Bone Dry (2007)

Bone Dry (2007)

Oder: Sonnencreme anyone?

Bone Dry

Blöde Situation

Eddie (Luke Goss) sitzt in einem Cafe am Highway durch die Mojave-Wüste. Er lässt die Flirterei der in die Jahre gekommenen Serviertochter über sich ergehen und wünscht sich eigentlich nur eins: So schnell als möglich zurück nach Hause zu seiner Familie zu kommen. Er bezahlt seine Rechnung, steckt die Telefonnummer der Dame hinter der Theke ein und setzt sich ins Auto. Gleichzeitig betritt ein Mann mit grossem Hut den Ort. Doch ausser einem bösen Blick in Richtung des ins Auto steigenden Eddie fällt der Kerl nicht auf.

Als Eddie dann auch noch eine Autopanne hat, wirds kritisch. Denn nicht nur kann er nicht mehr weiterfahren, sondern er spürt auch bald den kalten Lauf eines Gewehres im Nacken. Ein Schlag folgt und absolute Dunkelheit. Als Eddie wieder erwacht, findet er sich in der Mitte der Wüste wieder. Mit einem Kompass und einem Funkgerät. Dort meldet sich ein Mann namens Jimmy (Lance Henriksen), der mit Eddie Brutales vorhat.

Bone Dry

Eigentlich wollte er ja nur die Reifen wechseln

Unser Mann aus der Stadt wird nun rumgescheucht. Die Flaschen, die ihm parat gestellt werden, sind entweder mit Salzwasser oder mit betäubendem Mittel gefüllt. So erwacht Eddie später nackt an einen Kaktus gefesselt oder auch mal bis zum Hals eingegraben. Das alles unter der brütenden Sonne und ohne Chance auf Rettung. Denn in dieser Wüste hat es ausser Klapperschlangen und Tarantulas nichts Sinnvolles.

Eddie wird weiter gequält, Jimmy hält sich im Hintergrund. Er lässt ab und zu das Gewehr sprechen, foltert seinen Gefangenen immer wieder mittels bestialischen Spielchen und lässt ihn langsam aber sicher den Verstand verlieren. Was steckt dahinter? Warum macht Jimmy das? Wer ist er überhaupt? Und wird Eddie am Schluss noch die Kraft haben, das alles herauszufinden?


DVD-Rating

Das Filmdebüt von Regisseur und Autor Brett A. Hart ist eine kleine Überraschung geworden. Ein knallhartes Duell in der glühenden Hitze, zwei unterschiedliche Männer und perfide Folterspielchen. Lance Henrikson (Alien vs. Predator, Aliens) spielt Spielchen mit Luke Goss (Hellboy 2, Blade 2). Und das auf recht deftige Art.

Bone Dry hält sich nicht lange mit Einleitungen und Vorstellungen auf und lässt der Story schon bald freien Lauf. Die Erklärungen, nach denen sich der Zuschauer mit zunehmender Filmdauer immer mehr sehnt, behält man sich für den Schluss auf. Und das mit gutem Grund, denn die sind leider ein wenig unspektakulär geworden und beide Darsteller hätten ein besseres Ende der Geschichte verdient. Denn was vor allem Luke Goss in diesen gut 100 Minuten durchleben muss, verdient grossen Respekt. Der ehemalige Sänger der Britpop-Gruppe "Bros" hat sich zu einem anständigen Schauspieler gemausert, der in seinem Repertoire viele Genrefilme aufführt, aber diese stets mit einer gewissen Qualität versieht. So auch in Bone Dry, aus dem er, zusammen mit seinem Filmpartner, das Maximum rausholt.

Lance Henriksen, ein alter Hase im Geschäft, hält sich anfänglich vornehm zurück. Meist ist seine Figur nur als Schatten zu sehen oder hält sein Gesicht verdeckt. Erst wenns gegen den Showdown geht, lüftet er sein Geheimnis und muss dann versuchen, die dürftigen Erklärungen so glaubwürdig wie möglich an den Mann zu bringen. Das macht er anständig und mit ein paar recht coolen Auftritten.

Fazit: Bone Dry besteht mehrheitlich aus Szenen zwischen den zwei Männern, schiebt aber zwischendurch auch mal unnötige Szenen mit Drogenhändlern oder Rückblicke auf die Bar ein. Trotzdem ist der Film als gelungen zu betrachten, denn das Duell in der Wüste ist sehr gut ausgearbeitet, die "Fallen" perfid und blutig und die Spannung nimmt auch stetig zu. Also sicherlich einen Blick wert für alle diejenigen, denen Saw und Konsorten zu blutig, kompliziert oder einfach zu dunkel waren.

Die DVD hat ein kleines Making-Of zu bieten, das unkommentiert einen Einblick in die Filmarbeit bietet und ein paar Szenen à la "B-Roll" zeigt. Ein paar Trailers und ein recht interessanter Audiokommentar runden das Angebot ab. Technisch punktet die DVD vor allem mit klarem und sauberem Bild, während der Ton leider zwischendurch richtige Aussetzer hat, in denen man an der Fernbedienung rumfummeln muss, weil die Lautstärke so stark schwankt. Hätte man vielleicht vorher mal kontrollieren sollen...

3.8 Sterne 3.6 Sterne
3.8 Sterne (3 Bewertungen) | 0 Kommentare

44
16.07.2008 / muri


DVD-Infos

DVD erschienen am 19.06.2008

  • Bildformat: 1.85:1 (16:9)
  • Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Extras: Making-Of, Audiokommentar, Pitchtrailer, Trailers