Black Ice (2007)
Black Ice (2007)
Oder: Eskalation des Beziehungswirrwarrs
Saara (Outi Mäenpää) und Leo (Martti Suosalo) sind auf den ersten Blick ein funktionierendes Ehepaar. Sie ist Gynäkologin, steht mit beiden Beinen im Leben, und sieht hervorragend aus. Er, grosser Charmeur, ist Architekt, unterrichtet Design und führt mit einem Freund ein erfolgreiches Architekturbüro. Das Liebesleben der beiden ist perfekt, sie leben in einem von Leo kreierten Traumhaus, und auch ihr Freundeskreis scheint viel Positives in ihrem Leben beizutragen.
Eines Tages entdeckt Saara jedoch, dass Leo eine Affäre haben zu scheint, und sie explodiert innerlich vor Eifersucht. Bei der ersten Gelegenheit durchwühlt sie Leos E-Mails, und findet Namen und Adresse der Geliebten, eine Studentin aus seinem Kurs. Sie heisst Tuuli (Ria Kataja), und jobbt als Leiterin in einem Martial-Arts-Studio.
Ohne ihren Ehemann mit ihrer Entdeckung zu konfrontieren, will Saara ihre Konkurrenz zuerst einmal kennenlernen, und findet sich bald als Teilnehmerin des Kampfsportkurses wieder. Langsam schleicht sie sich unter falschem Namen in das Leben von Tuuli ein, bis sie deren Vertrauen und Freundschaft gewinnt. Die beiden teilen sogar bald intime Geheimnisse, wobei Saaras Geschichten teils erlogen, teils wahr sind. Langsam aber sicher gedeiht die Beziehung der zwei Frauen zu einer unzertrennlichen, bei der Saara zunehmends die Kontrolle verliert.
Unterdessen kocht Leo zuhause vor Eifersucht, denn er ist im Glauben, Saara hätte einen anderen, jüngeren Mann gefunden. Er setzt alles daran, seine Ehefrau wieder zurückzuholen, und Saaras ursprünglicher Plan mit Tuuli nimmt langsam konkrete Formen an. Wenn der nur so klappen würde wie vorgesehen...
Kinofilm-Rating
Finnisches Material im diesjährigen Wettbewerb der Berlinale. Die grossen Themen des Films sind Liebe, Eifersucht und Rache, und der Cast versteht es perfekt, diese Spannungen an den Zuschauer zu übermitteln. Der Mix aus Dialogen und Bildersprache ist gut gelungen, speziell Outi Mäenpää als Saara mit ihrer nuacierten Ausdrucksweise ist ein Anwärter auf einen silbernen Bären.
Regisseur Petri Kotwica kreiert aus einem Upperclass-Paar einen Mix aus Drama und Thriller, welcher mit einer interessanten Ausgangsposition startet, aber schlussendlich durch eine Hungerstrecke einen Tick zu lange geraten ist, und deren Zufälle im Endgame ein wenig irritierend sind. Die Absurditäten häufen sich gegen Schluss, bis man gar nicht mehr versteht, in welche Fantasiewelt der anfänglich solide Film einen geführt hat.
Ein Manko ist auch der Humor. Mit dieser interessanten Basis hätte man ab Mitte Film die zahlreichen komischen Situationen herrlich auskosten können, was aber nur ansatzweise bis gar nicht umgesetzt wurde. So verkommt der anfänglich einnehmende Streifen zu einem mittelmässigen Drama, in dem es zwar ab und zu einen willkommenen Twist gibt, sonst aber trotz hervorrangender Leistung der Schauspieler nicht mehr bietet.
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2.5 Sterne (3 Bewertungen) | 0 Kommentare



