Breach (2007)
Enttarnt
Breach (2007) Enttarnt
Nach seinem Ausflug in die Bibelstunde, der Komposition zum Weihnachtsfilm The Nativity Story, meldet sich Mychael Danna gleich im Doppelpack mit reservierterer Thriller-Musik zurück. Zuerst vertonte er den US-Geheimdienst-Verschwörungsthriller Breach und dann griff er zusammen mit seinem Bruder Jeff Danna für Fracture zum Taktstock. Beide Scores kommen einiges stiller daher als seine Weihnachtsmusik aus 2006, sind aber nicht minder effektiv.
Zum vorliegenden Album Breach: Nach dem ersten Hördurchgang überzeugt die Musik wenig und hinterlässt keinen bleibenden Eindruck. Wenn man sich das Album aber zwei, drei weitere Male anhört, lassen sich interessante Momente, ein schönes Thema und auch eine stetige Verdichtung der Spannung heraushören. Das Hauptthema wird im Stück "An Agent Named Robert Hanssen" zum ersten Mal in voller Länge vorgetragen. Das Thema scheint dem genannten Charakter Robert Hanssen zugeschrieben zu sein. So, wie sich die Thriller-Story um diese Figur stetig verfinstert, macht auch das Thema während dem Score eine Veränderung hin zu dunkleren Zitaten durch.
Während die erste Hälfte des Scores überwiegend aus Solo Klavierspiel und ruhigen Streichern besteht, beschleunigt sich das Tempon in der zweiten Hälfte mit dem Stück "A Full Day". Etwas gläsern klingende Synthesizer-Effekte gesellen sich dazu. Interessant ist auch das Stück "Double or Nothing", worin man eine kompositorische Ähnlichkeit zu Thomas Newmans Jarehead-Score findet: ein ähnliches pulsierendes Synthesizer-Programming. Überhaupt zieht der Score im zweiten Teil etwas an: Das Tempo erhöht sich, pulsierende Effekte kommen dazu (auch schnellere Streicherbewegungen) und die Themenwiederholungen treten in kürzeren Abständen auf.
Nach den sehr ominösen Stücken "I Matter Plenty" und "The Arrest" kommt das Abschlussstück "The Why doesn't Mean a Thing". Das letzte Stück wäre nicht nötig gewesen, denn es bietet einfach nochmals eine Themenwiederholung auf dem Klavier: sehr leise und eher schwerfällig. Hätte das Album mit "The Arrest" ausgeklungen, wäre das passender gewesen, wenn auch vielleicht etwas abrupt.
Fazit: Mychael Dannas Musik zu Breach ist nach erstmaligem Hören eher enttäuschend. Der Score gewinnt nach mehrmaligem Hören und nach Visionierung des Films aber eindeutig an Qualität und Unterhaltungswert. Insgesamt eine interessante, ruhige und nicht ganz einfache Komposition von Danna.
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