Bruno Manser - Laki Penan (2007)
Bruno Manser - Kampf um den Regenwald
Bruno Manser - Laki Penan (2007) Bruno Manser - Kampf um den Regenwald
Oder: Apocalypto light (but real)
Bereits im Alter von zwölf Jahren schreibt der Basler Bruno Manser in einem Aufsatz: "Könnte ich nur einmal nach Sumatra, Borneo und Afrika und dort im tiefen Dschungel zwischen Gorillas, Orang Utans und anderen Tieren wie ein Höhlenbewohner hausen."
Mit 30 Jahren erfüllt er seinen Wunsch und fliegt nach Borneo. Allein begibt er sich in den Urwald, bis er zu dem nomadisch lebenden Volk der Penan vorstösst. Diese akzeptieren ihn zuerst als "weissen Gast", bis er schliesslich wie einer ihrer Söhne aufgenommen wird. Manser lebt mehrere Jahre unter ihnen, lernt ihre Sprache und beginnt, ihr unerschöpfliches Wissen über die Natur in Tagebüchern festzuhalten.
Bald muss er jedoch erkennen, dass sein neuentdecktes Paradies in Gefahr ist: Mehrere Holzfirmen beginnen rücksichtslos ins Gebiet der Penan vorzudringen. Ihr Lebensraum ist bedroht. Manser - der unterdessen Laki Penan (Penan-Mann) genannt wird - kann davor nicht die Augen verschliessen. Mit spektakulären und waghalsigen Aktionen erregt er weltweit die Aufmerksamkeit von Medien und Politikern.
Am 25. Mai 2000 verlieren sich Mansers Spuren im Urwald von Borneo. Verschwörungstheorien ranken sich um sein Verschwinden. Doch wollte er sich vielleicht nicht einfach zurückziehen?
Kinofilm-Rating
"Ich hatte Manser in den 90er-Jahren kennengelernt und war sehr verblüfft, einem Romantiker zu begegnen, der mit dem Bild des radikalen Aktivisten und Menschenrechtlers, das er vor laufender Kamera von sich gab, kaum zu vereinen war. Je intensiver ich die Zeichnungen, Fotos und Filme aus dem Urwald sichtete, umso klarer wurde es mir, dass ich den Träumer und Utopisten nur im Dschungel Borneos richtig erfassen würde", sagt Regisseur Christoph Kühn sinngemäss. So lässt er in seinem Film auch fast ausschliesslich Penan zu Wort kommen. Wenn diese in ihrer ursprünglichen Sprache von ihrem Freund Laki Penan erzählen, hat der Film in der ersten Hälfte seine spannendsten Momente.
Interessant sind auch die Tonbandaufnahmen, die Manser damals selber aufgenommen und seiner Familie geschickt hat. Sie zeigen einen ruhigen, unendlich naturliebenden Menschen, der sich mit wenig zufrieden zu geben weiss. Eine weitere Quelle sind Fragmente aus Dokumentarfilmen aus den 80er- bzw. 90er-Jahren. Meist bleibt die Kamera aber mitten im Urwald von Borneo. Dies erzeugt eine starke Stimmung, atemberaubende Naturaufnahmen sollte man aber nicht erwarten. Leider wirkt die Musik manchmal störend (warum elektrische Gitarren im Urwald?).
Kühn schafft es, ein vielseitiges Bild Mansers zu zeigen, das die meisten, die ihn bloss aus der Zeitung kennen, wohl überraschen wird. Die Beschränkung auf die Spurensuche im Urwald selber ist leider auf die Dauer etwas eintönig, alles in allem ist Bruno Manser - Laki Penan jedoch ein informativer, stimmungsvoller Dokumentarfilm.
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