Les Amours d'Astrée et de Céladon (2007)

Les Amours d'Astrée et de Céladon (2007)

Oder: Franzsstunde auf die erotische Art

Les Amours d'Astrée et de Céladon

"Ich zuerst!"

Céladon (Andy Gillet) ist ein Schäfer. Astrée (Stéphanie de Crayencour) ist eine Schäferin. Und die beiden lieben sich sehr. Bis Céladon eines Tages von einer anderen Frau geküsst wird. Astrée ist zutiefst gekränkt und will ihn nie mehr sehen. Céladon, nun ebenfalls zu Tode betrübt, beschliesst, ins Wasser zu gehen. In letzter Sekunde wird er gerettet von einer bezaubernden Nymphe, Galathée (Véronique Reymond), die den jungen attraktiven Mann fortan für sich beansprucht und in ihrem goldenen Käfig gefangen hält.

Mit Hilfe von Léonide (Cécile Cassel) und in Frauenkleidern entflieht Céladon Galathée und macht sich auf die Suche nach seiner Herzallerliebsten. Doch halt: hat ihm diese nicht verboten, ihr jemals wieder unter die Augen zu kommen? Doch! Verzweifelt verharrt er in einer Art Waldhütte, spielt Flöte und singt traurige Lieder. Was er nicht weiss: Astrée hat in Zwischenzeit Céladons Abschiedsgedicht gelesen und weint bittere Tränen über den vermeintlichen Tod ihres Liebsten...


Kinofilm-Rating

Was kann man erwarten, wenn ein 87-jähriger Altmeister der Nouvelle Vague einen barocken Schäferroman aus dem 17. Jahrhundert verfilmt? Richtig, Les Amours d'Astrée et de Céladon. Ein wenig erinnert dieser Streifen an die furchtbar langweiligen VHS-Filme, mit welchen einem die Franzlehrerin anno dazumal in den Schlaf gequält hat - was sich aber nie jemand anmerken liess, denn in der Schule Film schauen ist ja grundsätzlich immer noch besser als eine normale Lektion durchstehen müssen. Ganz unabhängig von der Qualität des Filmes.

Für gelangweilte Schüler im "schwierigen" Alter, zumindest die männlichen unter ihnen, dürfte der Film aber dennoch seinen Reiz haben, verhüllen doch in mehreren Szenen lediglich einige seidene Stofffetzchen die traumhaft schönen Körper der ebenso traumhaft schönen Schauspielerinnen. Die Schönheiten tragen so wundervoll klangvolle, auf der Zunge zergehende Namen wie Stéphanie de Crayencour oder Véronique Reymond und entblössen schon mal die eine oder andere Brustwarze. Einem pubertierenden Schüler sei es deshalb verziehen, wenn bei deren Anblick nicht nur die Gefühle in Wallung geraten. Doch was ist mit einem Regisseur vom Kaliber eines Eric Rohmer? Ein paar unverschämte Gedanken gehen einem hier durch den Kopf, die an dieser Stelle allerdings nicht niedergeschrieben werden sollen.

Nur noch soviel: Les Amours d'Astrée et de Céladon ist eine zähe, leicht antiquiert wirkende Franzstunde mit einigen lüsternen Farbtupfern. Da meine Schulzeit längst hinter mir liegt und ich es nicht mehr nötig habe, den Lehrern der Note zuliebe Honig um den Mund zu schmieren, darf ich ungeniert die völlig undifferenzierte und sicherlich total subjektive Wertung verteilen, die der Film meines Erachtens verdient. Schön ist das Leben, wenn man aus der Schule ist.

2.2 Sterne
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02.09.2007 / ebe

Les Amours d'Astrée et de Céladon (2007)
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