Infos zu Winterreise (2006)
Franz Brenninger (Josef Bierbichler) hat sich in der bayerischen Provinz ein gutes Leben aufgebaut. Komplett mit Ehefrau, zwei Kindern, eine eigene Bauteilefirma und ein nettes Haus. Doch der Höhepunkt ist schon lange überschritten. Die Kinder haben ihre eigenen Familien, die den Grossvater kaum sehen. Franz' Frau Martha (Hanna Schygulla), von ihm liebevoll "Mucky" genannt, leidet an einer fortschreitenden Krankheit, die sie ans Haus fesselt und langsam erblinden lässt. Die Firma steht kurz vor der Pleite.
Die gesamte Inhaltsangabe aufklappen
Doch der alte Brenninger will das alles nicht wahrhaben. In einem wahnsinnigen Tempo gibt er sich dem Rauchen, dem Trinken, den Huren hin. Nichts ist ihm schnell genug, seine es die Autofahrer auf der Strasse oder gar die singende Gemeinde in der Kirche. Zu Hause stört er seine kranke Frau, indem er stundenlang laute Musik hört und dazu singt oder unverständliches Zeug brabbelt. Ruhe- und rastlos treibt er durch sein Leben.
Durch seine grantige Art verscherzt er es sich mit immer mehr Leuten. Aus dem Tennisclub, den er einst mitgegründet hat, will man ihn raus schmeissen. Auf der Bank bekommt er keinen Kredit mehr. Trotzdem führt er sich auf wie ein Grossherr. Nur Martha steht noch zu ihm, bis auch sie eines Tages nicht mehr kann und ihn wegschickt. Still und bestimmt, wie es ihre Art ist.
Da kommt ein Brief aus Afrika. Brenninger bezahlt die junge Leyla (Sibel Kekilli), dass sie ihm den englischen Brief übersetzt. Darin wird ihm ein Geschäft angeboten. Ein reicher Kenianer wolle Geld am Fiskus vorbeitransferieren. Wenn Brenninger sich bereiterkläre, ein Konto zur Verfügung zu stellen, würde er 5% der 15 Millionen Dollar erhalten. Erst beim Notar wird ihm eröffnet, dass er als Sicherheit einen Betrag von 50 000 Euro auf ein Konto des Kenianers überweisen müsse.
Es kommt, wie es kommen muss: Martha hat einen Anfall, bei dem sie vollends erblindet. Sie muss operiert werden, und zwar schnell. Doch der Nigerianer will das Geld nicht mehr herausrücken. Er teilt Brenninger am Telefon eiskalt mit, er solle nach Afrika kommen, dann würde er das Geld wieder zurück erhalten.
Brenninger bittet Leyla, ihn zu begleiten, um für ihn zu übersetzen. Die beiden fliegen aus dem verschneiten Deutschland ins heisse und hektische Kenia, suchen nach dem ominösen Geschäftsmann, finden aber stattdessen nur eine Ghettosiedlung an der angegebenen Adresse. Der deutsche Botschafter hat nur Verachtung für Brenninger übrig und rät ihm, das Land wieder unverrichteter Dinge zu verlassen, mit dem Hinweis, es habe bereits Tote gegeben.
Die Verzweiflung des alten Brenninger wird immer grösser, doch noch ist er nicht bereit, seine Suche aufzugeben. Nun, vielleicht findet er am Ende auch etwas ganz anderes, als sein Geld...
Text: OutNow.CH (nwe)
Unsere Kritiken
Bilder zum Film
alle Bilder auflisten
Film-Infos
Englischer Titel: Winter Journey
Drehort: Deutschland 2006
Genre: Drama
Laufzeit: 95 Minuten
The Internet Movie database (IMDb)
Der Abspann