Atonement (2007)

Abbitte

Atonement (2007) Abbitte

Oder: Drama, Baby, Drama!

Atonement

Blumen...

England, 1935: Während der Welt ein Zweiter Weltkrieg droht, leben zwei Schwestern von den Eltern wohlbehütet in einer riesigen ländlichen Villa. Briony (Saoirse Ronan), die jüngere, ist eine begeisterte Schriftstellerin und hat im Alter von gerade mal 13 ihr erstes Stück geschrieben. Die ältere Cecilia (Keira Knightley) ist derweil heimlich verliebt in Robbie (James McAvoy), den Sohn der Haushälterin.

Das Unheil nimmt seinen Lauf mit einem irrtümlich abgesendeten obszönen Brief Robbies an Cecilia, den Briony zu lesen bekommt. Kurz darauf ertappt sie die beiden Turteltauben in flagranti. Des Übels nicht genug: in einer Nacht kurz darauf wird sie auch noch Zeugin, wie ihre Cousine vergewaltigt wird. Obwohl Briony das Gesicht des Übeltäters nicht erkannt hat, ist sie überzeugt, dass es sich dabei nur um Robbie handeln kann. Aufgrund ihrer Aussage wird dieser verhaftet.

Atonement

...erhalten die Freundschaft.

Vier Jahre später. Robbie wird vor die Wahl gestellt: Weiterhin im Gefängnis schmoren oder der Armee beitreten. Er entscheidet sich für letzteres und zieht als Soldat nach Frankreich in den Krieg gegen die Nazis. Cecilia und Briony (Romola Garai) sind mittlerweilen als Krankenschwestern tätig und pflegen Kriegsverwundete. Cecilia hofft inständig auf Robbies baldige Rückkehr, während Briony vom schlechten Gewissen geplagt wird und immer stärkere Zweifel hegt: war es damals wirklich Robbie, den sie in dunkler Nacht gesehen hat...?


DVD-Rating

Im diesjährigen Oscar-Duell zwischen No Country for Old Men und There will be Blood mischelte auch noch ein dritter Film mit, der sieben Nominationen einheimste und schlussendlich aber doch nur mit einer einzigen Statue heimging. Atonement berührte im Spätsommer 2007 das Schweizer Publikum und brachte es fertig, dass gestandene Männer im Kino nach dem Taschentuch griffen.

Atonement basiert auf dem Roman von Ian McEwan, der beispielsweise auch die Vorlage für The Good Son schrieb, in dem Home Alone-Star Macaulay Culkin auf Lord of the Rings 1-Hobbit Elijah Wood traf. Mit Atonement wurde jetzt aber eine Geschichte verfilmt, die schon in Buchformat erstaunliche Nehmerqualitäten hat. Obwohl man eigentlich denkt, solche ach so tragischen Geschichten wären höchstens was für Heulsusen, kommt man kaum mehr weg vom Buch, wenn die Story Fahrt aufnimmt.

Genau so ergehts dem Zuschauer des Films, der anfänglich ein bisschen Geduld beweisen muss, sich aber ab dem herrlich englischen Akzent erfreuen kann. Saoirse Ronan, die 13-Jährige mit den bestechenden Augen, beherrscht den Anfang. Sie gibt die jüngste Ausgabe der "Briony", die danach noch zwei weitere Darstellerinnen bekommt, je älter sie wird. Bald schon wird klar, dass es sich bei Atonement um eine hervorragende Adaption des Buches handelt und das Interesse des Zuschauers nimmt weiter zu, bis dann im gar dramatischen Finale natürlich die Auflösung der Geschichte präsentiert wird.

Schauspielerisch ist vor allem das erwähnte Mädchen herauszuheben, aber auch Keira Knightley (Pirates of the Caribbean) und James McAvoy (The Last King of Scotland) spielen ganz klar über Standard. Vor allem Erstere überzeugt, auch wenn sie optisch doch den einen oder anderen "Dickmacher" vertragen könnte.

Was einem ebenfalls auffällt, ist das herrliche Dekor, die schönen Kleider und die tollen Landschaftsaufnahmen. Von der stimmungsvollen und teils sehr mitreissenden und dramatischen Musik wird man zusätzlich in die Geschichte gezogen und auch sie hinterlässt einen sehr starken Eindruck.

Fazit: So richtig glauben wollte ichs ja eigentlich nicht, aber Atonement fesselt wirklich. Die Geschichte ist tragisch, die Verwicklungen ebenso und wenn die ein bisschen unübersichtlichen Zeitsprünge besser gelungen worden wären, dürfte hier die Höchstnote verteilt werden. So gibts immerhin ein "Sehr gut", das aber mehr als verdient ist.

Passend zum Hauptfilm wird uns davor ein kurzer Trailer von Elizabeth: The Golden Age vorgesetzt, bevor wir uns, via dem knapp halbstündigen Making-Of, den Hintergründen widmen. Ja, auch die drei Brionys werden erklärt und das sogar recht sinnvoll. Ausserdem gibt es in den leider sonst recht mageren Extras noch einen leider sehr kurzen Bericht zur schwierigen Umsetzung des Buches zum finalen Film. Die zusätzlichen Szenen bieten keine grossen Infos.

Herrlich bebildert und glasklar ist das Bild geworden. Und auch der Ton dröhnt beeindruckend durch die Boxen und lässt somit keinen grossen Mangelpunkt an der technischen Umsetzung auf die DVD zu.

4.9 Sterne 4.2 Sterne
4.9 Sterne (111 Bewertungen) | 3 Kommentare

5.0 Sterne5 von 0.0-6.0
23.03.2008 / ebe (Inhalt), muri (Rating)


DVD-Infos

DVD erschienen am 26.03.2008

  • Bildformat: 1.85:1 (anamorph Widescreen)
  • Sprachen: Deutsch (DD 5.1), Englisch (DD 5.1), Ungarisch (DD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch, Englisch, Ungarisch, Türkisch, Arabisch, Bulgarisch
  • Extras: Making-Of, Unveröffentlichte Szenen, Vom Buch zum Film, Audiokommentar