Becoming Jane (2007)
Geliebte Jane
Becoming Jane (2007) Geliebte Jane
Becoming Jane lässt Komponist Adrian Johnston erneut mit Regisseur Julian Jarrold zusammen arbeiten. Die beiden hatten sich bereits für den Film Kinky Boots harmonisch in der Bild- und Tonsprache ergänzt. Johnston ist von den Arbeiten für Jarrold abgesehen eher für Vertonungen von TV-Produktionen bekannt. Dass ihm nach seiner Filmmusik zu Becoming Jane weitere grosse Aufträge für das Kino angeboten werden, ist wahrscheinlich. Auch wenn der vorliegende Score genau das bietet, was man sich unter orchestraler Musik für einen solchen Film vorstellt (also eher klischiert seine Runden im Player dreht), so unterhält er mit feinen und warmen Klängen während gut 47 Minuten doch ganz gut.
Das Liebesdrama ist in opulenten Bildern im 18. Jahrhundert angesiedelt. Es erscheint deshalb nahe liegend, dass sich die Filmmusik überwiegend an Solo-Beiträgen für Klavier, Geige und Flöte bedient (der Kammermusik-Effekt). In den Credits steht, dass wir drei Violinen-Solisten, einen Viola-Solisten, einen Pianisten, einen Cellisten und zum Abschluss des Solo-Reigens eine Sopranistin haben. Es überrascht nicht, dass die Filmmusik sehr klassisch daher kommt und zwischen verträumten und hochromantischen Melodien und schnelleren, verspielten Passagen ("Bond Street Airs", "Laverton Fair") hin und her wechselt. Dies macht die Musik unterhaltsam.
In den Stücken "To the Ball" sowie "Distant Lives" kommt ein schönes Thema daher (zwar simpel, aber die Wiederholungen sind sehr effektiv), welches öfters aufgegriffen wird und für die eher dramatische Seite der Beziehung der beiden jungen Verliebten steht. Zwischen die Score-Beiträge reiht sich eine Interpretation des Stückes "Den Vieni Non Tardar" aus Mozarts "Hochzeit des Figaro" ein, gesungen von der Sopranistin Lynda Lee. Das Stück fügt dem Score nichts wirklich Neues hinzu, stört aber auch nicht.
Fazit: Adrian Johnstons Filmmusik zu Becoming Jane ist ohne Ecken und Kanten. Routiniert und den Erwartungen entsprechend tänzeln die Melodien mal etwas melancholischer, mal etwas aufgeweckter, aber stets verliebt während gut 47 Minuten durch die Boxen. Man kann dem Score nichts Böses und keine Kritik anhängen bis auf diese, dass er den eine oder anderen Filmmusikfreund mit der Zeit langweilen könnte. In den filmischen Kontext fügt er sich jedoch wunderbar ein und hat seine Aufgabe somit erfüllt.
Sountrack-Infos
Komponisten Release | Tracks
|


