Balls of Fury (2007)

Balls of Fury (2007)

Oder: Im Untergrund ists lustig

Balls of Fury

Made in Germany

Wir schreiben das Jahr 1988. Im Finale des olympischen Tischtennisturniers stehen sich der 12-Jährige Randy Daytona und der Spieler aus der DDR, Karl Wolfschtagg (Thomas Lennon) gegenüber. Randys Vater (Robert Patrick) wettet sein ganzes Geld auf seinen Junior, der dem Druck nicht gewachsen ist und vom deutschen Grossmaul in Grund und Boden gespielt wird.

2007 treffen wir Randy (Dan Fogler) wieder. Er ist fett geworden, arbeitet in einem Casino in Reno und spielt auf der Bühne eine Ping-Pong-Nummer. Bis er einen Gast so erschreckt, dass dieser eine Herzattacke erleidet. Randy wird gefeuert und sieht sich bald darauf von FBI-Agenten umzingelt. Die wollen seine Fähigkeiten mit dem kleinen Ball für eine verdeckte Operation nutzen. Und zwar im Gebiet des "Underground Ping-Pong".

Balls of Fury

Schnauze halten und konzentrieren!

Randy bekommt einen alten chinesischen Trainer namens Master Wong (James Hong) zur Seite gestellt, der ihm die Geschicklichkeit und den Willen zurückgeben soll. Ebenfalls nimmt Wongs Tochter Maggie (Maggie Q) an dieser Operation teil. Und so sehr sich Randy auch an sie ranmacht, mehr als ein Naserümpfen hat sie für den langhaarigen Dicken nicht übrig.

Als die ersten Gegner von Daytona besiegt werden, wird auch der Gangsterboss Feng (Christopher Walken) auf Randy aufmerksam. Dieser lädt ihn ein zum Turnier der Champions. Wer gewinnt, qualifiziert sich für die nächste Runde. Der Verlierer wird getötet. Randy Daytona muss nun also um sein Leben spielen, um den bösen Feng ein für alle Mal dingfest zu machen. Zumal dieser auch mit Master Wong noch ein Hühnchen zu rupfen hat.


DVD-Rating

Ein Tischtennisturnier im Untergrund. Ein Hauptdarsteller mit dickem Bauch und Koteletten bis an die Kinnspitze. Illustre Namen, die den Affen machen und Witze, die es nur selten über die Gürtellinie schaffen. Wenn man das alles zusammenmischt, entstehen Filme wie Balls of Fury. In den Schweizer Kinos nie gelaufen, schaffte der Film beispielsweise in Deutschland den Sprung auf die Leinwände, wurde aber schon bald wieder aus den Kinosälen entfernt. Nun besteht die Hoffnung, dass diese Komödie wenigstens auf DVD noch ein bisschen Geld einspielt.

Die Geschichte ist einfach und stellt bereits am Anfang das Niveau fest. Ein Bub wird von einem deutschen Tischtennisspieler vorgeführt, vom Vater verstossen und findet sich Jahre später aufgedunsen in einer zweitklassigen Revue-Show wieder. Von da an nimmt die Story um das anfänglich erwähnte Ping-Pong-Turnier im Untergrund seinen Lauf und nützt die diversen Möglichkeiten stets, wenn es darum geht, einen faulen Witz an den Mann zu bringen. So richtig lustig ist Balls of Fury leider nur selten.

Dan Fogler versucht krampfhaft lustig zu sein, wird von Christopher Walken (dem einzigen kleinen Highlight des Films) an die Wand gespielt und wer ein eifriger Gucker von King of Queens war, der dürfte auch "Spence" erkennen. Der Rest des Casts passt sich der Fläche des Niveaus an und macht den Braten auch nicht mehr feiss.

Fazit: Balls of Fury ist eine relativ mühsame und dämliche Komödie, die kaum einen schlechten Gag auslässt und den Zuschauer nur bedingt zum Lachen bringt. Anhand des Trailers hatte man dies schon vermuten können, doch der finale Film wird sicherlich kein Kandidat für die Ewigkeit.

Die unveröffentlichten Szenen und das alternative Ende sind auf dem Niveau des restlichen Films und wohl nur was für die stahlharten Fans solcher Produktionen. Auch das Filmchen, in dem ein Ballmädchen bei ihrer "Arbeit" begleitet wird, ist nett, aber keinesfalls richtig lustig. Im Making-Of sieht man dann noch alle Involvierten vor der Kamera, wo sie mehr oder weniger Sinnvolles von sich geben und von den tollen Dreharbeiten berichten.

Technisch hingegen ist Balls of Fury als gelungen zu betrachten. Ton und Bild sind in guter und schöner Qualität vorhanden und mit vier Tonspuren kann man auch die italienisch- und spanischsprechenden Menschen zufrieden stellen. Die deutsche Synchro sollten sich aber wirklich nur diejenigen antun, die nicht anders können. Denn die Witze und Sprüche dort sind nochmals eine ganze Stufe dämlicher als im englischen Original.

3.1 Sterne 4.2 Sterne
3.1 Sterne (17 Bewertungen) | 0 Kommentare

1.51.5
03.12.2008 / muri (Inhalt), tam (Rating)


DVD-Infos

DVD erschienen am 24.11.2008

  • Bildformat: 1.85:1 (anamorph Widescreen)
  • Sprachen: Deutsch (DD 5.1); Englisch (DD 5.1); Spanisch (DD 5.1); Italienisch (DD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch; Englisch; Spanisch; Italienisch
  • Extras: Geschnittene Szenen; Alternatives Ende; Making-Of; Das harte Leben eines Ballmädchens