You, Me and Dupree (2006)

Ich, Du und der Andere

You, Me and Dupree (2006) Ich, Du und der Andere

Oder: My best Friend's Chaos

You, Me and Dupree

Mentales Training 1

Molly (Kate Hudson) und Carl (Matt Dillon) sind ein beneidenswertes junges Paar. Nach einer Traumhochzeit auf einer idyllischen Pazifikinsel und einer ausgedehnten Hochzeitsreise kehren die beiden voller Vorfreude in ihr properes neues Einfamilienhaus zurück, um dort dem trauten Eheleben zu frönen. Dem Glück stünde nichts im Wege, wäre da nicht Carls alter Kumpel Dupree (Owen Wilson). Der ist nicht nur ohne Job, Geld und Auto, nein, zu allem Unglück wurde er in der Zwischenzeit auch noch aus seiner Wohnung hinausgeworfen. Aus alter Freundschaft nimmt Carl den Pechvogel in sein neues Heim auf. Nur vorübergehend, versteht sich, für ein paar Tage oder allerhöchstens eine Woche, bis dieser eine neue Bleibe gefunden hat.

You, Me and Dupree

Mentales Training 2

Doch Dupree wieder loszuwerden erweist sich als schwieriger als zunächst angenommen. Mit seiner chaotischen Art tappt dieser von einem Fettnapf in den nächsten. Dass dabei kein Stein auf dem anderen bleibt, versteht sich von selbst.

Gleichzeitig plagt sich Carl mit Mollys Vater Bob Thompson (Michael Douglas), einem mächtigen Baulöwen, welcher gleichzeitig sein Chef ist. Der frischgebackene Schwiegervater scheint von den Ehemann-Qualitäten des Angetrauten seiner Tochter nicht restlos überzeugt - und verpasst keine Gelegenheit, dies seinem neuen Schwiegersohn auf subtile Art und Weise deutlich zu machen...


Kinofilm-Rating

You, Me and Dupree ist im derzeit recht beliebten Genre der Chaoskomödien anzusiedeln. Diese weisen meist eine denkbar simple Grundstory auf, welche in erster Linie dazu dient, in kürzester Zeit ein Maximum an Turbulenz, Zerstörung und Verwirrung herbeizuführen. Ein Feuer in der guten Stube gehört hierbei beinahe schon zum guten Ton. Der vorliegende Film weicht kaum von diesem Schema ab: Die Geschichte vom ach so chaotischen Kumpel, welcher in die perfekte Paar-Idylle einbricht, ist - seien wir ehrlich - nicht gerade der Gipfel der Originalität. Gleiches gilt für den zweiten Handlungsstrang, die Geschichte von Carl und seinem angsteinflössenden Schwiegervater: Sie erinnert ein wenig an Meet The Parents, wo Dupree-Darsteller Owen Wilson ja ebenfalls mitspielte. Und - oh wundersame Parallelen - auch dort endete eine anfängliche häusliche Idylle im totalen Chaos und in der Feuersbrunst.

Immerhin: Bei der Besetzung wurde nicht gespart, besteht diese doch aus einer illustren Gruppe an bewährten Hollywoodstars: Wer Owen Wilson mag, wird in diesem Film sicher auf seine Kosten kommen. Für einmal ohne seinen sonstigen Komödienpartner Ben Stiller unterwegs, ist die Rolle des Dupree auf seinen Leib geschrieben, entspricht sie doch seinem aus früheren Komödien gefestigten Image des chaotischen aber liebenswerten Tausendsassas. Matt Dillon, dessen komödiantische Fähigkeiten ja spätestens seit There's Something About Mary hinreichend bekannt sind, vermag als gestresster Ehemann Carl ebenfalls zu überzeugen. Für Kate Hudson verbleibt leider nur die undankbare Rolle der attraktiven, netten Ehefrau, eine in diesem Genre nicht ganz unübliche Rolle ohne jegliches komödiantisches Potenzial, welche sie zur Stichwortgeberin der Herren Wilson und Dillon degradiert. Michael Douglas schliesslich spielt den fiesen Schwiegervater routiniert: die Rolle des mächtigen und rücksichtslosen Firmenbosses ist für ihn ja nicht gerade neu, man erinnere sich beispielsweise an seinen Gordon Gecko in Wall Street oder auch an die Verkörperung von Nicholas Van Orton in The Game. Als zusätzliches Zückerchen für Radsportfans gibts zudem einen kurzen Gastauftritt von Tour-de-France-Held Lance Armstrong.

You, Me and Dupree ist eine leidlich unterhaltsame und spassige Actionkomödie für Fans des Genres, vorhersehbar, gewürzt mit einer Prise hollywood'scher Sentimentalität und Rührseligkeit. Die Hypothese, dass als Zielpublikum des Filmes eher die Männer im Visier sind, sei gewagt. Schliesslich finden sich darin neben den erwähnten Ingredienzen auch so tiefsinnige Perlen von Lebensweisheiten wie "Is there anything worse than having to get rid of your porn collection?". Dem ist eigentlich nichts weiter anzufügen.

3.4 Sterne
3.4 Sterne (62 Bewertungen) | 9 Kommentare

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21.08.2006 / ebe