Mr. Bean's Holiday (2007)
Mr. Bean macht Ferien
Mr. Bean's Holiday (2007) Mr. Bean macht Ferien
Oder: Frankreich in Not
Kaum hat Mr. Bean (Rowan Atkinson) im Bingo eine Reise ans Meer gewonnen, flüchtet er auch schon vor dem britischen Sauwetter und sitzt im TGV. Via Paris geht's nach Cannes an den Strand. Doch schon im Gare du Nord beginnen die Kommunikationsprobleme. Beans Franz.-Wortschatz umfasst genau drei Worte: Oui, Non und Gracias. Und so steht er nach einer Taxifahrt im Bürodistrikt La Défense statt am Gare de Lyon und sucht verzweifelt die Geleise unter dem Grande Arche. Mit Hilfe eines selbst geeichten Kompasses schafft es Bean trotzdem noch auf den Zug.
Seine Reise soll aber auch für die Nachwelt auf Video festgehalten werden. Da Bean nicht alle Tage in einen Zug zu steigen scheint, muss ein gerade anwesender Passagier das Ereignis filmen. Dass dieser vor lauter Filmerei den Zug verpasst, stört Bean erst, als er merkt, dass der Sohn (Max Baldry) des hilfsbereiten Reisenden bereits im Zug sass. Bean packt das schlechte Gewissen und er kümmert sich fortan um den Jungen. Es stellt sich heraus, dass es sich dabei um den Sohn eine russischen Regisseurs handelt, der am Festival von Cannes in der Jury sitzt. Bean und der Junge landen so bald auf den nationalen Fahndungslisten, was ihre Irrfahrt durch ganz Frankreich nicht leichter macht. Zum Glück gibt's da noch die wunderhübsche Schauspielaspirantin Sabine (Emma de Caunes). Sie will nach Cannes zur Premiere des neuen Films von Carson Clay (Willem Defoe) und nimmt die beiden mit.
DVD-Rating
Vor zehn Jahren stürmte die Kunstfigur von Rowan Atkinson die Kinoleinwand und brachte mit Bean den Beweis, dass eine Sketchreihe im TV definitiv besser aufgehoben ist, als im Kino. In der Zwischenzeit hat sich der gute Autosammler aus England auch in anderen Rollen probiert und mit Keeping Mum oder seinem Kurzauftritt in Love Actually durfte er sogar den einen oder anderen Erfolg einfahren. Sein Johnny English hingegen war so gar nicht lustig. Nun der kurrlige Mann mit der roten Krawatte wieder da und siehe da, Mr. Beans Holiday lief in den Kinos wie geschmiert.
So genial Mr. Bean in seiner TV-Reihe auch ist, wenn neben dem Blödeln und Rumfuchteln auch eine Geschichte mit Hand und Fuss erzählt werden soll, wird's schwierig. Zwar wurden in Mr. Beans Holiday einige herrliche Momente ausgepackt (Opernshow auf dem Markt, Arthouse-Film in Cannes), diese wechseln sich jedoch mit vollkommenem Blödsinnn, altbekannten Sketchen und langweiligen Kindereien ab. Klar, Mr. Bean ist ein Kindskopf, aber etwas mehr Fleisch am Haken hätte man ihm bei seinem zweiten Kinoabenteuer schon gewünscht.
Da Mr. Bean kaum ein paar Worte spricht (im Gegensatz zum ersten Film), muss sich Rowan Atkinson ganz auf seine Mimik und Gestik verlassen. Und auch hier gibt es Licht und Schatten. Einzelne Szenen sind herrlich bebildert und vorgetragen (wenn der Mann auf dem Weg an den Strand über diverse Autos laufen muss, um die Strasse zu überqueren), während man bei anderen halt einfach die Mundwinkel nicht hochkriegt. Rowan Atkinson scheint jetzt also auch noch den letzten Tropfen aus seiner Figur gepresst zu haben und ich würde es begrüssen, wenn Mr. Beans Auftritte sich künftig wieder auf Kurzfilme oder Sketches beschränken würden. Die Figur ist einfach vorbei und für lange Spielfilme nicht mehr zu gebrauchen.
Neben der Titelfigur kommen hauptsächlich ein kleiner Russenbub (*gäähn*), eine redselige Französin (Emma De Caunes) und natürlich Willem Dafoe vor. Vor allem Letzterer hat herrliche Auftritte in Cannes und beweist einmal mehr, dass in ihm nicht nur der Killer, sondern auch der Clown steckt.
Fazit: Mr. Beans Holiday ist ein harmloser Familienfilm, in dem die Witzigkeit der Hauptfigur nur teilweise so richtig rüberkommt. Dazu kommt, dass die Geschichte verdammt anspruchslos ist und man sich eigentlich nur von einer mässig lustigen Szene zur nächsten hangelt. Aber weh tuts niemandem und wer eh auf Mr. Bean steht, der dürfte sich von fehlender Story und lahmen Witzen nicht abbringen lassen, die DVD zu posten.
Warum ist Mr. Bean ausgerechnet nach Frankreich geschickt worden? Wie macht man Filmregen? Diese und mehr Fragen werden in einem schönen Making-Of beantwortet. Die Dreharbeiten während des Festivals in Cannes ergeben ein Extra-Feature und wir erfahren auch, dass die Crew nur 45 Minuten auf dem roten Teppich Zeit hatte, um alle dortige Szenen abzudrehen. Natürlich fehlt der Bericht über Rowan Atkinson selber nicht. Dort wird von seiner Professionalität und seinem Humor geschwärmt und all das wird mit vielen Filmsequenzen unterlegt. Die Frage nach der Zukunft von Mr. Bean wird ebenfalls diskutiert.... Den Abschluss machen 14 zusätzliche Szenen, von denen einige sogar recht glatt sind.
In technischer Hinsicht ist der Transfer des Bildes recht gut gelungen und präsentiert sich als klares und deutliches Bild. Was bei einem Anblick von Rowan Atkinson in Frauenkleidern nicht nötig gewesen wäre.... Auch der Ton vermag zu überzeugen, obwohl Mr. Beans Holiday kein Film ist, der gross Lärm verursacht.
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3.6 Sterne (75 Bewertungen) | 0 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 05.09.2007
- Bildformat: 1.85:1 (anamorph Widescreen)
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1), Französisch (DD 5.1), Spanisch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch, Englisch für Höfgeschädigte, Italienisch, Spanisch, Türkisch, uvm.
- Extras: Bean in Frankreich, Bean in Cannes, Human Bean, Deleted Scenes



