Blades of Glory (2007)
Die Eisprinzen
Blades of Glory (2007) Die Eisprinzen
Oder: Eispirouetten verbinden
Die hochtalentierten aber grundverschiedenen Eiskunstläufer Jimmy MacElroy (John Heder) und Chazz Michael Michaels (Will Ferell) können sich auf den Tod nicht ausstehen. Als sie nach einem Unentschieden bei den Weltwintersportspielen Goldmedaille und Siegerpodest teilen müssen, kommt es zu einem heftigen Handgemenge vor Publikum und laufenden Kameras. Der Sportverband aberkannt den beiden daraufhin die Medaille und verhängt eine lebenslange Sperre.
Verbannt vom einzigen, was sie beherrschen, geht es mit den beiden Ex-Champions drastisch bergab; der eine versinkt im Alkohol (Chazz), der andere in Bedeutungslosigkeit (Jimmy). Die Rettung naht dreieinhalb Jahre später in der Person von Jimmys Stalker, der herausfindet, dass sein Idol doch wieder Wettkämpfe laufen kann - in der Paar-Kategorie. Jimmy meldet sich für die Weltmeisterschaften an und zwar - Jimmys Coach, Zufall und Zeitmangel sei Dank - mit seinem Ex-Rivalen Chazz als Partner.
Abgesehen davon, dass sich die beiden nach wir vor nicht ausstehen können, müssen Jimmy und Chazz auch noch mit den Intrigen ihrer fiesen Rivalen und mit einer mörderisch-gefährlichen Figur zurecht kommen, die sich ihr Trainer ausgedacht hat. Ein heisser Tanz auf glitschigem Eis...
Kinofilm-Rating
Blades of Glory ist eine überdrehte, manchmal trashige und oft wirklich lustige Komödie mit zwei herrlich disharmonierenden Hauptdarstellern. Der höhlenmenschartige und so gar nicht dem Typus eines Athleten entsprechende Will Ferell (Stranger than Fiction) sorgt mit seinen abgeklärten Sprüchen oder oft auch nur mit einem Gesichtsausdruck für viele komische Momente (natürlich meistens auf Kosten anderer). Von seinem femininen, unglaublich naiven und hinter den Ohren noch grünen Rivalen/Partner John Heder (unverkennbar Napoleon Dynamite) könnte er sich kaum krasser unterscheiden. Die zwei sind so verschieden wie Himmel und Hölle, woraus sich natürlich viele Gelegenheiten für (manchmal mehr, manchmal weniger) gelungene Gags ergeben.
Für ihren Eiskunstlauf-Klamauk haben sich die Regisseure Josh Gordon und Will Speck (Culture) einen munteren Humor-Mix aus situativer, oft skuriler bis absurder, manchmal trashiger, selten makaberer und hin und wieder auch billiger Komik ausgesucht, was insgesamt gut funktioniert. Für die lustigsten Momente sorgen dabei nicht selten Details oder scheinbare Nebensächlichkeiten, wie wenn beispielsweise die unschuldigen WM-Maskottchen im Fahrwasser des tumultuösen Geschehens in unglückliche Mitleidenschaft gezogen werden. Dazwischen gibt es gelegentlich auch Unlustiges und den ein oder anderen Durchhänger - zum Glück aber nicht allzu oft.
Wer wissen möchte, wie man einen "Iron Lotus" springt, ohne dabei den Kopf zu verlieren; welches Wässerchen des Mannes Haar zur fülligen Mähne werden lässt und welche Spezialbürste diese am pfleglichsten zähmt; wie man jemanden ent-adoptiert; wie Luke Wilson (My Super Ex-Girlfriend) eine Gruppentherapie für Sexsüchtige leitet, wie Will Ferell im hautengen Flammenkostüm übers Eis tanzt und wie John Heder Jenna Fischer (The Office) küsst - der soll sich Blades of Glory ansehen. Wer ganz einfach Laune hat auf einen vergnüglich-lustigen Film, garniert mit doppeltem Rittberger und dreifachem Axel, ebenfalls.
PS: Mich hat Blades of Glory manchmal ein bisschen an die Kömodien der achtziger Jahre erinnert, wobei ich aber nicht genau sagen kann, weshalb. Vielleicht wegen den überzeichneten, bewusst schablonenhaften Figuren?
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