28 Weeks Later (2007)
28 Wochen später
28 Weeks Later (2007) 28 Wochen später
Oder: The Virus is back
Ein halbes Jahr nach dem Ausbruch des Virus beginnt man mit der Re-Zivilisation von Central London. Nachdem die Zombies verhungert sind, ist eine Spezialeinheit der US Army ins Zentrum von London vorgedrungen und hat systematisch mit der Säuberung eines Stadtteils begonnen. Die saubere Zone wurde zum District 1 ernannt und komplett vom restlichen London abgeriegelt. Als Grundversorgung gewährleistet werden kann, beginnt man mit der Rückführung von Zivilisten, mit dem Ziel später einmal zurück zur Normalität zu finden.
Tammy (Imogen Poots) und Andy (Mackintosh Muggleton) gehören zu den ersten Kindern, die auf die Insel zurück dürfen. Sie waren beim Ausbruch des Virus auf einem Ausflug in Spanien und wurden so von ihren Eltern getrennt. Die Freude ist entsprechend gross, als sie von ihrem Vater Don (Robert Carlyle) nach der Ankunft in London abgeholt werden. Doch bald müssen sie erfahren, dass ihr Vater zu den wenigen Überlebenden gehörte und er bei einem Angriff der Zombies ihre Mutter sterben sah, bevor er sich selber retten konnte.
Nach einem Ausbruch aus der Sicherheitszone machen sich Andy und Tammy auf zu ihrem früheren Zuhause. Eigentlich möchten sie sich nur ein paar Erinnerungen aus ihrem früheren Leben holen. In dem Moment als sie auf eine lebende Person stossen, nimmt ihr Ausflug ein jähes Ende, denn sie werden von der Army aufgeriffen und zurück in District 1 gebracht. Die amerikanische Medizinerin Scarlet (Rose Byrne) untersucht die aufgegriffene Person und stellt fest, dass die sie den Virus in sich trägt ...
Kinofilm-Rating
Bei 28 Weeks Later handelt es sich um das Sequel des äusserst erfolgreichen britischen Films 28 Days Later, welcher speziell in den USA die Kinokassen erstaunlich gut füllte. Im ersten Teil brach das Zombie-Virus aus und die Bevölkerung versuchte primär den Infizierten zu entkommen. Es ging um das schlichte Überleben, alles andere war im Moment egal. Im zweiten Teil hat man bewusst auf einen Neuanfang gesetzt und nicht krampfhaft versucht, exakt an das Ende von Teil 1 anzuschliessen. Zwei Grundelemente wurden übernommen: Das Virus mit seinen Auswirkungen und den Ort des Geschehens - London. Dies gibt dem Film ein gewisses Eigenleben, macht ihn interessant und nicht einfach zu einem billigen Abklatsch seines Vorgängers.
Natürlich fehlen die klassischen Elemente eines Horrorfilms nicht bei 28 Weeks Later. So kann man sich enorm über die Dummheit gewisser Charakteren aufregen, weil man sichtlich erahnen kann welche Folgen ihre unbedachten Handlungen haben werden. Nachdem das Virus wieder ausbrechen konnte, spritzt viel Blut - nichts für schwache Nerven. Extrem schnelle Schnitte, wackelige Kamerafahrten und diverse Lichteffekte unterstreichen die Dramatik der Bilder so stark, dass einem fast etwas unwohl wird in der Magengegend. Die Metzel-Sequenzen meist auch ziemlich lange und schonungslos realistisch - gewisse Leute werden diesen Film sicherlich vorzeitig verlassen.
Auch wenn ich mich weder als Horrorspezialist noch als Fan dieses Genres bezeichnen möchte, so habe ich doch meinen Gefallen an diesem Film gefunden. Der erste Teil hat mir schon gut gefallen - das Sequel steht ihm in nichts nach. Zudem muss man bei solchen Filmen abstrahieren können: Die visuell zwar sehr brutalen Szenen waren im meinen Augen vielfach ziemlich amüsant. Auf der anderen Seite werden in diesem Film auch moralische Fragen thematisiert, deren Beantwortung kaum möglich ist und man nicht mit den Entscheidungsträgern und den ausführenden Einheiten tauschen möchte.
In meinen Augen ist 28 Weeks Later ein gelungener Horror-Thriller, der zum einen unterhaltet und zum anderen auch etwas zum Nachdenken anstiftet. Wer mit Gewalt und viel Blut nicht leben kann, sollte diesen Film allerdings meiden. Mein persönliches Extrasternchen gibt's für die einmal mehr coolen Locations in lovely London.
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4.1 Sterne (97 Bewertungen) | 24 Kommentare




