World Trade Center (2006)
World Trade Center (2006)

Nachdem uns Paul Greengrass mit United 93 zu Beginn des Jahres 2006 schon ein tragisches Ereignis aus den Memoiren des 11. Septembers 2001 filmisch präsentierte, so folgt nun die Verfilmung des Kernereignisses von besagtem Tag: In World Trade Center erzählt uns Regisseur Oliver Stone die Ereignisse des 9/11 aus der Sicht einer Gruppe von Feuerwehrmännern.
Mit Stone im Regiestuhl wusste man von Anfang an, dass er seine Erzählung nicht annähernd so diskret erzählen würde, wie dies Paul Greengrass getan hat. Der Einsturz der Twin Towers, des Wahrzeichens Manhattans und der amerikanischen Stärke, zusammengewürfelt mit tragischen Schicksalen von tapferen Feuerwehmännern... Dass der Score hierzu ebenfalls seinen Beitrag zu leisten hat, ist klar. So kommt es, dass man für die Komposition zu WTC Craig Armstrong engagierte (nachdem Gerüchten zufolge zunächst James Horner und John Williams im Gespräch gewesen waren).
So, wie sich die beiden Filme unterscheiden, so unterschiedlich sind auch die musikalischen Beiträge von John Powell für United 93 und von Craig Armstrong für World Trade Center. Während Powell die Emotionen der Zuschauer noch gekonnt "geschont" hatte, indem er sie nicht mit tragischen Melodien und Requien überfuhr, polarisiert Armstrongs Komposition viel stärker.
Das Album eröffnet mit dem "World Trade Center Cello Theme". Dieses Thema hört sich schön an und fängt die Emotionen des Films sehr passend ein. Das Problem mit dem vorliegenden Album besteht jedoch hauptsächlich darin, dass der Hörer während knapp sechzig Minuten Musik leider nicht viel mehr zu hören bekommt, als besagtes Thema. Dasselbe Thema wird noch in zwei weiteren Konzertarrangements als Piano Theme und Choral Piece vorgetragen. Dazwischen findet man es etliche male in der Komposition integriert. Obwohl dies Sinn macht, so leidet der Unterhaltungswert doch beträchtlich aufgrund dieser anhaltenden Präsenz.
Die Kompositionen haben allesamt ein sehr gemächliches Tempo und verfallen damit zunehmend einer Schwere und Lethargie, die den Hörer während der gesamten Laufzeit ziemlich fordern könnte. Die einzigen zwei Momente, worin die Komposition etwas "in Fahrt" kommt, befinden sich in den Stücken "World Trade Center Piano Theme" und "John and Will Found/Will Ascends". Das Synthesizer-Backup zieht die Komposition etwas mit, bricht jedoch zu schnell ab. Trotzdem wirkungsvoll!
Fazit: Mit World Trade Center präsentiert uns der Komponist Craig Armstrong eine seriöse Musik, welche im Film eine starke Wirkung hat, aber abseits der Bilder leider nicht zu überzeugen und während der ganzen Laufzeit zu unterhalten vermag. Die ewigen Wiederholungen und die anhaltende Schwere lassen das Interesse des Hörers schnell schwinden und die Musik verkommt zu Hintergrundmusik. Schade!
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