Breath - Soom (2007)

Breath - Soom (2007)

Oder: Like a lame Ki-Duk

Breath - Soom

Liebe hinter Gittern

Yeon (Zia) ist verheiratet und hat eine Tochter. Gerade zeigen die Fernsehnachrichten, wie sich der wegen Mordes in der Todeszelle sitzende Jin (Chang Chen) erneut versucht hat umzubringen. Er hat sich ein zugespitztes Zahnbürstli in den Hals gerammt. Ein paar Tage lang ist Yeon geistig abwesend, ihr Ehemann (Ha Jung-Woo) fragt, was los ist, aber sie bringt kein Wort über die Lippen.

Doch bald zieht sie sich ihr Frühlingkleid an, und verlässt die Wohnung. Es ist Winter, die Bäche sind gefroren, und der Taxifahrer ist nicht wenig erstaunt, als die leicht bekleidete Dame spätabends zum Staatsgefängnis gefahren werden will. Dort angelangt will sie Gefangenen Jin besuchen, wird jedoch am Empfang abgewiesen.

Doch der voyeurische Gefängnisdirektor, entdeckt die hübsche Yeon noch rechtzeitig durch die Überwachungskamera, und so wird ihr dann doch Einlass genehmigt. Jin kann noch nicht reden, da das Zahnbürstli seine Stimmbänder geschlissen hat, und so ergreift Yeon nach langem Anschweigen das Wort. Doch sobald sich die zwei ein wenig Annähern (Yeon will Jin eines ihrer Haare schenken), drückt der Direktor auf die Alarmglocke, was das Ende des Besuches bedeutet.

Beim nächsten Treff geht Yeon richtig zur Sache. Sie tapeziert den Gefangenen-Meetingroom mit Blumentapeten, dekoriert das Tischchen und gibt eine Karaoke-Performace mit einem quäkenden Ghettoblaster. Doch ihr Eheman beginnt sich immer mehr zu fragen, was seine Frau Nachts treibt, bis er ihr eines Tages folgt...


Kinofilm-Rating

Soom ist wohl das schlechteste Stück Film, das mir in Cannes bis jetzt über die Leinwand flimmerte. Surrealistisches Kino in Ehren, aber die ganze Geschichte ist völlig absurd. Man weiss nicht einmal, wie die Beziehnung zwischen Yeon und Jin in der Vergangenheit aussah. Jins Antwort "Exfreund" wird nachher nämlich wieder hinterfragt, und so muss man sich folgendes Szenario vorstellen:

Eine verheiratete Frau entscheidet, einen wildfremden Mörder zu besuchen, ihn zu besingen und mit ihm zu schlafen. Dabei watschelt sie leichtbekleidet bei unternull-Temperaturen herum, ohne überhaupt eine Gänsehaut zu kriegen. Der Gefangene kann Tage nachdem er sich eine Zahnbürste in den Hals gerammt hat, wieder vergnügt in seiner Zelle herumhüpfen. Und der voyeristische Gefängisdirektor, den man nie zu Gesicht bekommt, lässt Yeons Ehemann ohne Weiteres ins Besucherzimmer, wo er doch wissen muss, das dies das Ende der Besuche Yeons und somit auch das Ende seiner persönlichen Latenight-Show ist.

Dazu kommt, dass Yeons schrille Stimme bei ihren Karaokeeinlagen einfach unerträglich ist. Da die Dialoge in diesem Film ohnehin schon sehr sparsam gehalten sind, wirken die Gesänge wie eine Ohrfeige Richtung Zuschauer. Fazit: Ein absurdes Familiendrama mit massenhaft logischen Fehlern, einer grunddepressiven Stimmung, vielen langatmigen Szenen und einer sehr mässigen schauspielerischen Leistung.

1.2 Sterne
1.2 Sterne (3 Bewertungen) | 0 Kommentare

1.51.5
21.05.2007 / neh