300 (2007)
300 (2007)
Oder: Don't fuck with the Chippendales!
Der Himmel wird schwarz, für einen kurzen Moment. Man hört ein bedrohliches Zischen, als würde der Wind beschleunigen. Und was dann folgt, was sich da vom oben herab stürzt, ist kein Vogelschwarm, sondern eine Wolke voller Pfeile. Sie prasseln alle herunter, bleiben im Boden stecken, oder in Schutzschilder. Danach stehen sie auf, die Soldaten von Sparta, jeder unversehrt. Jetzt sind sie an der Reihe, und mit Unerbittlichkeit pflügen sie sich durch das Heer von Persern.
300 Kämpfer gegen zehntausende von Perser, eine eigentlich unmögliche Sache. Doch die Spartaner sind die zähesten, härtesten und geschicktesten Kämpfer überhaupt. Bereits seit kleinauf werden sie für den Kampf erzogen, werden in die Abgeschiedenheit geschickt, um dort zu überleben. Nun setzen sie alle ihre erlernten Fähigkeiten ein, um die Freiheit ihres Landes zu verteidigen.
Geführt wird die auserwählte Schar von König Leonidas (Gerard Butler). Der hat den Persern den Krieg erklärt, und somit auch dessen Oberhaupt Xerxes (Rodrigo Santoro), diesem Piercing-Fetischisten, der sich ungeniert als Gott bezeichnet. Seinem Hang zum Grössenwahn zeigt sich auch in dessen jenseits jeder vernünftigen Dimension liegenden Armee. Doch Xerxes tut gut, viele Kämpfer zu schicken, denn die Verluste auf seiner Seite sind gross. Mit einem Angebot versucht er Leonidas umzustimmen. Als dieser es ausschlägt, kommt es zum ultimativen Showdown.
Kinofilm-Rating
Nun, was soll jetzt hier wie benotet werden? Eine Krux ist das mit Filmen, die technisch unglaublich aufwändig und auf der Oberfläche glänzen, deren Story aber eigentlich keine ist. Ein Land fühlt sich bedroht und verteidigt sich; damit wär's das mit der Handlung. Viele Sandalenfilme aus den 50ern hatten da mehr Substanz als die Adaption von Frank Millers Graphic-Novel.
Belassen wir es also mit dem einfach gestrickten Ablauf, und kommen wir zu dem, was hier zählt, nämlich Action und Technik. Was hier alles an CGI-Grafik verwendet wird, um die imposante Umgebung darzustellen, schlägt wohl sogar Spider-Man. Fast ein Jahr dauerte dann auch die Post-Produktion. Der Atmosphäre willen hat sich der Aufwand aber gelohnt. Düster und dunkel ist es in Griechenland, die Bilder besitzen einen starken Kontrast, und nur schon ein Blick auf das Meer lässt es einem kalt den Rücken runter laufen. Etwa so wie es das Gemetzel während der Kämpfe tut. Bloody hell indeed, hier fliegen die Körperteile, als würde man mit ihnen jonglieren.
Das Vergnügen, 300 zu verfilmen, fiel Zack Snyder zu. Frank Miller hatte zwar selber Pläne, Regie zu führen, liess aber davon ab. Mit dem Ergebnis ist er jedenfalls sehr zufrieden. Und wir? Spalten wir die Bewertung auf: 6 Sterne für Action und Technik, 1 Stern für Handlung = 3 Sterne. Und als Fantasyfan gibt's noch einen dazu.
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4.3 Sterne (229 Bewertungen) | 171 Kommentare



