Becoming Jane (2007)
Geliebte Jane
Becoming Jane (2007) Geliebte Jane
Oder: Very British
Die junge Jane Austen (Anne Hathaway) lebt mit ihrer Familie auf dem Land in England. Die junge Frau ist energiegeladen, weckt die Familie am morgen gerne mit Klaviergeklimper und schreibt leidenschaftliche Texte. Aber mit 20 Jahren wirds, gemäss ihren Eltern (Julie Walters, James Cromwell), dann mal Zeit, sich einen Ehemann zu suchen. Und was war das Wichtigste damals? Genau. Geld. Also wird Ausschau nach einem reichen Mann gehalten, der die Tochter zur Frau nehmen könnte.
Mr. Wisley (Lawrence Fox) wär ein Kandidat. Er ist der Lieblingsneffe seiner alten und vermögenden Tante Lady Gresham (Maggie Smith) und somit eigentlich ein Prachtskandidat für Jane. Doch die zickt. Sie will keinesfalls einen Geldsack heiraten, sondern nur dann diesen Schritt wagen, wenn sie den Mann auch wirklich liebt.
Als der junge Anwaltsaspirant Tom Lefroy (James McAvoy) aus London auftaucht, fängt das Flirten an. Erst ganz verkniffen, dann neckisch und schlussendlich lodernd. Doch Mr. Lefroy hat kein Geld und wird somit als Heiratskandidat von Janes Familie abgelehnt. Doch wahre Liebe kann nichts erschüttern und so treffen sich Jane und Tom weiterhin und verfallen einander.
Da sie aber unter ständiger Beobachtung stehen, wird die Beziehung belastet. Der Onkel von Tom hat zuviel in den jungen Mann investiert, als dass er jetzt Hals über Kopf heiratet und Janes Familie warnt eindringlich vor dem Herrn aus London. Wie wird sich Jane Austen entscheiden? Und in welchen Texten und Geschichten wird sie ihre Gefühle verarbeiten?
Kinofilm-Rating
Ihre Geschichten sind weltbekannt. Pride and Prejudice, Sense and Sensibility oder Emma wurden bereits diverse Mal verfilmt und kommen weiterhin regelmässig in neuen Fassungen entweder ins Kino oder direkt ins Fernsehen. Meist von angesehenen Schauspielern gespielt, versprechen die altertümlichen Geschichten über Liebe, Romantik, Witz und Dramatik gute Unterhaltung. Kein Wunder also, dass es an der Zeit war, das Leben der Jane Austen filmisch fest zu halten. Becoming Jane war zwar kein Hit an den Kinokassen, fährt aber mit einer sympathischen Crew auf und setzt ganz auf witzige Romantik.
Anne Hathaway (The Princess Diaries, Brokeback Mountain) soll sich extra für diesen Film einen britischen Akzent angeeignet haben. Ausserdem hat sie Klavierstunden genommen, um in ein paar Szenen auf dem Piano rumklimpern zu können. Die junge Schauspielerin aus The Devil wears Prada macht dann auch einen sehr guten Eindruck, auch wenn ein paar Mal die "Amerikanerin" durchbricht. Sie verleiht der Figur der Jane Austen aber Glaubwürdigkeit, ist schnippisch, ironisch und will sich mit den Gepflogenheiten von damals nicht so richtig abfinden.
Ihr Filmpartner James McAvoy (The Last King of Scotland) gibt den anfänglich arroganten und hochnäsigen Londoner sehr gut. Seine Entwicklung vom Partygänger und Lustboxer hin zum ernsthaft verliebten und tragisch angehauchten Gentleman meistert er galant. Das Zusammenspiel zwischen ihm und seiner Partnerin passt hervorragend und man wünschte sich mehr solcher schnippischer Flirt-Momente, als es schlussendlich im Film geworden sind.
Was halt immer ein wenig mühsam bei solchen Biographien daherkommt, ist die Geschichte an sich. Klar, bei einer Story über Jane Austen darf man davon ausgehen, dass alles "very british" ist, der Witz meist nur angedeutet wird und die Strenge der damaligen Zeit die Überhand behält. So lässt der Film dann auch eine gewisse Lockerheit vermissen, die wir aus ähnlichen Projekten kennen. Dafür haben die Altstars wunderbare Auftritte und wenn Maggie Smith auf der Leinwand auftaucht, James Cromwell mit tiefer Stimme Monologe hält oder Julie Walters als Mutter ab ihrem Töchterchen fast durchdreht, dann sieht man, wie gut die einzelnen Akteure wirklich sind.
Fazit: Becoming Jane ist eine gelungene Geschichte über eine junge Frau, die sich die Inspiration für ihre Bücher aus dem eigenen, dramatischen, Leben holt. Ein paar Längen hats drin, die Geschichte trieft nicht vor Spannung, dafür agieren die Schauspieler allesamt auf sehr hohem Niveau. Sogar Anne Hathaway fällt da nicht ab und hinterlässt einen sehr sympatischen Eindruck.
Vielleicht eher ein Film für Frauen oder solche, die an verregneten Sonntagen ein Jane Austen-Buch auspacken, anstatt sich ans Videospiel zu machen.
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