Breach (2007)
Enttarnt
Breach (2007) Enttarnt
Oder: Nastrovje!
Eric O'Neill (Ryan Phillippe) ist ein junger FBI-Angestellter, der einen wichtigen Auftrag zugesprochen bekommt, der ihn wahrscheinlich zum Status "Agent" bringen könnte. Doch anstatt Terroristen zu überwachen und böse Buben zu jagen, wird Eric einem scheinbar harmlosen FBI-Mitarbeiter zugeteilt, der zwar Computer- und Sowjetunion-Spezialist ist, sich aber anscheinend sexuelle Ausschweifungen zu Schulden kommen lassen hat. Agent Robert Hanssen (Chris Cooper) ist das Ziel dieser Überwachung, in der nun Eric als Assistent Hanssens mitarbeiten soll.
"Boss" oder "Sir" sind die einzigen Namen, die Hanssen für sich gelten lässt. Daran hat sich Eric zu halten. Das Verhältnis der beiden Männer taut jedoch bald auf und gemeinsame Kirchenbesuche stehen auf der Tagesordnung. Hanssen gibt das Bild eines Familienmannes ab, der streng gläubig ist, seine Frau liebt und keinesfalls dem Verdacht entspricht, etwas zu tun, das seiner Familie schaden könnte.
Auch dass Hanssen sich zunehmend für das Privatleben O'Neills interessiert, scheint keinen Knacks in die Verbindung der beiden Männer zu bringen. Obwohl die unerwarteten Besuche oder die Diskussionen über "Opus Dei" eigentlich schon ein bisschen zu privat sind. O'Neill berichtet seiner Vorgesetzten, Kate Burroughs (Laura Linney), von seinen Ermittlungen und empört sich, dass überhaupt ein solcher Verdacht gegen eine scheinbar so integre Person wie Robert Hanssen geäussert wurde. Die Wahrheit sieht allerdings anders aus. Denn Burroughs rückt damit raus, dass Hanssen ein zur Sowietunion übergelaufener Agent sei, der regelmässig geheime Papiere mitlaufen lässt und auf dessen Konto bereits mehrere tote Agenten gehen.
Um eine maximale Bestrafung Hanssens zu erreichen, muss der Mann allerdings in Flagranti erwischt werden. Und genau dafür soll nun O'Neill sorgen...
Kinofilm-Rating
Einer muss ja den Anfang machen, wenn es darum geht, potenzielle Oscarfilme zu veröffentlichen. Dieses Jahr ist es Breach, der, basierend auf einer wahren Geschichte, die Konfrontation zweier Männer zeigt, von denen einer gewaltig Dreck am Stecken hat und trotzdem vollkommen überzeugt ist, das Richtige zu tun.
Dass solche ernsten, leisen, aber ausdrucksstarken Filme nicht die grosse Kasse machen, dürfte niemanden überraschen. So konnte Breach in Amerika auch nur knapp über 30 Millionen Dollar einspielen. Meist sind es aber genau diese Filme, die es schaffen, die (nicht so zahlreichen) Zuschauer total zu überzeugen und diese dazu anspornen, von ihren Filmerlebnissen zu erzählen.
Breach ist kein Thriller oder Actionfilm. Es ist ein spannendes Drama um einen Mann, dessen Kartenhäuschen langsam in sich zusammenfällt und der nun vor der Entscheidung steht, noch einmal ein letztes Mal das, in seinen Augen, Richtige zu tun. Bereits in den Anfangsminuten des Films wird, durch Bilder der realen Urteilsverkündung, klar, dass nicht die Frage nach dem "War ers" zentral ist, sondern diejenige des "Wie wird er überführt".
Chris Cooper ist einer derjenigen Schauspieler, die in Hollywood nicht von den Plakatwänden lächeln und alleine mit ihrem Gesicht Eintrittskarten verkaufen. Dabei war er in Syriana, Seabiscuit oder Adaptation mit von der Partie und für Letzteren gabs sogar einen Oscar als bester Nebendarsteller. Der Mann kann also was und das zeigt er in Breach praktisch in jeder seiner Szenen. Er gibt der Figur Tiefe, lässt uns an seinen Beweggründen teilhaben und porträtiert seinen Charakter während der letzten Monate grandios.
An seiner Seite überrascht (ein weiteres Mal) Ryan Phillippe (Flags of our Fathers, Crash) mit einer ebenfalls sehr überzeugenden Darstellung des jungen, aufstrebenden Agentenkandidaten, der schlussendlich zur entscheidenden Figur dieses Dramas wird. Spätestens jetzt sollte Ryan Phillippe bewiesen haben, dass er mehr ist als "nur" der Ex-Mann von Reese Witherspoon.
In einer Nebenrolle kommt Laura Linney recht wenig zum Zug und auch 24-Präsident Dennis Haysbert kann sich nicht so richtig entfalten. Somit bleibt es beim grossen Aufeinandertreffen der Hauptfiguren, die kaum Platz für irgendwelche Nebengeräusche lassen.
Fazit: Breach ist Schauspielerkino vom Feinsten. Die Geschichte hat ein paar Längen und zwischendurch wirds mühsam, den Gesprächen zu folgen, aber die Darsteller liefern erstklassige Arbeit ab. Wer also einen Film übers FBI sehen will, ohne dass die Reifen quietschen oder wie wild um sich geballert wird, der ist bei Breach absolut richtig.
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