniger entspricht, aber zu Beginn vielleicht falsche Erwartungen schürt. Wer nämlich nun einen Film mit einer ähnlichen Handlung wie etwa TimeCop mit Jean-Claude Van Damme erwartet, dürfte überrascht sein.

Die Handlung des Films spielt sich während nur etwa zwei Stunden ab. Der Protagonist Hector landet zufälligerweise in einer Zeitmaschine und will nun ein Mädchen retten, dass sich in Gefahr befindet. Natürlich ist dies leichter gesagt als getan, und wer schon einige Zeitreise-Filme gesehen hat, dem wird schnell klar sein, in welche Richtung sich die Handlung des Films entwickeln wird. Auch wenn die Geschichte nicht allzu innovativ ist, sie unterhält nichtsdestotrotz. Streiten kann man sich natürlich über die Logik der ganzen Handlung, was aber eigentlich bei jedem Film der Fall ist, in dem sich die Handlung um Zeitreisen dreht. Und auch wenn der ein oder andere Zuschauer zum Ende hin vielleicht nicht mehr den ganzen Durchblick hat, der Film kann sich sehen lassen. Dies ist zum einen der Handvoll Darsteller zu verdanken, die allesamt zu überzeugen wissen, obwohl die Figuren allesamt doch eher oberflächlich bleiben. Zum anderen wird die Handlung durch den Humor oftmals aufgelockert, ohne dass es dabei lächerlich oder unglaubwürdig wird.

Besonders hervorzuheben ist der Spannungsaufbau, der ohne irgendwelche Effekte oder sonstigen Schnickschnack erzeugt wird. Besonders zu Beginn des Films ist dies gut ersichtlich, wenn sich Héctor auf der Flucht vor seinem Verfolger befindet, ohne diesen zu sehen. Nur übers Telefon erhält er Anweisungen von einer dritten Person, wo und wie weit entfernt der Angreifer noch ist. Allein diese eine Szene ist so voller Suspense, selbst Alfred Hitchcock hätte es wohl nicht besser hingekriegt. Einen grossen Anteil am positiven Gesamtbild hat zudem die Musik, die das Geschehen immer optimal begleitet.

Fazit: Los Cronocrímenes ist ein kurzweilliger Zeitreisefilm geworden, der zum Teil ein wenig vorhersehbar ausgefallen ist und alles in allem doch eher oberflächlich ist. Wer sich allerdings auch nur ein wenig für Zeitreisen erwärmen kann, dem wird der Film gefallen. Sicher kein Film für die Ewigkeit, aber durchaus unterhaltsam.

3.9 Sterne
3.9 Sterne (6 Bewertungen) | 2 Kommentare

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06.07.2008 / yle