Alvin and the Chipmunks (2007)
Alvin und die Chipmunks - der Kinofilm
Alvin and the Chipmunks (2007) Alvin und die Chipmunks - der Kinofilm
Oder: Boom Chicka Wow Wow
Alvin, Theodore und Simon sind Chipmunks und leben in einem Tannenbaum irgendwo im Wald. Als dieser, Weihnachten steht vor der Tür, gefällt wird, springen die Viecher in den Transporter und enden in der Empfangshalle der "Jett Records", einem Musikvertrieb. Dort ist auch grad der zur Zeit eher unglücklich agierende Songschreiber Dave (Jason Lee) vor die Tür gesetzt worden. Seine letzten Songs überzeugen den Manager Ian (David Cross) nicht im geringsten und haben keine Aussichten, finanziell erfolgreich zu sein.
Alvin und seine Brüder schlüpfen in einen Geschenkkorb, den Dave auf dem Rausweg mitlaufen lässt und landen somit in dessen Wohnung. Dort wird erstmal grosser Radau veranstaltet, die Haushaltsgegenstände zweckentfremdet und Dave vor eine harte Probe gestellt. Doch siehe da, die Chipmunks können singen! Richtig. Reden wär schon genial (das sind ja immerhin Tiere), aber singen? Dave einigt sich mit dem Trio auf folgenden Deal: Sie dürfen bei ihm wohnen, wenn sie dazu im Gegenzug seine Songs singen.
Und siehe da, Alvin and the Chipmunks legen ungeahnte Qualitäten an den Tag, die Songs verkaufen sich wie warme Weggli und Dave hat endlich einen Grund, seine Ex-Freundin Claire (Cameron Richardson) zu beeindrucken. Die Tierchen bekommen Pullover, Spielzeugbrillen und fressen sich die Bäuche voll, während Dave endlich nicht mehr an seinen Songschreiberqualitäten zweifeln muss.
Dumm nur, dass der gierige Plattenmanager Ian Lunte gerochen hat und nun versucht, die singenden Fellknäuel auf eigene Weise zu vermarkten. Und dazu ist ihm Dave nur im Weg.
Kinofilm-Rating
Alvin and the Chipmunks sind keine Neuerfindung, sondern existieren schon seit den späten 50-er Jahren. Das heisst, sie "existieren" ja nicht wirklich, sondern sind das Produkt von Ross Bagdasarian, seiner Fantasie und einem Musikcomputer, mit dem der Mann seinen eigenen Gesang beschleunigen konnte, nur um ihn danach digital so zu verändern, dass es sich anhört, wie wenn man mit Helium in der Lunge singen würde. Voila, der Erfolg gab dem Mann recht und Alvin and the Chipmunks veröffentlichten jedes Jahr CDs, die sich besonders zu Weihnachten extrem gut verkauften.
Nun hat sich also Hollywood aufgemacht, uns die Geschichte dieser drei Viecher noch einmal zu erzählen. In einen Realfilm eingebettet, fräsen die nervösen Tierchen nun animiert über die Leinwand, bringen alles und jeden durcheinander, sind zuckersüss und werden wohl ein weiteres Mal mit ihren Merchandise-Artikeln die Welt erobern.
Mitten drin in diesem kindgerechten Wahnsinn steht Jason Lee. Jawohl, genau derjenige, der in Dogma so lustig war, in Almost Famous so hippig und in The Incredibles dem Bösewicht die Stimme lieh. Und er behauptet sich gut gegen seine animierten Kumpels. Dass die ganze Beziehung zwischen Mensch und Chipmunk natürlich auf die kleinen bis ganz kleinen Zuschauer zielt, ist ebenso klar, wie die Tatsache, dass die Geschichte völlig ohne Überraschungen abläuft.
Die Guten erkennt man vom Schiff her und die weniger Guten (so richtig "Böse" gibt es ja in solchen Filmen nicht...) ebenso. David Cross als Plattenheini hat sich hier die beste, menschliche, Rolle gefasst. Aber auch er kommt aus den Stereotypen nicht raus.
Die Animation der Chipmunks ist dagegen sehr gut gelungen und teilweise machen die Viecher wirklich Spass. Allerdings wenn sie anfangen zu singen, darf der Zuschauer das Hirn auch mal auf Durchzug schalten. Denn wenn es nicht gerade Chipmunk-Verisionen bekannter Songs sind, dann präsentieren sie den typischen, vorweihnachtlichen und nichtssagenden Musikstil, der in amerikanischen Kinderfilmen zum Standard gehört. Übrigens, die Stimme von Alvin spricht Justin Long, der Computernerd aus Live free or Die hard. Grad wenn man denkt, der Kerl würde doch nicht so nerven, kommt er mit sowas....
Fazit: Alvin and the Chipmunks zielt auf ein junges Publikum und trifft da genau ins Schwarze. Die Kids im Screening waren hell begeistert, konnten laufhals lachen und vielfach mitwippen, wenn auf der Leinwand der Chipmunk tanzte. Diejenigen im Alter über 10 Jahre kriegen ein paar nette Witzchen und Sprüche geboten, dürfen aber nach der Pause mit einem immer abflachenderen Film rechnen, der sie nicht vom Hocker reissen wird.
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