The Band's Visit - Bikur hatizmoret (2007)
Die Band von Nebenan
The Band's Visit - Bikur hatizmoret (2007) Die Band von Nebenan
Oder: Waiting for whatever
Ein ägyptisches Polizeiorchester unter der Leitung von "General" Tawfiq (Sasson Gabai) folgt der Einladung eines arabischen Kulturzentrums in Israel, um an dessen Einweihungsfeier zu musizieren. Erste grosse Ernüchterung macht sich nach Ankunft am Flughafen breit, als dort weder ein Empfangskomitee noch ein Chauffeur bereitstehen. Was tun? Auskennen tut sich niemand, die Englischkenntnisse sind mangelhaft, die Ratlosigkeit hingegen ist gross.
Mit Hilfe des Charmes eines jungen Mitmusikanten landet die Truppe um Tawfiq schliesslich in einem Bus - der sie in der middle of nowhere wieder ausspuckt. Von einem arabischen Kulturzentrum ist in der öden Kleinstadt irgendwo in der israelischen Pampa weit und breit nichts zu sehen. Dafür hat's eine Imbissbude, deren Wirtin Dina (Ronit Elkabetz) den Gestrandeten ein Znacht zubereitet. Der letzte Bus des Tages zurück in die Stadt ist natürlich längst weg und Hotel hat's in der Gegend auch keines. Also lädt Dina die Truppe ein, bei ihr und einigen ihrer Kollegen zu nächtigen...
DVD-Rating
The Band's Visit kommt mit einem unauffälligen, stillen Humor aus und fast wortlos daher. Wenn man spricht, werden die Aussagen mehrmals wiederholt, wohl um ihnen Nachdruck zu verleihen. Die Einstellungen sind lang, manchmal sogar überlang, und nichts passiert. Die Menschen sitzen, stehen, laufen herum und warten auf etwas, ein besseres Leben, dass die Langeweile verfliegt, auf einen Job, dass die Freundin anruft, dass man die Band dirigieren darf oder das die Ehe wieder lebendig wird.
Der Film wird geprägt von sonderlichen Charakteren, allen voran der wortkarge und introvertierte Tewfiq, dem es bereits schwer fällt, jegliche Art von Gastfreundschaft auch nur im Ansatz zu akzeptieren. Auf der anderen Seite des Spektrums steht Dina, die herumschläft, selbst vor verheirateten Männern nicht Halt macht und deren Manieren bestenfalls als derb und männlich zu beschreiben sind.
Schade ist, dass bloss drei der Musiker wirklich porträtiert werden und der Rest als Beigemüse untergeht. Auch fehlt jegliche Art von Gruppengefühl in der Band. Trotz ihrer Unterschiedlichkeit - vom alten Kauz über den Playboy bis hin zum Arschkriecher ist alles dabei - müssten die Mitglieder zumindest bis zu einem gewissen Grad eine Einheit bilden, da sie bereits eine Menge Zeit miteinander verbracht haben.
Die Bildqualität ist grauenvoll, körnig und blass. Das Blau der Polizeiuniformen sieht eher aus wie Grau und die Landschaft versinkt in einer undefinierbaren Uni-Farbe. Deshalb hat man schon gar keine Lust darauf, sich die 50minütigen Extras auch noch anzuschauen. Schade, technisch wie inhaltlich wäre hier mehr drin gewesen.
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4.7 Sterne (37 Bewertungen) | 4 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 05.06.2008
- Bildformat: 16:9 (1:1.85)
- Sprachen: Deutsch, Englisch (DD 5.1 / DD 2.0)
- Untertitel: Deutsch, Französisch
- Extras: Interviews, Making Of, Trailer


