Arctic Tale (2007)
Königreich Arktis
Arctic Tale (2007) Königreich Arktis
Oder: Knut lässt grüssen
Im ewigen Eis der Arktis gibts, trotz klirrender Kälte, pulsierendes Leben. Unter anderem eine Eisbärenfamilie, in der das junge Weibchen Nanu den Ernst des Lebens kennen lernen muss. Dazu gehören neben dem alltäglichen Rumspielen mit ihrem Bruder auch die ernsthafteren Lektionen, die ihr ihre Mutter lehren will. Warum darf man als Eisbärenjunges nicht zu nah an die ausgewachsenen, männlichen Verwandten ran? Genau, weil die sonst die Krallen ausfahren und man als Vorspeise endet. Wie geht man auf die Jagd, wenn das Gebiet immer kleiner wird und das Eis immer schneller schmilzt?
Gleichzeitig ist Seela auf die Welt gekommen. Sie gehört zu den Walrössern, die zwar am gleichen Ort wie die Eisbären leben, aber in Sachen Familienstruktur vollkommen anders organisiert sind. Umgeben von allerlei Verwandten in der grossen Herde, haben die Walrösser ein hartes Leben, da auch ihr Jagdgebiet immer mehr der Klimaerwärmung zum Opfer fällt. Ausserdem sind sie dauernd auf der Hut vor den grossen Eisbären, zu denen auch bald Nanu gehören wird.
Zwei unterschiedliche Tiere, zwei ebensolche Lebensarten. Und doch haben Eisbären und Walrösser in diesem Fall mehr gemeinsam, als es auf den ersten Blick den Eindruck macht. Beide Tierarten leiden unter dem gleichen Übel namens Klimaerwärmung. Und trotzdem versuchen Nanu und Seela einen Platz in ihrem Umfeld zu finden. Ein Umfeld, das von Menschenhand immer bedrohter wird und in dem beide Tiere täglich um ihr Überleben kämpfen müssen.
Kinofilm-Rating
An inconvenient Truth setzte den Anfang. Al Gore machte uns mit seiner Dia-Show ein schlechtes Gewissen und auf diesen Zug springen jetzt auch andere immer öfters auf. Earth zeigte herrliche Bilder von vielleicht bald zerstörten Landschaften, La Planete Blanche brachte uns die Arktis mit all ihrer Schönheit und Brutalität näher und schlussendlich erinnern wir uns noch alle an die schweren Wanderungen in Die Reise der Pinguine, der ja sogar mit dem Oscar gekrönt wurde.
In all diesen hervorragenden und bildlich aussergewöhnlichen Dokumentationen wurden die Kinder aussen vor gelassen. Schöne Bilder darf man zwar auch den Kleinen zeigen, aber wenn dann das Blut spritzt, Tiere gejagt (und verspeist) werden oder mit der Robbe Schwanzflossentennis gespielt wird, dann ists fertig mit der Nachtruhe und das Geschrei geht los. Darum kommt jetzt Arctic Tale, damit auch die Kleinsten wissen, dass wir Sorge zur Umwelt haben müssen, da sonst die herzigen Eisbären nicht mehr im Schnee rumtollen können.
15 Jahre dauerten die Dreharbeiten zu diesem Film. Und die haben sich für uns Zuschauer definitiv gelohnt. Es gibt, einmal mehr, wunderschöne Bilder, herzige Tierchen, ein wenig Dramatik und Sachen, die man halt einfach so noch immer nicht gesehen hat. Alles untermalt vom Kommentar von Queen Latifah. Da es sich hier um Kids-Verison des heiklen Themas Umweltschutz handelt, haben die Tierchen auch Namen, ja sogar Tanten und Onkel. Damit auch ja jeder Kleine nach dem Kinobesuch den Papa mit ernstem Gesicht anguckt, wenns mit dem Auto nachhause geht.
Fazit: Arctic Tale ist ein wunderschöner Film geworden, der für einmal vor den richtig bösen und brutalen Realitäten der Natur abbremst und nur solche Tiere umkommen lässt, zu denen der Zuschauer keinen Bezug hat. Das schmälert natürlich nicht die Tatsache, dass es einmal mehr ein Meer an wundervollen Bildern zu beäugen gibt, die Tiere wirklich wirklich herzig sind (auch wenn wir "Knut" und "Flocke" nicht mehr sehen mögen) und die Message nun auch für den Nachwuchs klar ist. Die Erde wird wärmer. Wir müssen was dagegen tun. Das wissen jetzt auch die Kleinen. Dafür sorgt Arctic Tale.
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4.1 Sterne (7 Bewertungen) | 1 Kommentar



